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       # taz.de -- Kommentar Einigung im Kita-Streik: Bsirskes Ergebnis
       
       > Wesentliche Verbesserungen hat Verdi nicht verhandelt. Dass der
       > Arbeitskampf trotzdem endet, kann sich Frank Bsirske als Erfolg
       > anrechnen.
       
   IMG Bild: So richtig glücklich sieht Verdi-Chef Frank Bsirske (li.) nicht aus.
       
       Für Eltern ist es eine erfreuliche Nachricht: Sie müssen keine neuen
       Notfallpläne machen. Die ab Oktober angedrohten Streiks in den kommunalen
       Kindertagesstätten fallen aus. Die Arbeitgeber haben Verdi die Brosame
       gegönnt, die die Gewerkschaftsspitze benötigte, um eine Rechtfertigung zu
       haben, den Arbeitskampf im Sozial- und Erziehungsdienst endgültig zu
       beenden. Mütter und Väter können also aufatmen. Bei den Beschäftigten
       dürfte die Stimmung weniger euphorisch sein.
       
       Das Ergebnis bedeutet keine grundlegende Verbesserung gegenüber dem
       Schlichterspruch, den die Gewerkschaftsbasis im August aus gutem Grund
       abgelehnt hatte. Selbst Verdi-Chef Frank Bsirske muss einräumen, dass die
       geforderte „signifikante Ausweitung des Verteilungsvolumens“ nicht erreicht
       werden konnte. Der Kompromiss hat aber auch Positives: Der Kuchen wird
       innerhalb der rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst
       gerechter verteilt.
       
       Es profitieren nicht mehr vorrangig dienstältere KinderpflegerInnen und
       ErzieherInnen in Leitungsfunktionen, auch jüngere ErzieherInnen bekommen
       spürbar mehr, ebenso die SozialarbeiterInnen im Allgemeinen Sozialdienst,
       die bei der Schlichtungsempfehlung noch leer ausgegangen waren.
       
       Gleichwohl ist der Abschluss meilenweit von den Forderungen entfernt, mit
       denen Verdi in den Arbeitskampf gezogen ist. Auch wenn aufgrund der klammen
       Kassen der Städte und Gemeinden nicht mehr drin gewesen sein mag, ist das
       für viele StreikaktivistInnen eine bittere Pille. Dass sie noch einmal
       aufbegehren werden, ist unwahrscheinlich: Die Luft ist raus. Und in der
       Urabstimmung reichen 25 Prozent Zustimmung. Damit dürfte die Strategie von
       Frank Bsirske aufgegangen sein, die Verhandlungen auf die Woche nach dem
       Verdi-Bundeskongress zu vertagen. Die Gewerkschaftsführung wollte den
       Arbeitskampf beenden – und sie hat ihn beendet.
       
       30 Sep 2015
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Pascal Beucker
       
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