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       # taz.de -- Kommentar Obamas Guantanamo-Pläne: Er gibt nicht auf
       
       > Der US-Präsident zeigt in der Frage des Gefangenenlagers etwas, das
       > selten geworden ist: Haltung. Dafür verdient er Applaus.
       
   IMG Bild: Szene aus Camp Delta, Guantanamo Bay.
       
       Washington taz | Was sind nicht immer alle enttäuscht von Barack Obama.
       Nicht links genug ist der US-Präsident, nicht konsequent genug und
       überhaupt, die ganze schöne „Change“-Agenda ist aus Sicht seiner Kritiker
       nach zwei Amtszeiten nicht wirklich etwas wert.
       
       Ja, ja, hätte alles besser laufen können. Aber wenn es um eins seiner
       wichtigsten Versprechen geht, gibt Obama nicht auf: die Schließung des
       Gefangenenlagers Guantanamo. Und natürlich werden die Zyniker und
       Pessimisten sofort sagen: Wird eh nichts, vielleicht gut gemeint, aber
       schlecht gemacht.
       
       Es ist tatsächlich unwahrscheinlich, dass der von den Republikanern
       dominierte Kongress in einem Präsidentschaftswahljahr seine Position ändert
       und zulässt, die Gefangenen in den USA zu inhaftieren. Terroristen auf
       amerikanischem Boden? Niemals. Nichtsdestotrotz zeigt Obama trotz des
       Widerstands etwas, was selten geworden ist in der Politik: Haltung. Mitten
       im Vorwahlkampf dominiert er für einen Moment die Schlagzeilen und lenkt
       die Aufmerksamkeit auf eine Schande in der amerikanischen Politik.
       
       So kurz vor dem Ende seiner Amtszeit müsste er sich die Mühe nicht mehr
       machen. In den USA ist das Thema kein großer Aufreger, an seiner
       Geschichtsschreibung im eigenen Land ändert der Baustein Guantanamo rein
       gar nichts. Und dennoch hält er zu Recht daran fest, dass das
       Foltergefängnis verschwinden muss. Haltung sollte man unbedingt honorieren.
       
       Die aussichtsreichen republikanischen Präsidentschaftsbewerber sind alle
       große Fans des Lagers auf Kuba. Donald Trump hat kein Problem mit
       Waterboarding – das er nicht mal Folter nennen möchte – und Marco Rubio
       setzt auf Gitmo als letzte Bastion, um die Sicherheit Amerikas vor allen
       Terroristen dieser Welt zu garantieren. In diesem Geschrei setzt Obama mit
       seinem neuen Vorstoß zusätzlich einen Kontrapunkt. Applaus, Applaus.
       
       25 Feb 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Rieke Havertz
       
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