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       # taz.de -- Die Woche: Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?
       
       > Die NSA und die CDU-Spendenaffäre, Guardiolas Abschiedsrunde, ein
       > Parteigründer ohne Partei und ein Bundespräsident ohne Courage.
       
   IMG Bild: Gründet vielleicht bald die „Alternative zur Alternative für Deutschland“ (AZAFD): Bernd Lucke
       
       taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche? 
       
       Friedrich Küppersbusch: Wenn der [1][Grieche schon einknickt], müssen wir
       demnächst selber Opposition gegen die Bundesregierung machen.
       
       Was wird besser in dieser? 
       
       Neuwahl der Regierung alle vier, der Opposition alle zwei Jahre.
       
       Bernd Lucke ist aus der AfD ausgetreten. Treten Sie nach? 
       
       Bin gespannt auf die „Alternative zur Alternative für Deutschland“ (AZAFD).
       Am Ende sah Lucke in seiner Partei [2][seine Meinung unterdrückt], sich von
       irren Minderheiten majorisiert, von Gewalt bedroht. Kurz: So, wie er uns
       vorher Deutschland schilderte. Wie viel von seinen Lehren ist also schlau,
       und wie viel hingegen ist sein Psychomodus, der über kurz oder lang aus
       jedem Umfeld das gleiche Paranoia-Gebilde macht? Es war Kalter Krieg, und
       Kommunisten durften nicht Briefträger noch Zugschaffner werden. Heute ist
       einer Bestallung als staatlich alimentierter Professor zuträglich, eine
       Partei zu führen, von der man nach Jahren merkt, es sei [3][“eine NPD im
       Schafspelz“].
       
       Der Dalai Lama ist 80. Ja? 
       
       Na ja, der Körper, in den Bodhisattva vor 80 Jahren herabstieg aus
       Mitgefühl den Wiedergeborenen gegenüber. Zwei Jahre lebte er als Sohn einer
       armen Bauernfamilie, dann wurde ihm eine umfassende Bildung und Förderung
       im Potala zuteil. Kurz – lassen wir mal alle Religionskritik und
       tibetisch-chinesische Tragödie weg: Sein Leben und Weltruhm sind ein fast
       laborsauberer Beweis dafür, was es bedeutet, allen anderen Bildung zu
       verweigern.
       
       Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Rocker dürfen ihre Kutten tragen.
       Ein Sieg für den gesunden Menschenverstand? 
       
       Ein Freund bei der Dortmunder Kriminalpolizei, der mit seiner Kritik am
       obersten Dienstvorgesetzten nicht namentlich zitiert werden möchte, sagte
       zum [4][Kuttenverbot]: „Da haben wir einmal eine Täterzielgruppe, die sich
       freiwillig durch Berufskleidung kenntlich macht und uns so die Arbeit
       erleichtert – da verbietet der Innenminister das!“
       
       Und noch eine Entscheidung des BGH: Nivea darf sein Blau vorerst behalten.
       Also dieses spezielle „Pantone 280 C“. Alles andere wäre ja auch vermessen,
       oder? 
       
       Tja nun. Wenn [5][Farbe] so behandelt würde wie zum Beispiel Saatgut, wäre
       Monsanto jederzeit in der Lage, einem Dieb wie Mondrian das Handwerk zu
       legen.
       
       Die NSA belauscht die deutschen Kanzler schon mindestens seit Kohl. Dann
       können die Amis doch jetzt endlich die Spendenaffäre aufklären, oder? 
       
       Kohl wollte schon die Stasi-Protokolle seiner Telefonate „am liebsten
       verbrennen lassen“ und wird gewusst haben, warum. Der Ermittlungsarbeit des
       Generalbundesanwaltes zur NSA forderte „Unterlagen von Snowden“ – die
       beiden großen Parteien taten alles, dessen Mitwirkung zu verhindern. Nun
       deutet Exjustizminister Holden an, es könne einen Deal für Snowdens
       Rückkehr in die USA geben. Die Europäer haben es in zwei Jahren offensiv
       vergeigt, hier eine Art Asyl für Snowden einzurichten. Also: „Wenn ihr den
       human zurücknehmt, [6][müssen wir auch gar nichts wissen]“. Als Mitmensch
       Snowdens könnte man das nur schwer kritisieren.
       
       Bastian Schweinsteiger auf dem Sprung Richtung Manchester United, Thomas
       Müller hat Zoff mit Trainer Guardiola. Hat Bayern schon vor Saisonstart
       fertig? 
       
       Abschiedsrunde. Guardiola hat einen Dreijahresvertrag und die ersten beiden
       Anläufe unterperformed: 2014 zwei Titel, 2015 gar nur einen. Danach braucht
       er einen Siegerclub, sonst wird er bis 2020 nicht Nationaltrainer von
       Katar. Also: Er räumt da jetzt mal um, und dann muss es passen.
       
       Am vergangenen Donnerstag hat Bundespräsident Joachim Gauck die jüngsten
       Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte als „widerwärtig“ und „unerträglich“
       kritisiert. Und der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, dass Menschen,
       die keinerlei Aussicht auf ein Aufenthaltsrecht hätten, schneller als
       bisher abgeschoben werden. Politik aus einem Guss? 
       
       Gauck ist seit seiner One-Man-Außenpolitik gegen Russland deutlich
       vorsichtiger geworden und kommentiert hinter anderen, Mutigeren her. Er ist
       als Bundespräsident [7][mal schädlich, mal nutzlos]. Natürlich haben Sie
       recht: Er müsste sich mit der politisch handelnden Ebene auseinandersetzen.
       Das wäre Courage.
       
       Der YouTuber LeFloid hat die Kanzlerin interviewt. Was würden Sie gern von
       ihr wissen? 
       
       Ob sie froh ist, [8][dass es nicht Tilo Jung ist].
       
       Und was machen die Borussen? 
       
       Schlägerei zwischen Ultras und Nazis beim Testspiel der Zweiten in Lünen.
       Wohlgemerkt: BVB-Ultras GEGEN Nazis. Fürs Protokoll.
       
       FRAGEN: AFRO und AW
       
       12 Jul 2015
       
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   DIR [4] http://www.morgenpost.de/vermischtes/article205457655/Teilerfolg-fuer-Rocker-im-Kuttenstreit.html
   DIR [5] http://www.tagesschau.de/wirtschaft/nivea-blau-101.html
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