# taz.de -- Reaktion auf Krieg im Jemen: Gemeinsame Armee aufbauen
> Die Arabische Liga gründet eine Eingreiftruppe, um auf den Konflikt im
> Jemen zu reagieren. Saudi-Arabien setzt die Angriffe auf Stellungen der
> Huthi-Rebellen fort.
IMG Bild: Gemeinsame Truppen sollen her: die Arabische Liga, hier bei einem Treffen ihrer Minister in Ägypten Anfang März.
SANAA/SCHARM EL SCHEICH dpa/afp | Die arabischen Staaten wollen eine
gemeinsame Eingreiftruppe aufbauen, die schnell auf Krisen in der Region
reagieren soll. Das beschlossen die Außenminister der Liga bei einem
Treffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich, wie ägyptische Medien am
Donnerstagabend berichteten.
Die gemeinsame Truppe solle eingreifen, wenn Sicherheit und Frieden in der
arabischen Welt bedroht seien, etwa durch Terrorismus und die Aktivität
terroristischer Gruppen, sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga,
Nabil al-Arabi.
Das Vorhaben soll ab Samstag auf dem zweitägigen Gipfeltreffen der
Staatschefs der Arabischen Liga diskutiert und abgesegnet werden. Mit der
neuen Truppe reagieren die arabischen Staaten auf die zahlreichen
bewaffneten Konflikte und den Vormarsch von Extremisten in der Region. Der
Beschluss der Außenminister kommt nur einen Tag, nachdem Saudi-Arabien und
mehrere weitere arabische Staaten mit Luftangriffen auf schiitische
Huthi-Rebellen im Jemen begonnen haben.
Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten haben militärisch in
den Konflikt im Jemen eingegriffen. Saudiarabische Kampfflugzeuge
bombardierten in der Nacht zum Donnerstag und im Laufe des Tages Stellungen
der schiitischen Huthi-Rebellen, die sich seit Monaten im Jemen auf dem
Vormarsch befinden und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi stürzen wollen.
Dieser floh ins Ausland und setzte sich nach Riad ab.
Nach Angaben örtlicher Beamter und von Augenzeugen wurde am Donnerstagabend
unter anderem der von den Huthi-Rebellen kontrollierte Militärstützpunkt
Al-Tarik in der drittgrößten Stadt Taes im Südwesten des Landes aus der
Luft angegriffen. In der Nacht hatte die Militärallianz Huthi-Stellungen in
der Hauptstadt Sanaa bombardiert.
## Arabische Liga steht hinter den Luftangriffen
Der saudiarabische Botschafter in den USA, Adel al-Dschubeir, sagte am
Mittwoch in Washington, der Militäreinsatz diene dazu, die „legitime
Regierung“ des Jemen zu unterstützen. Es müsse verhindert werden, dass die
Huthi-Miliz das Land unter ihre Kontrolle bringe. Die Arabische Liga
erklärte, sie stehe „geschlossen“ hinter den Luftangriffen. Die
EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, die Luftangriffe hätten die
ohnehin fragile Lage im Jemen weiter verschlechtert.
Al-Dschubeir sprach von einer „Koalition von mehr als zehn Ländern“, die
sich an dem Einsatz beteiligten. Nach Informationen des Senders Al-Arabija
hat Saudi-Arabien 150.000 Soldaten und hundert Kampfflugzeuge mobilisiert.
Die Vereinigten Arabischen Emirate stellen demnach 30 Kampfflugzeuge,
Bahrain und Kuwait jeweils 15 Kampfjets, zehn weitere kommen aus Katar.
Die Huthis hatten im Januar den Präsidentenpalast in Sanaa erobert, Hadi
war deshalb in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. In den vergangenen
Tagen hatte es widersprüchliche Informationen über seinen Verbleib gegeben.
Am Donnerstag bestätigte dann die amtliche Nachrichtenagentur Spa, dass er
in der saudiarabischen Hauptstadt Riad eingetroffen sei.
27 Mar 2015
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