URI:
       # taz.de -- Eröffnung des Pannenflughafens: BER lässt Spekulationen sprießen
       
       > Die BER-Eröffnung könnte sich erneut verschieben. Die zuständige
       > Baubehörde moniert schon wieder Probleme beim Brandschutz.
       
   IMG Bild: So langsam wächst schon Gras drüber: BER-Terminal in Schönefeld
       
       Die zurzeit auf Ende 2017 terminierte Eröffnung des Pannenflughafens BER
       könnte sich noch ein wenig mehr verzögern. Nach Berichten der Presseagentur
       dpa hat das Bauordnungsamt (BOA) des Landkreises Dahme-Spreewald
       Nachforderungen zu einem von der Flughafengesellschaft eingereichten
       Bauantrag gestellt. Dabei geht es um den Umbau der sogenannten
       Entrauchungsanlage. Unter anderem, weil diese Anlage zur ursprünglich
       geplanten Eröffnung im Sommer 2012 nicht funktioniert hätte, verweigerte
       das BOA damals dem Airport die Betriebsgenehmigung.
       
       Demnach hat Jörg Marks, Technikchef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH,
       in einem Rundschreiben über die Forderungen der Behörde informiert. Diese
       beziehen sich auf einen kleinen Teil der 188 „Entrauchungsszenarien“, die
       im derzeitigen Zustand als „nicht akzeptabel“ gewertet würden. Bei diesen
       Szenarien handelt es sich um Simulationen unterschiedlicher Ausmaße und
       Arten von Bränden im Hauptterminal, die mit der vorhandenen Technik
       bewältigbar sein müssen.
       
       Wie der Sprecher der Flughafengesellschaft, Daniel Abbou, auch gegenüber
       der taz bestätigte, sei man jetzt „im Gespräch, wie man die Probleme lösen
       kann“. Was genau das für den Zeitplan der BER-Fertigstellung bedeutet,
       lasse sich aber im Moment „nicht seriös“ einschätzen. Der Tagesspiegel
       äußerte hingegen in seiner gestrigen Ausgabe die Vermutung, die Eröffnung
       werde sich nun durch die Verzögerung der Baugenehmigung und zusätzliche
       Auflagen bis ins Jahr 2018 verschieben.
       
       Die Grünen im Abgeordnetenhaus forderten den Regierenden Bürgermeister und
       BER-Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) auf, schnellstmöglich zu klären,
       wann der Flughafen tatsächlich fertig werde. „Wir erwarten, dass Müller
       sich bei der Sondersitzung des Aufsichtsrats am Freitag den tatsächlichen
       Stand des aus Steuermitteln finanzierten Milliardenprojekts vorlegen lässt
       und darüber zeitnah die Öffentlichkeit informiert“, sagte Fraktionschefin
       Ramona Pop.
       
       ## Ärger mit dem Bund
       
       Diese vom Bund verlangte Sondersitzung ist das Ergebnis eines Vorstoßes von
       BER-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld, der in der kommenden Woche sein
       erstes Dienstjubiläum feiert. Er hatte vor Kurzem ins Gespräch gebracht,
       den am Rande des BER geplanten Interimsbau für das Flugterminal der
       Bundesregierung dauerhaft zu nutzen – nicht nur fünf Jahre lang, wie
       eigentlich vorgesehen. Das Bundesbauministerium war darüber nicht erfreut
       und teilte mit, der Bund halte am ursprünglichen Standort für das
       endgültige Terminal fest. Man „denke nicht daran“ die Baugenehmigung für
       dieses Gelände aufzugeben“.
       
       9 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Claudius Prößer
       
       ## TAGS
       
   DIR Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)
   DIR Eröffnung
   DIR Baustelle
   DIR Michael Müller
   DIR 
   DIR Berlin
   DIR Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)
   DIR FDP
   DIR BVG
   DIR Michael Müller
   DIR Schwerpunkt Radfahren in Berlin
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Eröffnungstermin von Berliner Flughafen: Am BER wackelt's mal wieder
       
       Regierungschef Müller (SPD) äußert sich im Abgeordnetenhaus zweifelnder und
       hilfloser denn je, den Großflughafen wie geplant 2017 eröffnen zu können.
       
   DIR Hauptstadt-Flughafen: Nur 100 Tage im Amt
       
       BER-Sprecher Daniel Abbou provoziert mit einem Interview seinen Rausschmiss
       
   DIR Offenes Interview des BER-Sprechers: Zu ehrlich für den Job?
       
       „Milliarden versenkt“ und „zuviel verbockt“: Deutlich kritisierte Daniel
       Abbou den Skandal um den Bau des neuen Berliner Flughafens. Nun ist er wohl
       seinen Job los.
       
   DIR Das war die Woche in Berlin I: Wie halten Sie’s mit Tegel?
       
       30.000 BerlinerInnen unterschreiben für den Erhalt des Flughafen Tegel. Und
       da sicher noch viel mehr Menschen das gut fänden, könnte Tegel im Wahlkampf
       landen.
       
   DIR 30.000 Stimmen für Volksbegehren: Tegels Zukunft liegt in den Wolken
       
       Das Volksbegehren der FDP-lastigen Initiative „Berlin braucht Tegel“ kann
       kommen. Und so rechtssicher, wie der Senat vorgibt, ist die Schließung des
       Airports nicht.
       
   DIR Berliner Zustände im Dezember 2015: Alles egal!
       
       Was das Berlin-Bashing wegen der Lage am Lageso und das neue Werbevideo der
       Berliner Verkehrsbetriebe miteinander zu tun haben.
       
   DIR Das war die Woche in Berlin II: Fluchhafen mit Dachschaden
       
       War die Nachricht vom Baustopp am BER eine Neuigkeit? Nicht unbedingt. Aber
       interessant ist sie trotzdem.
       
   DIR Tödliche Radunfälle: Völlig Panne!
       
       Radfahren auf Berlins Straßen ist gefährlich. Dass die Verkehrspolitik
       trotzdem wenig tut, findet unser Autor unerträglich.