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       # taz.de -- Gesetzentwurf von Justizminister Maas: Mehr Rechte für homosexuelle Paare
       
       > Nach dem Erfolg in Irland kündigt Justizminister Heiko Maas einen Schritt
       > Richtung Homo-Ehe in Deutschland an. Vorerst gäbe es aber keine Chance
       > auf eine volle Gleichstellung.
       
   IMG Bild: Yes! Am Samstag in Dublin.
       
       HAMBURG/DUBLIN afp/dpa | Nach dem klaren Ja beim irischen Volksentscheid
       will die Bundesregierung homosexuelle Paare in Deutschland rasch besser
       stellen. Das Bundeskabinett will nach Informationen von Spiegel Online am
       Mittwoch über einen Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD)
       beraten, durch den eingetragene Lebenspartnerschaften rechtlich stärker an
       die Ehe herangeführt werden sollen. „Wir werden in 23 verschiedenen
       Gesetzen und Verordnungen die Vorschriften für die Ehe auf
       Lebenspartnerschaft ausdehnen“, sagte Maas Spiegel Online. Dies sei „ein
       weiterer Schritt auf dem Weg zur umfassenden Gleichstellung“.
       
       Vorgesehen sind laut Bericht etwa Erleichterungen im Zivil- und
       Verfahrensrecht. Künftig sollen homosexuelle Paare etwa die Möglichkeit
       haben, eine Bescheinigung zu beantragen, wenn sie im Ausland eine
       Partnerschaft auf Lebenszeit begründen wollen. Eine solche Bescheinigung
       ist in vielen Staaten erforderlich.
       
       Die neuen Regeln gehen auf den Koalitionsvertrag zurück. Union und SPD
       hatten sich im Jahr 2013 auf die Vereinheitlichungen geeinigt, konnten sich
       jedoch nicht auf eine volle Gleichstellung der eingetragenen
       Lebenspartnerschaften zur Ehe einigen. Justizminister Maas sieht vorerst
       keine Chance auf einen entsprechenden Anlauf. Das Thema bleibe „auf der
       gesellschaftlichen Agenda“, sagte der SPD-Minister dem Online-Magazin. „Zur
       Wahrheit gehört momentan aber auch: In der Koalition mit CDU/CSU ist eine
       vollständige Gleichstellung leider nur schwer realisierbar.“ Die
       stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding warf der SPD vor, sie
       verstecke sich in dieser Frage hinter dem Koalitionspartner.
       
       ## „Bevölkerung weiter, als wir denken“
       
       „Man sollte denken, was die katholischen Iren können, können wir auch“,
       sagte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn der Zeitung Die Welt. „Die
       Bevölkerung ist in diesen Fragen oft weiter, als wir denken.“
       
       Als erstes EU-Land hatte das katholisch geprägte Irland am Freitag in einer
       Volksabstimmung für die völlige Gleichstellung der Ehe
       gleichgeschlechtlicher Paare votiert. Die Mehrheit für die nötige
       Verfassungsänderung war mit 62,1 gegen 37,9 Prozent überwältigend.
       
       Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt zeigte sich
       zuversichtlich, dass das Votum der Iren die Gleichstellung in Deutschland
       beschleunigt. „Die Merkel-Union wird die Debatte um die Ehe für alle nicht
       einfach aussitzen können.“ Deutschland sei mit dem
       Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 Vorreiter der Gleichstellung gewesen.
       Inzwischen „hat uns sogar Irland überholt“, kritisierte Göring-Eckardt in
       der Welt.
       
       Ähnlich wie in Deutschland stand homosexuellen Paaren in Irland bisher nur
       die Möglichkeit der eingetragenen Lebenspartnerschaft offen. Die
       katholische Kirche stemmte sich vergeblich gegen eine weitere
       Gleichstellung. Viele Schwule und Lesben feierten dagegen den Erfolg des
       Referendums in der Straßen und Pubs von Dublin. Zahlreiche Prominente
       gratulierten Irland, darunter US-Vizepräsident Joe Biden, die
       Schriftstellerin JK Rowling und der Popsänger Ronan Keating.
       
       ## „Ein großer Tag für Irland“
       
       Die Regierung des konservativen Premierministers Enda Kenny hatte sich
       vehement für die Zulassung der Homo-Ehe eingesetzt. Kenny lobte die hohe
       Wahlbeteiligung. Allein 60.000 Menschen hatten sich eigens für die
       Abstimmung ins Wahlregister eingetragen. Viele im Ausland lebende Iren
       kamen in ihre Heimat zurück, um abstimmen zu können.
       
       „Das ist ein großer Tag für Irland“, sagte Gesundheitsminister Leo
       Varadkar. Er hatte erst im Januar seine Homosexualität öffentlich gemacht.
       Bis 1993 waren gleichgeschlechtliche Beziehungen in Irland noch strafbar.
       Die Organisation Mothers and Fathers Matter, die gegen die Reform gekämpft
       hatte, gab sich geschlagen: Die Regierung habe das Ergebnis mit
       Versprechungen zu Leihmutterschaft und Adoption erreicht. „Viele Wähler
       haben das geglaubt, jetzt muss es auch eingehalten werden.“
       
       24 May 2015
       
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