# taz.de -- Russisches Gesetz gegen NGOs: Menschenrechtler wollen bleiben
> Amnesty International und Human Rights Watch bezeichnen das Gesetz als
> „Schlag für die Zivilgesellschaft“. Sie kündigen an, weiter in Russland
> zu arbeiten.
IMG Bild: Will sich nicht beirren lassen: Amnesty-Russland-Chef Sergej Nikitin.
MOSKAU dpa | Trotz des umstrittenen russischen Gesetzes zum Vorgehen der
Behörden gegen „unerwünschte Organisationen“ halten internationale
Menschenrechtsgruppen an der Arbeit in Russland fest.
„Wegen des neuen Gesetzes wird Amnesty International seine Arbeit nicht
ändern“, sagte Amnesty-Russland-Chef Sergej Nikitin der Agentur Interfax am
Montag. Auch Tatjana Lokschina von Human Rights Watch (HRW) bekräftigte,
ihre Organisation wolle unbeirrt in Russland weitermachen.
Das am Samstag veröffentlichte Gesetz ermöglicht es den russischen
Behörden, Nichtregierungsorganisationen (NGO) ohne Vorwarnung auf eine
schwarze Liste zu setzen. Es sieht hohe Geld- und Haftstrafen für Bürger
vor, die mit „unerwünschten Organisationen“ zusammenarbeiten. Die USA
kritisierten dies als Beispiel für die Unterdrückung unabhängiger Stimmen
durch die russische Regierung.
Nikitin bezeichnete das Gesetz als „Schlag für die Zivilgesellschaft“. Es
setze vor allem russische Organisationen unter Druck. Auch Lokschina
meinte, die Regelung richte sich eher gegen einheimische Gruppen als gegen
internationale Akteure. Um HRW in Russland zu schließen, brauche es dieses
Gesetz nicht. „Das kann das Justizministerium zu jedem beliebigen Zeitpunkt
machen“, sagte sie.
25 May 2015
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