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       # taz.de -- Förderung von Gebäudesanierung gekürzt: Flop beim Emissionshandel
       
       > Die CO2-Zertifikate bringen dem Bund zu wenig Geld. Jetzt kürzt er die
       > ohnehin zu niedrig angesetzten Förderprogramme zur Gebäudesanierung.
       
   IMG Bild: Montage von Wärmedammplatten in Schleswig-Holstein.
       
       FREIBURG taz | Die Bundesregierung halbiert die Förderung für die
       Altbaudämmung: Das Bundesfinanzministerium offenbarte nach einer Anfrage
       der Grünen, dass von den geplanten 1,5 Milliarden Euro für das
       CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im
       Jahr 2012 zunächst nur 750 Millionen Euro ausgezahlt werden.
       
       Nicht nur bei Umweltverbänden stieß diese Nachricht auf Kritik, auch der
       Deutsche Mieterbund (DMB) warnte vor einem Scheitern der angekündigten
       Energiewende. Der Grund der Kürzung: Im Energie- und Klimafonds, aus dem
       die Programme zur Energiewende finanziert werden, fehlt Geld. Dieses
       Sondervermögen, das Schwarz-Gelb eingeführt hat, wird vom Emissionshandel
       gespeist, indem die Bundesrepublik einen Teil der Emissionszertifikate an
       die Luftverschmutzer verkauft.
       
       Weil aber in der EU viel zu viele Zertifikate ausgegeben wurden, liegt ihr
       Preis nicht wie veranschlagt bei 17 Euro je Tonne Kohlendioxid, sondern nur
       zwischen 7 und 8 Euro. Somit trifft die zu großzügige Vergabe von
       Emissionsrechten das Klima doppelt: Die Unternehmen erhalten durch den
       geringen Preis wenig Anreiz, klimafreundlicher zu produzieren. Und es fehlt
       Geld für die Wärmedämmung von Altbauten.
       
       Seit Jahren liegt die Sanierungsquote von Wohnhäusern bei nur etwa 1
       Prozent. Damit die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichbar sind,
       müsste der Gebäudebestand in den kommenden 30 bis 40 Jahren umfassend
       energetisch saniert werden, was eine jährliche Sanierungsquote von 3
       Prozent ergäbe. Doch die ist mit ständig wechselnden Förderkonditionen und
       entsprechender Verunsicherung von Investoren nicht zu erreichen.
       
       Die Mieterlobby fordert unterdessen, dass für das Gebäudesanierungsprogramm
       jährlich 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Nur dann sei es
       realistisch, die Sanierungsquote im Wohnungsbestand zumindest zu
       verdoppeln. Schon die von der Bundesregierung zugesagte Summe von jährlich
       1,5 Milliarden Euro sei unzureichend gewesen, sagt DMB-Direktor Lukas
       Siebenkotten. Die Kürzung bedeute gar "das Aus für die Klimaschutzziele der
       Bundesregierung".
       
       30 Jan 2012
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Bernward Janzing
       
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