# taz.de -- Kommentar Asiatische Entwicklungsbank: Peking schafft neuen Proporz
> Es ist zu begrüßen, dass die asiatische Entwicklungsbank den Weltmarkt
> aufmischt – als Gegengewicht zur Weltbank und zum IWF.
IMG Bild: Wall Street in New York: Dem US-Kapital wird ein Teil seiner Macht genommen.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer beklagen seit Jahren den unfairen
Stimmenproporz in den bestehenden Finanzorganen Weltbank und
Internationalem Währungsfonds (IWF). So verfügen die USA im IWF über eine
Sperrminorität, Deutschland, Großbritannien und Frankreich gemeinsam
ebenso.
China, inzwischen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, und auch die
anderen Schwellenländer haben nur wenig zu sagen. Doch außer vagen
Absichtserklärungen hat sich an diesem Stimmenproporz nichts getan. Nun
rächt sich diese Ignoranz.
Die chinesische Führung macht Ernst und initiiert mit der Asiatischen
Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) eine neue Entwicklungsbank – und zwar
nach ihren Vorgaben. Und die Resonanz ist groß.
Zwar dürften den 27 Staaten, die ihre Teilnahme zugesagt haben, klar sein,
dass Peking bei dieser neuen Finanzinstitution den Ton angeben wird. Doch
das ist bei Weltbank und IWF nicht anders. Genauso wie diese beiden Organe
immer wieder Werkzeuge der US-Politik sind, bedient sich nun auch China
dieses Instruments. Demokratisch ist keine dieser Institutionen.
Vorerst bleibt es unrealistisch, dass es in internationalen Beziehungen
eine wirklich neutrale Instanz gibt, die nicht von einer Großmacht
dominiert wird. Daher ist es zu begrüßen, dass mit Chinas Entwicklungsbank
nun eine ernsthafte Konkurrenz zu IWF und Weltbank entsteht.
Kleinere Mächte wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben die
Machtverschiebung erkannt und wollen sich mit ihrer Teilnahme an Chinas
Entwicklungsbank die Option offen halten, künftig mit beiden Seiten zu
kooperieren. Damit verhalten sie sich nicht besser, aber auch nicht
schlechter als China und die USA. Altruismus spielt im Umgang der Staaten
auch künftig keine Rolle.
17 Mar 2015
## AUTOREN
DIR Felix Lee
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