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       # taz.de -- Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: Alles läuft auf die Ampel raus
       
       > Nach der Wahl vermelden Politiker erste Liebeszeichen. Klöckner scheint
       > außen vor. Eine Koalition von SPD, FDP und Grünen zeichnet sich ab.
       
   IMG Bild: Wahrscheinlich sorgt Malu Dreyer für gute Stimmung unter Gesprächspartnern, die eigentlich nicht so recht zusammenpassen wollen
       
       FRANKFURT taz | Wenn es schon so beginnt, dann kann doch nur Großes folgen:
       Die Stimmung sei „zuckersüß“, heißt es aus Verhandlungskreisen der
       Sondierungsgespräche in Rheinland-Pfalz. Und dass die Stimmung so süß ist,
       liegt wohl nicht nur am Kuchen, den es gibt, sondern an etwas ganz
       Besonderem: der Atmosphäre. Bei SPD, Grünen und FDP sind zurzeit alle
       bemüht, möglichst große Schnittmengen untereinander für die erste
       Ampel-Koalition im Land auszuloten. Auch um eine große Koalition zu
       verhindern. Denn die will eigentlich, bis auf die CDU, niemand.
       
       Und doch, es ist eine unwahrscheinliche Konstellation, die dort
       zusammengebracht werden soll. Die ehemaligen Erzfeinde Grüne und FDP müssen
       jahrelang gepflegte Gräben überwinden. Auch die Stimmung bei den Grünen
       gegenüber der SPD ist nach dem herben Wahlverlust der Ökopartei
       angeknackst. Denn ein Großteil der Grünen-Wähler wechselte am Wahltag
       hinüber ins Lager der Sozialdemokraten.
       
       Doch zurzeit stehen die Zeichen auf Ampel: Man sei optimistisch, schon
       unmittelbar nach Ostern mit dem offiziellen Fahrplan zu beginnen und
       Koalitionsgespräche aufzunehmen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Am
       Dienstag nächster Woche muss noch der FDP-Vorstand offiziell den Weg für
       Koalitionsgespräche frei machen. Aber auch hier gibt es einige Anzeichen,
       die darauf hinweisen, dass die Liberalen bereit wären mitzumachen.
       
       Aus Kreisen der Grünen-Verhandlungsgruppe heißt es, dass man sich im guten
       Fahrwasser befinde und zuversichtlich sei, dass das auch bei
       Folgegesprächen so bliebe. Auch Roger Lewentz, der Landesvorsitzende der
       SPD, hatte sich zuvor schon laut der Zeitung Rheinpfalz optimistisch
       gezeigt, dass eine neue Regierung bei der Konstituierung des Landtags am
       18. Mai gewählt werden könne.
       
       ## Konfliktthema Infrastruktur
       
       Die thematischen Verhandlungen selbst werden dann aber wohl nicht mehr so
       zuckersüß. Gerade zwischen FDP und Grünen zeichnen sich Konflikte ab. Die
       FDP in Rheinland-Pfalz hat sich zwar nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag
       noch einmal stärker sozialliberal positioniert. Dennoch wäre es für Teile
       der eher Schwarz-Gelb orientierten FDP-Basis ein herber Schlag, auf einmal
       mit den „Linken“ zu koalieren. Es ist daher zu erwarten, dass die Partei
       gerade bei dem Thema Infrastruktur möglichst umfassend Punkte umsetzen
       will.
       
       Das wäre wohl weniger ein Problem für die SPD, die sich selbst den Bau
       neuer Brücken und Straßen ins Wahlprogramm geschrieben hat. Wohl aber für
       die Grünen, die keine weiteren Brückenbauprojekte wollen und auf
       Bestandssanierung statt auf Straßenneubau setzen. Hintergrund ist der hoch
       emotional geführte Kampf um die Hochmoselbrücke, ein umstrittenes Projekt,
       das auch bundesweit immer wieder für Aufregung sorgte.
       
       Die Grünen hatten zwar auf ihrem Parteitag ihre Zustimmung zu
       Koalitionsgesprächen gegeben. Aber alle machten deutlich klar: Inhalte
       werde man nicht einfach verkaufen. „Die Basis ist sehr aufmerksam, weil die
       Differenzen mit der FDP in vielen Bereichen gravierend sind“, sagt etwa die
       rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer (Grüne).
       
       23 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Alina Leimbach
       
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