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       # taz.de -- 35 Tote bei schwerem Anschlag: IS mordet erstmals in Afghanistan
       
       > Ein Selbstmordattentäter richtete in Ostafghanistan ein Blutbad an. Die
       > Taliban verurteilen die Tat - die Terrormiliz IS bekennt sich, erstmals
       > in Afghanistan.
       
   IMG Bild: Der Selbstmordanschlag auf eine Bank in Dschalalabad forderte 35 Todesopfer.
       
       KABUL dpa | Nach einem [1][schweren Selbstmordattentat mit mindestens 35
       Toten] hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erstmals zu einem
       solchen Anschlag in Afghanistan bekannt. „Der Angriff wurde von Abu
       Mohammed verübt, der zu uns gehört“, sagte ein Kommandeur des
       pakistanischen Ablegers der Terrormiliz am Samstag. Ziel des schwersten
       Anschlags seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan seien
       Mitarbeiter der Regierung gewesen. Auch Präsident Aschraf Ghani sagte, der
       IS habe die Verantwortung übernommen. Die afghanischen Taliban verurteilten
       den Anschlag.
       
       Ein Selbstmordattentäter riss am Samstag im belebten Zentrum der
       ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad mindestens 34 Menschen mit
       in den Tod, wie ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde sagte. 115
       Menschen seien verletzt worden. Der Sprecher der Regierung der Provinz
       Nangarhar, Ahmad Sia Abdulsai, sagte: „Die meisten der Toten und Verletzten
       sind unschuldige Zivilisten.“ Der Attentäter habe sich während der
       Hauptgeschäftszeit in die Luft gesprengt. Am Anschlagsort seien Läden, eine
       Bankfiliale und Behörden.
       
       Die IS-Gruppe, die die Verantwortung für den Anschlag übernahm, besteht vor
       allem aus Extremisten, die sich von den pakistanischen Taliban (TTP)
       abgespalten haben. Nach Angaben aus pakistanischen Militärkreisen operiert
       die Bande vom Stammesgebiet Orakzai im Grenzgebiet zu Afghanistan aus.
       
       Nach Polizeiangaben detonierte am Anschlagsort in Dschalalabad einige
       Minuten später eine an einem Motorrad versteckte zweite Bombe, die keine
       Opfer forderte. bei einem Sprengstoffanschlag in dem an Dschalalabad
       angrenzenden Distrikt Behsud wurden kurz darauf ein Zivilist getötet und
       drei weitere verletzt, wie Abdulsai sagte. Der Sprengsatz sei magnetisch an
       einem Auto angebracht gewesen.
       
       ## UNO verurteilt den Anschlag
       
       ## 
       
       Die Vereinten Nationen teilten mit: „Die andauernden Selbstmordanschläge in
       dicht besiedelten Gegenden, die mit Sicherheit eine große Anzahl
       afghanischer Zivilisten töten und verstümmeln, könnten auf ein
       Kriegsverbrechen hinauslaufen.“ Präsident Ghani sprach von einem „feigen
       Terrorakt, der auf unschuldige Zivilisten abzielte“. Das pakistanische
       Außenministerium erklärte, Angriffe auf Unbeteiligte könnten durch nichts
       gerechtfertigt werden.
       
       In der südostafghanischen Provinz Ghasni enthaupteten Unbekannte vier
       schiitische Zivilisten. Der Sprecher der Provinzregierung, Nang Safi,
       sagte, die Angehörigen der religiösen Minderheit seien vor einigen Tagen
       entführt worden. Ihre Leichen seien am Samstag entdeckt worden.
       
       Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen deutlich
       zugenommen. Der Nato-Kampfeinsatz lief zum Jahreswechsel aus. Er wurde von
       einer kleineren Mission namens „Resolute Support“ zur Ausbildung und
       Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte abgelöst.
       
       18 Apr 2015
       
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