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       # taz.de -- Aufrüstung der Bundeswehr: Geldsegen für die Truppe
       
       > Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will 130 Milliarden für die
       > Ausrüstung ausgeben – von Panzern bis zu Helmen.
       
   IMG Bild: Ursula von der Leyen will, dass die Bundeswehr künftig mehr als drei Panzer hat.
       
       Berlin taz | Die Friedensdividende ist aufgebraucht. Jetzt soll wieder
       kräftig ins deutsche Militär investiert werden. Nach den Vorstellungen von
       Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll die Bundeswehr in
       den nächsten fünfzehn Jahren insgesamt 130 Milliarden Euro für bessere
       militärische Ausstattung erhalten.
       
       „Am Ende des Tages muss investiert werden in äußere Sicherheit, wenn man
       möchte, dass die Bundeswehr die vielfältigen Aufgaben wahrnimmt“, sagte von
       der Leyen am Mittwoch in Berlin. „Wir brauchen eine Trendwende.“
       
       Nach ihrer Ansicht hat die Truppe zu lange von der Substanz gelebt. „Wir
       haben in der Bundeswehr in den vergangenen 25 Jahren eine lange Kette von
       Schrumpfungsprozessen, Kürzungen und Reformen erlebt“, sagte von der Leyen.
       Die Einsparungen im Verteidigungsetat nach dem Ende des Kalten Kriegs seien
       zwar „am Anfang auch absolut notwendig“ gewesen. Doch inzwischen habe die
       Bundeswehr „angefangen, von der Substanz zu leben“. Das müsse sich nun
       ändern.
       
       Am Mittwoch stellte von der Leyen ihre Pläne im Verteidigungsausschuss des
       Bundestags vor. Mehr als 1.500 größere und kleinere Projekte hat sie
       ausgemacht, für die sie Finanzierungsbedarf sieht: von moderneren Helmen
       bis zu mehr Panzern und „neuen Fähigkeiten“ bei der Cyber-Kriegsführung.
       
       Dabei vermied von der Leyen konkretere Angaben, welche Auswirkungen das
       geforderte Investitionsprogramm unmittelbar für die kommenden
       Bundeshaushalte haben würde. Rein rechnerisch liefe es auf eine
       Verdoppelung der jährlichen Mittel für Beschaffung hinaus. Derzeit sind in
       dem Etatposten „Militärische Beschaffungen“ 4,7 Milliarden Euro
       eingestellt. „Wir brauchen eine Erhöhung des Wehretats, wir brauchen aber
       vor allen Dingen in den nächsten Jahren einen moderaten Anstieg, der dann
       sich aber verstetigt“, sagte sie. Zumal die Ministerin nicht nur Material
       beschaffen will, sondern im März auch noch höheren Personalbedarf anmelden
       wird.
       
       Schon in diesem Jahr ist der Verteidigungsetat deutlich gestiegen – von
       knapp 33 Milliarden im Jahr auf jetzt mehr als 34,2 Milliarden. Der Posten
       „Militärische Beschaffungen“ erhöhte sich im Jahr 2016 um mehr als 400
       Millionen Euro.
       
       ## Der Finanzminister sieht Bedarf
       
       Aus dem Bundesfinanzministerium hieß es am Mittwoch, dass auch Minister
       Wolfgang Schäuble (CDU) „in den Bereichen innere und äußere Sicherheit
       Bedarf“ sehe. Der Finanzminister will seiner Kollegin von der Leyen aber
       noch nichts versprechen. „Es ist noch nichts präjudiziert“, sagte eine
       Sprecherin.
       
       Zumal das Finanzministerium nicht alleine über das Budget entscheidet. Aus
       SPD-Kreisen heißt es: Wer in die Sicherheit investieren wolle, könne nicht
       nur auf die Bundeswehr schauen. Bekäme das Verteidigungsministerium mehr
       Geld, müssten auch Auswärtiges Amt und die Entwicklungshilfe berücksichtigt
       werden. Von der Leyen müsse daher wohl Abstriche machen.
       
       Selbst wenn sich die Verteidigungsministerin mit der SPD einigt: Sollten
       irgendwann die heutigen Oppositionsparteien mitregieren, würde der
       Aufrüstungsplan wieder wackeln. Grünen-Experte Tobias Lindner sprach von
       einer „Wünsch-dir-was-Stimmung“ im Verteidigungsministerium,
       Linkspartei-Chef Bernd Riexinger nannte die Pläne einen „völligen Irrsinn“.
       
       27 Jan 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Pascal Beucker
   DIR Tobias Schulze
       
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