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       # taz.de -- Auf dem Seeweg: Ab nach Helsinki
       
       > Wochentags im Hafen von Travemünde. Gähnende Leere. Ist er überhaupt
       > geöffnet?
       
   IMG Bild: Hafen in Helsinki
       
       Schließlich soll hier um 19 Uhr das Schiff nach Helsinki ablegen. Immerhin:
       In der Cafeteria sitzt jemand und hält sich an der Kaffeetasse fest. Ich
       setze mich an den Nebentisch, bestelle Kaffee. "Josef", stellt sich der
       Wartende vor, nachdem wir Brigitte gegen Bild und Zucker gegen Milch
       getauscht haben. Er komme aus Ungarn und fahre mit dem Schiff nach
       Helsinki, erzählt er. Das verschaffe ihm die nötigen Ruhepausen bei der
       Fahrerei mit dem Lastwagen. Er ist Fernfahrer. Er warte seit gestern. Und
       langweilt sich.
       
       Der Frau am Tresen hat er schon alle Bilder seiner Tochter gezeigt, alle
       Ehedramen erzählt, die magere Speisekarte rauf und runter probiert. Die
       Schiffsreise nach Finnland mache er regelmäßig, berichtet er weiter. Das
       sei die reine Erholung vom monotonen Fahren. Er schätze die Abende mit
       Kollegen, Gespräche, Kartenspielen, Ausruhen.
       
       In dem nach Helsinki fahrenden Schiff der luxuriösen Hansa-Klasse mit ihren
       Außenbordkabinen fahren neben einigen Touristen vor allem Trucker wie Josef
       mit. Sie treffen sich an der Bar, im Restaurant oder sitzen im Wohnzimmer
       der Trucker mit riesigem TV, Kaffee- und Waschmaschine. Das Essen an Bord
       mit reichlich Fisch, Obst, Salat und verschiedenen warmen Gerichten ist
       ausgesprochen gut, der Fitnessbereich schlicht mit obligatorischer Sauna
       und Sportrad.
       
       Auch der finnische Filmemacher Aki Kaurismäki, bislang mein einziger
       Bezugspunkt zum unbekannten Helsinki, setzt meistens im Schiff zum
       Deutschlandbesuch über, wie er in einem Interview gestand. Die Atmosphäre
       hier an Bord passt zumindest in seine Filme: unaufgeregt, bodenständig,
       ganz normal ganz anders. Beim Einlaufen im Hafen von Helsinki, das wir beim
       Frühstück morgens um sechs Uhr beobachten, grüßt Josef ein letztes Mal und
       steckt mir eine Tüte türkischen Pfeffer zu.
       
       Tipp: Im Rahmen einer 4-tägigen Seereise mit Finnlines bleiben immerhin 12
       Stunden Zeit, um Helsinki zu besichtigen und abends wieder zurückzufahren.
       
       [1][www.ferrycenter.fi/finnlines.de]
       
       18 Dec 2007
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.ferrycenter.fi/finnlines.de
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Edith Kresta
       
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