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       # taz.de -- Wettbewerb um Übertragungsrechte: Live vom Provinzsportplatz
       
       > Die etablierten Sender bekommen Konkurrenz. Neue Onlinedienste greifen
       > nach den begehrten Übertragungsrechten im Sport.
       
   IMG Bild: Zieht er so eine Schnute bald auch auf Onlinediensten? – Gladbachs Andreas Christensen
       
       Das Angebot ist inzwischen so groß, dass Nutzer leicht die Übersicht
       verlieren. Zum Beispiel am vergangenen Sonntag: Fußball-U11-Eurocup,
       Judo-Einzelmeisterschaften in der Konferenzschaltung, Battle der
       Eishockey-Jugendliga in Mannheim und die Basketball-Begegnung Bamberg –
       Baunach. All das zeigt das Portal [1][sportdeutschland.tv] zeitgleich live.
       Die Qualität ist bisweilen dürftig, weil Vereine und Ligen teils einfach
       eine Webcam aufstellen. Aber: Wer Sport liebt, für den ist das hier ein
       kleines Paradies.
       
       Geschaffen hat das Geschäftsführer Oliver Beyer. Der Deutsche Olympische
       Sportbund (DOSB) hat den Aufbau seiner Plattform vor gut einem Jahr
       finanziert – erst mal, um vor allem dem Breitensport eine Bühne zu bieten.
       „Sport ist eben vielfältig“, sagt Beyer. „Da spielt nicht alles in einer
       Allianz-Arena. Es wird auch auf der Wiese am Rhein gekickt. Das wollen wir
       zeigen.“
       
       Das klingt nach einem noblen und unverfänglichen Zweck: ein Portal, das all
       das zeigt, was nicht attraktiv genug für das klassische Fernsehen ist. Doch
       sportdeutschland.tv macht sich auf, weit mehr zu sein als bloß eine
       digitale Resterampe für den Breitensport. So hat der Medienkonzern
       ProSiebenSat.1 die Plattform fast komplett übernommen und bietet
       Infrastruktur plus Kaufkraft auf Abruf.
       
       Nein, sagt Beyer, einen Sportkanal im klassischen TV plane er nicht. Woran
       die neuen Partner aber arbeiteten, seien Apps für Smartphones, Tablets und
       Smart-TVs, also Fernseher, die Inhalte aus dem Internet ziehen. Damit würde
       die Plattform eben doch auch auf den großen Bildschirmen ankommen und neben
       den etablierten Kanälen um Zuschauer buhlen.
       
       ## Sportkanal rüstet auf
       
       Außerdem werden die Inhalte interessanter. Dieser Tage zeigt die Plattform
       Teile der Handball-EM, aufwändig produziert und kommentiert. Über Details
       spricht Beyer nicht, klar ist: Die Sportrechteagentur SportA von ARD und
       ZDF hat ihm Rechte für Partien zugestanden, die die Sender selbst nicht
       übertragen. Dazu kommen erste Magazin-Inhalte à la „Sportschau“ und
       „Sportstudio“. Kurzum: Beyer rüstet auf.
       
       Noch steht seine Plattform am Anfang, doch das dürfte sich mit dem Partner
       ProSiebenSat.1 schnell ändern. Der hat bereits auf seinen klassischen
       Kanälen Werbung für sein neues Projekt geschaltet. Und dass die
       Onlinedienste zur Konkurrenz der Etablierten werden, zeigt ein anderer
       Vorgang: Der Bezahlsender Sky verliert die Rechte für die englische Premier
       League.
       
       Fußballfans müssen sich bald auf eine neue Plattform einstellen, die
       bislang unter dem Kürzel OTT firmiert und eine Art Netflix für Sportinhalte
       werden soll. Hinter OTT steht die britische Perform Group, die wiederum das
       Sportportal „Spox“ betreibt.
       
       ## Gibt es eine Überraschung?
       
       Schon im Herbst hat sich die Perform Group die Rechte der
       US-Basketball-Liga NBA gesichert. Für Unruhe sorgt derweil, dass demnächst
       für die nächsten Jahre die Rechte der Fußballbundesliga vergeben werden. Ob
       es eine Überraschung gibt?
       
       Zumindest sportdeutschland.tv wäre für so ein Geschäft noch zu schmächtig.
       Geschäftsführer Beyer will sein Portal aber in diesem Jahr endgültig unter
       Sportfans bekannt machen, vor allem während der Olympischen Spiele.
       
       Aus Rio werden ARD und ZDF die eigentlichen Wettkämpfe zeigen. Beyer will
       „den Zuschauer so nah wie möglich an den Sport heranbringen“ und hat dafür
       einen entscheidenden Türöffner: Der DOSB ist nach wie vor an seiner Firma
       beteiligt. Die Nähe zum Sport und der Zugang zu den Athleten ist der
       Onlineplattform damit garantiert, zum Beispiel für ein tägliches Magazin
       aus dem Deutschen Haus.
       
       27 Jan 2016
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://sportdeutschland.tv/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Daniel Bouhs
       
       ## TAGS
       
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