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       # taz.de -- Angriff auf Verleger in Bangladesch: Mit Äxten gegen Säkularismus
       
       > Mit Messern und Beilen wurde ein religionskritischer Verleger in Dhaka
       > ermordet. Drei Kollegen sind nach dem brutalen Angriff schwer verletzt.
       
   IMG Bild: Noch am Samstagabend fanden sich hunderte Menschen ein, um gegen das Verbrechen zu demonstrieren.
       
       Dhaka afp | In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka haben mutmaßliche Islamisten
       am Samstag den Verleger eines atheistischen Schriftstellers und Bloggers
       getötet. Nach Polizeiangaben hatten Stunden zuvor mit Buschmessern und
       Hackbeilen bewaffnete Männer zwei religionskritische Autoren und einen
       weiteren Herausgeber brutal angegriffen und schwer verletzt. Die vier Opfer
       wurden jeweils in einer Blutlache gefunden. Nach den Taten verriegelten die
       Angreifer die Büros ihrer Opfer mit von außen und flüchteten.
       
       Bei dem Toten handelt es sich um den 43-jährigen Faisal Arefan Dipan, wie
       dessen Vater, der bekannte Intellektuelle und Schriftsteller Abul Kashem
       Fazlul Haq, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Er starb übel zugerichtet in
       seinem im dritten Stock gelegenen Büro im Zentrum der Hauptstadt. Dipan
       verlegte die Bücher des Schriftstellers Avijit Roy, der den islamkritische
       Blog Mukto-Mona gründete. Der mit dem jetzt ermordeten Verleger befreundete
       Roy war selbst im Februar während einer Buchmesse ermordet worden.
       
       Die drei Schwerverletzten sind Ahmedur Rashid Tutul, ebenfalls Verleger von
       Roy, der Blogger Ranadipam Basu sowie der Dichter und Blogger Tareq Rahim.
       Nach Polizeiangaben griffen drei Männer sie in den Büroräumen des
       Shuddhaswar-Verlags mit Buschmessern und Hackbeilen an. Auf Rahim feuerten
       sie zudem Schüsse ab.
       
       Der verletzte Blogger Basu schrieb kurz nach der Attacke auf seiner
       Facebook-Seite: „Sie haben auf uns eingehackt, auf mich, Tutul und Tareq.“
       Die drei Opfer waren im Krankenhaus. Eines von ihnen schwebte in
       Lebensgefahr, wie der stellvertretende Polizeikommissar Wahidul Islam
       sagte.
       
       ## Solidemo in Dhaka
       
       In den Monaten nach der Ermordung Roys, eines gebürtigen Bangladeschers mit
       US-Pass, hatten mutmaßliche Islamisten mehrere weitere atheistische Blogger
       getötet. Die Polizei vermutet hinter der Mordserie die verbotene
       Islamistengruppe Ansarullah Bangla Team (ABT). Militante Islamisten fordern
       immer wieder die Hinrichtung religionskritischer Blogger, denen sie
       Gotteslästerung vorwerfen. Die Bevölkerung im offiziell säkularen
       Bangladesch ist mehrheitlich muslimisch.
       
       In einer spontanen Demonstration in Dhaka äußerten hunderte Aktivisten am
       Abend ihre Abscheu über die Verbrechen und ihre Solidarität mit den Opfern.
       Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Regierung
       auf, alles zu unternehmen, um die Täter zu fassen. Wer in Bangladesch mutig
       seine Meinung sage, dessen Leben sei in Gefahr, erklärte Amnesty.
       
       1 Nov 2015
       
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