URI:
       # taz.de -- AfD gibt Asylpolitik Mitschuld an Tröglitz: Volkes Wille wird missachtet
       
       > Die AfD meint, die „Massenzuwanderung“ sei für den Brandanschlag in
       > Tröglitz mitverantwortlich. Dort wohnt zurzeit kein einziger
       > Asylbewerber.
       
   IMG Bild: Fühlen sich für „Mehrheitsmeinungen“ zuständig: André Poggenburg (l.) und Bernd Lucke von der AfD
       
       BERLIN taz | Die 40 Flüchtlinge, die nach Tröglitz kommen sollten, hätten
       den Ausländeranteil in der Stadt um 1,8 Prozent erhöht. Für die regionale
       AfD-Spitze offenbar zu viel. Angesichts solcher „Massenzuwanderung“ wundert
       es sie nicht, dass Bürger zu Feuerzeug und Benzinkanister greifen.
       
       Am Sonntag postete André Poggenburg, Landeschef der Partei und
       Kreisvorsitzender im Burgendlandkreis, in dem auch Tröglitz liegt, einen
       [1][Text auf der Facebook-Seite der AfD Sachsen-Anhalt]: Zwar sei der
       Anschlag „klar abzulehnen“, die AfD distanziere sich „offen und entschieden
       von solchem Vorgehen“.
       
       Doch das Aber folgt auf dem Fuße, damit keine Missverständnisse aufkommen
       auch gleich in Versalien geschrieben: „ABER, die Frage nach Ursache und
       Wirkung, nach Schuld und Mitschuld, muss ebenso offen und entschieden
       gestellt werden!“ Selbstredend muss sie dann auch beantwortet werden. Und
       das tut Poggenburg so: Durch die „Nichteinhaltung des bestehenden
       Asylgesetzes“ und „unterlassene Abschiebungen“ sowie durch die
       „fortlaufende Missachtung des Willens eines Großteils der Bevölkerung,
       gerade in solch brisantem Bereich wie der Massenzuwanderung“, komme es zu
       „lokal unerträglichen Zuständen“.
       
       Zur Erinnerung: In Tröglitz wohnt noch kein einziger Asylbewerber. Diese
       „unerträglichen Zustände“ wiederum „münden in ebenso unerträglichen
       Gegenreaktionen“, so der AfD-Politiker. „Hier haben sich nicht nur einige
       Straftäter direkt sondern auch die etablierte Politik mindestens indirekt
       schuldig gemacht!“ Kurzum: Wer die Asylbewerber nicht abschiebt, trägt eine
       Mitschuld daran, dass deren Heime angezündet werden. Poggenburg räumt ein,
       dass sich „neben besorgten Bürgern“ auch „Rechtsradikale“ an den Protesten
       gegen die Aufnahme der Zuwanderer in Tröglitz beteiligt haben. Doch das sei
       nicht verwunderlich.
       
       „Wer“, so fragt er, habe schließlich „den Nährboden dafür bereitet“? Die,
       die sich „den Anliegen eines Großteils der Bevölkerung hochmütig
       verschließen“. Das Anliegen ist offenbar, keine Ausländer ertragen zu
       müssen. Dieses Bürgerinteresse missachte die herrschende Asylpolitik.
       Poggenburg: „Wer diktiert 'Aufnahmebereitschaft' von oben herab ohne sich
       um die wirklich vorhandene Bereitschaft der einheimischen Bürger zu
       scheren?“
       
       Die Klientel goutiert so klare Worte. Vielen Menschen „gefällt das“.
       
       7 Apr 2015
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.facebook.com/SachsenAnhalt.AfD/posts/769486223166122
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Christian Jakob
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwerpunkt AfD
   DIR Flüchtlinge
   DIR Tröglitz
   DIR Brandanschlag
   DIR Asylsuchende
   DIR Abschiebung
   DIR Schwerpunkt AfD
   DIR Sachsen-Anhalt
   DIR Heime
   DIR Schwerpunkt AfD
   DIR Flüchtlinge
   DIR Tröglitz
   DIR Flüchtlinge
   DIR Schwerpunkt Rechter Terror
   DIR Schwerpunkt Rassismus
   DIR Schwerpunkt Rassismus
   DIR Zivilgesellschaft
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Rechtsbewegung der AfD: Poggenburg in bester Gesellschaft
       
       Ein AfD-Landeschef diskutiert mit Rechtsextremen über Asylpolitik – und das
       auch noch in Tröglitz. Eingeladen hatte das „Compact“-Magazin.
       
   DIR Flüchtlinge in Tröglitz: Landrat garantiert nicht für Sicherheit
       
       Die Polizei in Tröglitz will mit Kameras weitere Angriffe auf die
       Asylbewerberunterkunft verhindern. Der Landrat ist skeptisch, ob
       Flüchtlinge in der Stadt sicher sind.
       
   DIR Flüchtlingspolitik in Berlin: Die Heimsuchung des Senats
       
       Das Chaos regiert: Unterkünfte ohne Mindeststandards, keine Verträge, keine
       Vergabe – und umstrittene private Betreiber bekommen viele Aufträge.
       
   DIR Stadtrat in Essen: Jetzt wieder ohne AfD
       
       Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr zog die AfD erstmalig in den
       Essener Rat ein. Jetzt ist sie wieder ganz draußen.
       
   DIR Nach dem Brandanschlag in Tröglitz: Sie ächten oder salonfähig machen
       
       Der Anschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft könnte
       Fremdenfeindlichkeit fördern, fürchten Experten. Die Polizei sucht derweil
       nach den Tätern.
       
   DIR Rechte Gesinnung in Deutschland: Tröglitz ist kein Einzelfall
       
       Anschläge mit rechtsradikalem Hintergrund gibt es bundesweit. In
       Sachsen-Anhalt sind ausländerfeindliche Einstellungen aber besonders
       verbreitet.
       
   DIR Kommentar Tröglitz: Auf keinen Fall zurückweichen
       
       Nach dem Brandanschlag in Tröglitz ist die Bundespolitik gefordert. Sie
       muss klare Aussagen treffen und sich vor Bürger und Flüchtlinge stellen.
       
   DIR Neue Flüchtlingsunterkünfte in Tröglitz: „Wir weichen keinen Schritt zurück“
       
       Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts will nach dem Anschlag in Tröglitz
       neue Wohnungen für Asylbewerber finden. Für seinen Plan erhält er viel
       Unterstützung.
       
   DIR Nach dem Brandanschlag in Tröglitz: „Die Rechten profitieren vom Rückzug“
       
       NPD und subkulturelle Nazis geben sich unpolitisch und scheinbar bürgernah
       – mit Erfolg, sagt der Rechtsextremismus-Experte David Begrich.
       
   DIR Kommentar Brandanschlag in Tröglitz: Die Barbarisierung des Abendlandes
       
       Gewaltdelikte und verbale Pöbeleien gegen Flüchtlinge und Ausländer nehmen
       exponentiell zu. Die NPD hat dafür den Boden bereitet.
       
   DIR Tröglitz nach dem Brandanschlag: Das Dorf und die Schande
       
       Ein Flüchtlingsheim hat gebrannt. Der Ministerpräsident ist angereist. Die
       Menschen kommen zusammen – aber in verschiedenen Grüppchen.