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       # taz.de -- Skandal um „Landesverrat“-Ermittlungen: Maaßen verteidigt Strafanzeigen
       
       > Der Verfassungsschutzchef verteidigt seine Anzeigen, die zu Ermittlungen
       > gegen netzpolitik.org führten. Ohne sie wäre seine Behörde nicht
       > arbeitsfähig.
       
   IMG Bild: Findet es doof, dass über seine Netz-Überwachungspläne berichtet wurde: Verfassungsschutz-Chef Maaßen
       
       Berlin afp | In dem Skandal um „Landesverrats“-Ermittlungen gegen
       Journalisten hat Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen die
       Strafanzeigen verteidigt, die zu Ermittlungen gegen die Macher von
       netzpolitik.org führten. Maaßen sagte der Bild am Sonntag, um die weitere
       Arbeitsfähigkeit seiner Behörde „im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus
       sicherzustellen“, sei es notwendig gewesen, „gegen die Herausgabe von als
       vertraulich oder geheim eingestuften Dokumenten“ juristisch vorzugehen. Die
       Strafanzeigen gegen Unbekannt seien im Frühjahr 2015 eingereicht worden.
       
       „Alles Weitere ist nun eine Angelegenheit der Justiz“, sagte Maaßen der
       Zeitung. Die auf der Grundlage von Maaßens Anzeigen aufgenommenen
       Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen Landesverrats gegen zwei
       Redakteure des Portals sowie gegen Unbekannt waren am Donnerstag bekannt
       geworden. netzpolitik.org hatte aus internen Berichten des Bundesamts für
       Verfassungsschutz zitiert. Darin ging es um Pläne, die
       nachrichtendienstliche Überwachung im Netz auszubauen.
       
       Nach einer Welle der Empörung versuchte Generalbundesanwalt Harald Range
       mit der Ankündigung, die Ermittlungen „ruhen zu lassen“ zu deeskalieren.
       Das Verfahren läuft aber weiter. Dazu wollte sich
       Verfassungsschutzpräsident Maaßen nicht äußern.
       
       Zuletzt sah sich Range auch mit zahlreichen Rücktrittsforderungen
       konfrontiert. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach nahm Range in Schutz.
       Die Einleitung von Ermittlungen gegen die Journalisten sei zwar „aus
       rechtlichen und tatsächlichen Gründen“ unverständlich, sagte Bosbach dem
       Handelsblatt. Jedoch müsse deshalb „nicht gleich (der) Rücktritt des
       Generalbundesanwalts“ gefordert werden. „Wer beim Ermittlungsverfahren
       kritisiert, hier würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sollte nicht
       selber ein so großes Kaliber wählen.“
       
       2 Aug 2015
       
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