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       # taz.de -- Kolumne The Final Countdown: Noch 4 Tage bis zur Griechen-Pleite
       
       > Ende der Woche braucht Athen Geld. Doch die Gläubiger haben
       > unterschiedliche Meinungen, was zu tun ist. In Sachen Ukraine geht es
       > unkomplizierter.
       
   IMG Bild: Eine Buslinie in Athen heißt zufällig rote Linie und eine solche wird garantiert irgendjemand übertreten.
       
       Die Schicksalswoche ist gekommen. Am Freitag steht die nächste
       Millionen-Rückzahlung Griechenlands an seine Gläubiger an – doch die Kassen
       sind leer. Steuert die Eurozone auf ihren ersten Zahlungsausfall zu? Droht
       der Rauswurf aus dem exklusiven Euro-Club? Kommt es zu einer neuen
       Weltwirtschaftskrise?
       
       Diejenigen, die es wissen sollten, verweigern die Antwort. Beim Treffen
       seiner G-7-Kollegen in Dresden hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
       Griechenland gar nicht erst auf die Tagesordnung gesetzt.
       
       Was trotzdem nach draußen drang, schafft neue Verwirrung. Schäuble, der
       Hardliner, möchte überhaupt keine Konzessionen machen. Jack Lew, der
       US-amerikanische Finanzminister, fordert mehr Flexibilität.
       
       Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, spielt die
       Gefahr eines Grexits erst herunter – und hatte dann alles ganz anders
       gemeint, Griechenland müsse im Euro bleiben. Drei Verantwortliche, drei
       Meinungen.
       
       Man könnte die Achseln zucken, würden Schäuble, Lew und Lagarde nicht die
       mächtigsten Gläubiger vertreten (die USA sind indirekt als größter
       Anteilseigner beim IWF beteiligt). Die Gläubiger sind offenbar nicht Teil
       der Lösung, sondern Teil des Problems.
       
       Dabei können sie auch anders: Die Ukraine steht nämlich auch kurz vor der
       Pleite. Präsident Petro Poroschenko hat ein Gesetz unterzeichnet, das die
       Rückzahlung von Auslandsschulden verhindern kann. Kiew droht also genau mit
       dem, was Athen unbedingt vermeiden will: dem Zahlungsausfall.
       
       Doch wer glaubt, dass Schäuble auch hier Härte zeigt, täuscht sich. Die
       Ukraine stand in Dresden ganz offiziell auf der Agenda – und wurde mit
       Nachsicht behandelt. Man werde bei der Umstrukturierung der Schulden
       helfen, hieß es. Kiew soll bekommen, was Athen verweigert wird: eine
       Extrawurst zur Lösung der Schuldenkrise.
       
       Die G 7 können offenbar doch – wenn sie wollen. Die Krise in der Ukraine
       ist entschärft, der Countdown in Griechenland geht gnadenlos weiter.
       
       1 Jun 2015
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eric Bonse
       
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