URI:
       # taz.de -- Ausschreitungen in Jerusalem: „Steine sind tödliche Waffen“
       
       > Nach den jüngsten Ausschreitungen am Jerusalemer Tempelberg erklärt
       > Netanjahu: Die israelische Polizei soll jetzt härter gegen Randalierer
       > vorgehen.
       
   IMG Bild: Ostjerusalem am Freitag.
       
       Jerusalem/Gaza dpa | Israels Polizei soll in Jerusalem härter gegen
       randalierende Palästinenser vorgehen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
       sagte am Sonntag, die Einsatzregeln für Sicherheitskräfte seien verändert
       worden. Bei jüngsten Ausschreitungen in Jerusalem hätten Polizisten bereits
       „neue Mittel“ eingesetzt, sagte Netanjahu, allerdings ohne Einzelheiten zu
       nennen. Nach Medienberichten darf nach den neuen Anweisungen im Notfall
       auch mit scharfer Munition auf Palästinenser geschossen werden, die Steine
       oder Brandsätze werfen. „Steine und Brandflaschen sind tödliche Waffen, sie
       können töten und haben getötet“, erklärte Netanjahu.
       
       [1][Es gibt Streit um die Nutzung des Tempelbergs] in Jerusalems Altstadt.
       Bei Konfrontationen wurden nach Medienberichten am Freitag mehr als 20
       Palästinenser und drei Grenzpolizisten verletzt. Vor einer Woche war ein
       Autofahrer im arabischen Osten Jerusalems tödlich verunglückt, offenbar
       nachdem sein Fahrzeug mit Steinen beworfen worden war.
       
       Netanjahu bekräftigte am Sonntag, Israel wolle den Status quo auf dem
       Tempelberg nicht verändern. Die Palästinenser haben die Sorge, Israel wolle
       mehr Kontrolle über die Stätte erlangen, die Muslimen und Juden heilig ist.
       Im Prinzip ist es nur Muslimen erlaubt, auf dem Tempelberg zu beten. Zum
       jüdischen Neujahrsfest hatten die israelischen Behörden die Anhöhe aber
       auch für jüdische Besucher geöffnet. Israel verweist auf die
       Religionsfreiheit, die Muslime empfinden Besuche religiöser Juden hingegen
       als Provokation und Übergriff.
       
       [2][Nach Raketenangriffen militanter Palästinenser] bombardierte Israels
       Luftwaffe in der Nacht zum Samstag erneut Ziele im Gazastreifen. Es seien
       drei Terrorstätten im nördlichen Abschnitt beschossen worden, teilte das
       Militär mit. Am Freitag hatten Palästinenser aus dem Gazastreifen erneut
       Raketen auf Israel abgefeuert. In der Grenzstadt Sderot schlug ein Geschoss
       ein. Die Raketenabwehr Eisenkuppel fing eine weitere Rakete in der Luft ab,
       die in Richtung der Küstenstadt Aschkelon abgeschossen worden war.
       
       20 Sep 2015
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Unruhen-in-Israel/!5234163/
   DIR [2] /Raketenangriffe-aus-Gaza/!5234181/
       
       ## TAGS
       
   DIR Tempelberg
   DIR Ost-Jerusalem
   DIR Jerusalem
   DIR Schwerpunkt Nahost-Konflikt
   DIR Gaza
   DIR Tempelberg
   DIR Israel
   DIR Israel
   DIR Tempelberg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Handelsbedingungen im Gazastreifen: Eine Insel als Verbindung zur Welt
       
       Die humanitäre Lage in Gaza verschärft sich, neue Handelswege sind nötig.
       Die Insel oder ein Hafen in Ägypten könnte Besserung bringen.
       
   DIR Unruhen am Tempelberg: Streit um heiligen Ort
       
       Am Jerusalemer Tempelberg ist es wiederholt zu Auseinandersetzungen
       zwischen Muslimen und der Polizei gekommen. Es gab mehrere Verletzte.
       
   DIR Raketenangriffe aus Gaza: Israel greift Lager der Hamas an
       
       Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen am Freitag hat Israel in der
       Nacht Luftangriffe auf Ziele in dem Palästinensergebiet geflogen.
       
   DIR Unruhen in Israel: Wieder Zusammenstöße in Jerusalem
       
       Erneut ist es in Jerusalem und im Westjordanland zu Auseinandersetzungen
       gekommen. Auch in Jordanien gingen tausende Menschen auf die Straße.
       
   DIR Tempelberg-Streit in Jerusalem: Weder Kamel noch Esel
       
       Araber und Juden streiten, wem der Tempelberg in Jerusalem gehört. Wir
       sollten eine gelbe Linie um den Berg ziehen. Und dann ein Schnitzel essen.