5:1 Die Ausweisung der Unreinen: 5,1-4 Der Herr sprach zu Mose: [1-4: Zur Unreinheit bei Aussatz vgl. die Anmerkung zu Lev 13,1-46 und die Einleitung zu Lev. - Alles, was mit dem Tod zusammenhaengt, also auch Leichen und Graeber, wird fuer unrein erklaert, um den Totenkult, wie er bei den Nachbarvoelkern ueblich war, abzuwehren.] 5:2 Befiehl den Israeliten, jeden aus dem Lager zu schicken, der an Aussatz oder an einem Ausfluss leidet, und jeden, der sich an einer Leiche verunreinigt hat. 5:3 Ob Mann oder Frau, schickt sie weg, weist sie aus dem Lager hinaus! Sie sollen nicht das Lager unrein machen, in dem ich mitten unter ihnen wohne. 5:4 Die Israeliten taten, was der Herr gesagt hatte, und schickten sie aus dem Lager. Wie der Herr es Mose gesagt hatte, so machten sie es. 5:5 Schadenersatz und Abgaben ans Heiligtum: 5,5-10 Der Herr sprach zu Mose: 5:6 Sag zu den Israeliten: Wenn ein Mann oder eine Frau etwas, was dem Herrn gehoert, veruntreut hat, also eine von den Suenden begangen hat, wie sie bei Menschen vorkommen, dann ist dieser Mensch schuldig geworden. 5:7 Sie sollen die Suende, die sie begangen haben, bekennen, und der Schuldige soll das, was er schuldet, voll ersetzen und dem, an dem er schuldig geworden ist, noch ein Fuenftel dazugeben. 5:8 Wenn aber der Anspruchsberechtigte keinen Loeser hat, dem der Schuldige Ersatz leisten koennte, dann gehoert der geschuldete Betrag dem Herrn zugunsten des Priesters, ebenso wie der Suehnewidder, mit dem der Priester fuer ihn die Suehne erwirkt. [Zum Loeser vgl. die Anmerkung zu Lev 25,25.] 5:9 Dem Priester gehoeren auch alle Weihegeschenke, die die Israeliten zu ihm bringen. 5:10 Jeder kann selbst bestimmen, was er als Weihegeschenk geben will; was er aber dem Priester gibt, gehoert dem Priester. [Der Sinn von H ist unklar.] 5:11 Das Eifersuchtsordal: 5,11-31 Der Herr sprach zu Mose: 5:12 Rede zu den Israeliten und sag ihnen: Angenommen, eine Frau geraet auf Abwege, sie wird ihrem Mann untreu, 5:13 und ein anderer Mann schlaeft mit ihr, ohne dass es ihr Mann merkt, angenommen also, sie ist unrein geworden, ohne dass es entdeckt wird, und es gibt keine Zeugen, weil sie nicht ertappt worden ist, 5:14 der Mann aber schoepft Verdacht und wird eifersuechtig auf seine Frau, die wirklich unrein geworden ist; angenommen aber auch, er schoepft Verdacht und wird auf seine Frau eifersuechtig, obwohl sie in Wirklichkeit nicht unrein geworden ist: 5:15 In einem solchen Fall soll der Mann seine Frau zum Priester bringen und soll zugleich die fuer sie vorgesehene Opfergabe mitbringen: ein zehntel Efa Gerstenmehl. Er darf kein Oel darauf giessen und keinen Weihrauch darauf streuen; denn es ist ein Eifersuchtsopfer, ein Opfer zur Ermittlung der Schuld. 5:16 Der Priester fuehrt die Frau hinein und stellt sie vor den Herrn. 5:17 Er nimmt heiliges Wasser in einem Tongefaess; dann nimmt er etwas Staub vom Fussboden der Wohnstaette und streut ihn in das Wasser. 5:18 Dann stellt der Priester die Frau vor den Herrn, loest ihr Haar und legt ihr das Ermittlungsopfer, das heisst das Eifersuchtsopfer, in die Haende; der Priester aber haelt das bittere, fluchbringende Wasser in der Hand. 5:19 Dann beschwoert der Priester die Frau und sagt zu ihr: Wenn kein Mann mit dir geschlafen hat, wenn du deinem Mann nicht untreu gewesen, also nicht unrein geworden bist, dann wird sich deine Unschuld durch dieses bittere, fluchbringende Wasser erweisen. 5:20 Wenn du aber deinem Mann untreu gewesen, wenn du unrein geworden bist und wenn ein anderer als dein eigener Mann mit dir geschlafen hat - 5:21 und nun soll der Priester die Frau mit einem Fluch beschwoeren und zu ihr sprechen -, dann wird der Herr dich zum sprichwoertlichen Beispiel fuer einen Fluch und Schwur in deinem Volk machen. Der Herr wird deine Hueften einfallen und deinen Bauch anschwellen lassen. 5:22 Dieses fluchbringende Wasser wird in deine Eingeweide eindringen, so dass dein Bauch anschwillt und deine Hueften einfallen. Darauf soll die Frau antworten: Amen, amen. 5:23 Der Priester aber schreibt diese Flueche auf und wischt die Schrift sodann in das bittere Wasser. [Von Segens- und Fluchformeln erwartet man im Alten Orient, dass von ihnen die Macht ausgeht, das darin Gesagte herbeizufuehren. Sie gewinnen nach dem Glauben jener Zeit noch an Kraft, wenn man sie aufschreibt (vgl. die Anmerkung zu Lev 5,1).] 5:24 Dann gibt er der Frau das bittere, fluchbringende Wasser zu trinken, damit dieses Fluchwasser in sie eindringt und ihr bittere Schmerzen bereitet. 5:25 Der Priester nimmt aus der Hand der Frau das Eifersuchtsopfer, schwingt die Opfergabe vor dem Herrn hin und her und bringt sie so dar; dann legt er sie auf den Altar. 5:26 Der Priester nimmt von der Opfergabe eine Handvoll als Gedaechtnisanteil weg und laesst ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen. Dann erst laesst er die Frau das Wasser trinken. 5:27 Sobald er sie das Wasser hat trinken lassen, wird das fluchbringende Wasser in sie eindringen und bittere Schmerzen bewirken, falls sie unrein und ihrem Mann untreu geworden ist: Es wird ihren Bauch anschwellen und ihre Hueften einfallen lassen, so dass die Frau in ihrem Volk zum sprichwoertlichen Beispiel fuer einen Fluch wird. 5:28 Wenn sie aber nicht unrein geworden, sondern rein ist, dann wird sich zeigen, dass sie unschuldig ist, und sie kann weiterhin Kinder bekommen. 5:29 Das ist das Eifersuchtsgesetz fuer den Fall, dass eine Frau ihren Mann betruegt und unrein geworden ist 5:30 oder dass ein Mann gegen seine Frau Verdacht schoepft, auf sie eifersuechtig wird und sie vor den Herrn treten laesst. Wenn der Priester dieses Gesetz auf sie anwendet, 5:31 dann ist der Mann von Schuld frei, die Frau aber muss die Folgen ihrer Schuld tragen.