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       # taz.de -- EU-Türkei-Gipfel zur Flüchtlingspolitik: Grenze zu und Grenzen auf
       
       > Zum Gipfel benennt die Kommission den Plan: Wenn die Ägäis dicht ist,
       > sollen Grenzen in Europa wieder verschwinden.
       
   IMG Bild: In Idomeni wartet ein Flüchtling am Freitag auf offene Grenzen.
       
       Brüssel/Berlin taz | Die EU-Kommission ist auf einen härteren Kurs in der
       Flüchtlingspolitik eingeschwenkt. Kurz vor dem EU-Türkei-Gipfel am Montag
       in Brüssel setzt die Kommission auf Abschottung nach außen – und Öffnung
       nach innen. Von einer solidarischen Umverteilung der Flüchtlinge, wie sie
       bisher gefordert wurde, ist hingegen vorerst keine Rede mehr.
       
       Bis zum Ende dieses Jahres müssten alle Schengen-Grenzen wieder offen sein,
       forderte Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos. Bereits am 12. Mai
       sollen die Grenzkontrollen, wie sie etwa zwischen Deutschland und
       Österreich bestehen, wegfallen. Voraussetzung ist, dass Griechenland bis
       dahin den vollständigen „Schutz“ der Außengrenze mit der Türkei umgesetzt
       hat.
       
       Sollte Athen dann immer noch nicht in der Lage sein, den Schengen-Raum
       effizient gegen „Flüchtlingsströme“ abzuschotten, müsse man über andere
       Maßnahmen nachdenken. Geplant sind gemeinsame „kohärente“ Grenzkontrollen,
       die die bisherigen nationalen Alleingänge ablösen sollen.
       
       Am 12. Mai laufen die Sondergenehmigungen aus, mit denen die
       Grenzkontrollen in mehreren EU-Staaten wieder eingeführt worden waren.
       Allerdings hat sich bisher noch kein Land bereit erklärt, die Kontrollen
       wieder abzuschaffen. „Zurück zu Schengen“ – dieser Ruf der Kommission
       könnte zunächst ungehört verhallen.
       
       ## Reisen ohne Visum
       
       Überraschend großzügig geht die Brüsseler Behörde unterdessen mit der
       Türkei um. So wurden erstmals 95 Millionen Euro aus dem
       Drei-Milliarden-Plan für die Türkei freigegeben. Außerdem bescheinigte
       Brüssel der Regierung in Ankara weitere Fortschritte auf dem Weg zur
       geplanten Visumliberalisierung. Mittelfristig könnten Türken damit ohne
       Visum in die EU und nach Deutschland reisen.
       
       Ob das Entgegenkommen ausreicht, um die Türkei zum Einlenken zu bewegen?
       Weil sich Ankara querstellt, konnte der Nato-Einsatz gegen Schlepper und
       Flüchtlinge in der Ägäis auch am Freitag nicht starten. Offen ist, in
       welchen türkischen Gewässern die Nato-Schiffe operieren dürfen und ob sie
       aus Seenot gerettete Flüchtlinge aus griechischen Gewässern in die Türkei
       zurückbringen dürfen. „Die Absprachen dazu laufen“, heißt es aus dem
       Verteidigungsministerium noch immer.
       
       Trotz der Verzögerung setzt Angela Merkel weiterhin darauf, die Ägäis
       mithilfe der Türkei abzuriegeln. „Wir stimmen vollkommen überein, dass wir
       die Außengrenzen schützen müssen“, sagte die Kanzlerin nach einem Gespräch
       mit dem französischen Präsidenten FrançoisHollande. Beide stellten sich
       hinter den Plan der EU-Kommission: Die Außengrenzen müssten gesichert
       werden, um innerhalb des Schengen-Raums „stückweise die Reisefreiheit
       zurückzugewinnen“.
       
       4 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Tobias Schulze
   DIR Christina Schmidt
   DIR Eric Bonse
       
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