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       # taz.de -- Kommentar Umgang mit Salafisten: Beihilfe zum Dschihad
       
       > Einen deutschen Islamisten abzuschieben statt an der Ausreise zu hindern,
       > ist absurd. Es täuscht über eigenes Versagen hinweg – und ist gefährlich.
       
   IMG Bild: Parolen vom oder für den Stammtiasch: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
       
       Das Weltbild des Erhan A. ist erschreckend schlicht. Der 22-jährige
       Nachwuchs-Salafist findet den „Islamischen Staat“ irgendwie super,
       verharmlost dessen Gräueltaten und verteidigt die Enthauptung westlicher
       Geiseln, weil [1][„ich glaub, das steht irgendwo im Koran“]. Dümmer geht’s
       nimmer. Die Reaktion des bayrischen CSU-Innenministers Joachim Herrmann ist
       allerdings auch bemerkenswert einfältig. Nachdem er offenbar erst aus der
       Zeitung erfahren hat, wie der polizeibekannte Salafist aus Kempten im
       Allgäu so tickt, will er ihn prompt in die Türkei abschieben.
       
       Der Umgang mit Erhan A. macht das ganze Dilemma des deutschen Umgangs mit
       radikalen Islamisten wie Erhan A. deutlich. Jahrelang hat die
       Bundesrepublik deren Ausreise in den syrischen Bürgerkrieg nicht nur
       gebilligt, sondern teilweise sogar aktiv befördert, nach dem Motto: aus den
       Augen, aus dem Sinn. Sollten doch andere sehen, wie sie mit diesen
       Verlierern der deutschen Gesellschaft fertig werden.
       
       Doch jetzt, wo der „Islamische Staat“ auch für die Bundesrepublik zu einer
       Gefahr geworden ist und sich die Bundeswehr am Kampf gegen dessen Milizen
       beteiligt, hat sich die Haltung gedreht. Nun denkt die Union darüber nach,
       Dschihad-Sympathisanten nicht nur den Pass, sondern auch den
       Personalausweis wegzunehmen, um sie an einer Ausreise zu hindern.
       
       Der bayerische Innenminister scheint diesen Kurwechsel aber noch nicht
       mitbekommen zu haben. Denn abgesehen davon, dass es fragwürdig ist,
       jemanden wie Erhan A. alleine wegen einer Meinungsäußerung ins Ausland
       abzuschieben, und falsch obendrein, die eigenen Integrationsprobleme auf
       die Türkei abwälzen zu wollen, wie es die CSU gerne tut, wirkt es unter den
       aktuellen Umständen nur absurd, ausgerechnet einen IS-Sympathisanten in die
       Türkei abzuschieben: Es klingt wie Beihilfe zum Dschihad.
       
       5 Oct 2014
       
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   DIR [1] http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/42259/Ich-glaub-das-steht-irgendwo-im-Koran
       
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   DIR Daniel Bax
       
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