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       # taz.de -- Kommentar Reschke zeigt Haltung: Kampfansage an die Hater
       
       > Ein Tagesthemen-Kommentar gegen Fremdenhass verbreitet sich viral im
       > Netz. Dabei enthält er nur, was fällig ist: sagen, was nicht geht.
       
   IMG Bild: NDR-Redakteurin Anja Reschke spricht Klartext.
       
       Die Fernsehjournalistin Anja Reschke hat etwas Einfaches getan. Sie hat die
       mediale Plattform der „Tagesthemen“ für einen zuwandererfreundlichen
       Kommentar genutzt. In [1][zwei Minuten Sendezeit] fordert sie etwas im
       Grunde Selbstverständliches ein: Mund aufmachen, Haltung zeigen,
       Fremdenfeinden entgegentreten. Sie fragt, wo in diesen Tagen eigentlich der
       Aufstand der Anständigen bleibt. Gut so.
       
       Das Erstaunliche an diesem Kommentar ist aber nicht die Botschaft, sondern
       seine Rezeption. Das Video wird hunderttausendfach geteilt und kommentiert.
       Reschke selbst erklärt am Ende ihres Beitrags, sie freue sich „jetzt schon
       auf die Kommentare zu diesem Kommentar“. Eine klare Kampfansage an die
       Hater im Netz.
       
       Tatsächlich ist das, was Reschke anprangert – das immer offenere und
       empathielosere Zeigen von Menschenverachtung gegenüber Hilfebedürftigen und
       deren Unterstützern – alles andere als neu. Tag für Tag schreiben und
       senden Redaktionen gegen den rechten Mob an. Trotzdem beginnt diese
       Gesellschaft sich Stück für Stück daran zu gewöhnen, dass brave Bürger
       unter dem Schutz der Meinungsfreiheit immer widerlicher hetzen.
       
       Womöglich gilt es deshalb auch als mutig, derlei offen anzusprechen. Und
       zwar im Fernsehen, im Netz – also jenen Medien, deren Wirkmacht die der
       sterbenden Zeitungen bei weitem überstrahlt. Die rechten Trolle werden
       Reschke dafür niedermachen.
       
       Es ist erstaunlich, wie breit andererseits die Zustimmung für den Kommentar
       der ARD-Journalistin ist. Wie mutig er gefunden wird. Dabei tut Reschke
       nur, was fällig ist: sagen, was nicht geht. „Die Hassschreiber müssen
       kapieren, dass diese Gesellschaft das nicht toleriert“, sagt sie. Ihr
       Kommentar richtet sich also nicht an die vernagelten Fremdenfeinde. Sondern
       an jene, die vom rechten Meinungsfuror eingeschüchtert sind. Denn mitunter
       scheint es, als hätten die Rechten das Feld der öffentlichen Meinung
       besetzt.
       
       6 Aug 2015
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-106579.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anja Maier
       
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