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       # taz.de -- Kommentar VW-Abgas-Betrug: Das Spiel auf Zeit
       
       > Jetzt geht es bei VW um die großen und teuren Autos. Sollte auch hier
       > betrogen worden sein, ist der neue Konzernchef nicht zu halten.
       
   IMG Bild: Angeblich soll auch beim Porsche Cayenne die Betrugssoftware eingesetzt worden sein (Archivbild von 2007)
       
       Wenn die neuen Vorwürfe der US-Umweltbehörde zutreffen, könnte VW seinen
       nächsten Vorstandsvorsitzenden verlieren. Von der Tochter Porsche kommend,
       hat Matthias Müller gerade erst den Chefposten übernommen, um im Konzern
       aufzuräumen. Nun jedoch wirft die amerikanische Behörde unter anderem auch
       Porsche vor, Betrugssoftware in seinen Dieselmotoren eingesetzt zu haben,
       damit die Fahrzeuge die US-Abgastests meistern.
       
       Ging es bisher um die Familienkutschen, stehen nun die großen Autos im
       Fokus – die Pseudogeländewagen VW Touareg, Porsche Cayenne und Audi Q5
       sowie die dicken Limousinen A5 bis A8.
       
       VW dementiert den Vorwurf hart und eindeutig. Sollten sich die
       Anschuldigungen trotzdem erhärten, hätte das Unternehmen bisher auf Zeit
       gespielt. Anstatt der versprochenen Transparenz müsste man die Fortsetzung
       der Vertuschung gegenüber Kunden, Öffentlichkeit und Politik konstatieren.
       
       Hatte der ehemalige Porsche-Chef Müller nicht kürzlich noch grundsätzliche
       Besserung gelobt? Sollte nicht eine neue Unternehmenskultur mit den
       kriminellen Strukturen brechen? Auch daran müsste man zweifeln, falls der
       neue Vorstandsvorsitzende so weitermachte, wie sein Vorgänger aufgehört
       hatte.
       
       Klar dabei ist, dass das Bundesverkehrsministerium, die Niedersächsische
       Landesregierung und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Konzern bei der
       Schadensbegrenzung unterstützen. Auch in der Politik und in den Behörden
       ist der Aufklärungswille begrenzt. Denn man will dem größten deutschen
       Autobauer nicht zu hohe Kosten aufbürden.
       
       Deswegen untersucht das KBA jetzt zwar die wirklichen Abgaswerte von
       Dieselfahrzeugen, hat aber keinen strengen Zeitplan für die Kontrolle
       veröffentlicht. Und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) macht sich
       auf europäischer Ebene dafür stark, dass VW und die anderen einheimischen
       Autokonzerne weiter die gesetzlichen Abgasgrenzwerte überschreiten dürfen.
       Auch die Politik spielt auf Zeit.
       
       Angesichts dieser Lage ist es gut, wenn die US-Umweltbehörde EPA nicht
       locker lässt. Wobei auch sie vermutlich nicht objektiv untersucht. Ihr
       dürften die Interessen der US-Autoindustrie eher am Herzen liegen als die
       der deutschen Unternehmen.
       
       3 Nov 2015
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Hannes Koch
       
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