URI:
   DIR Return Create A Forum - Home
       ---------------------------------------------------------
       Station13
  HTML https://station13.createaforum.com
       ---------------------------------------------------------
       *****************************************************
   DIR Return to: Artikel aus der Presse
       *****************************************************
       #Post#: 251--------------------------------------------------
       Die Lebenslust des frühen Islam
   DIR By: Ben
       Date: June 10, 2012, 9:39 am
       ---------------------------------------------------------
       Erotische Darstellungen in jordanischem Wüstenschloss
       Die Lebenslust des frühen Islam
       Von Taylor Luck (dpa)
       * Wandmalereien lassen auf freizügige Moralvorstellungen
       schließen.
       Asrak. Antike Wandmalereien in Jordanien werfen ein neues Licht
       auf die Moralvorstellungen der islamischen Kalifen im frühen
       Mittelalter. Die omajadischen Herrscher über den Orient im
       achten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung waren
       möglicherweise sehr viel freizügiger als bisher angenommen.
       * Mehr:
  HTML http://whc.unesco.org/en/list/327
       Bei Arbeiten am Wüstenschloss Quasr Amra - Teil des
       Unesco-Weltkulturerbes - haben Restauratoren und Archäologen
       nach eigener Einschätzung erstmals Beweise dafür gefunden, dass
       Kalif Walid II. erotische Darstellungen nackter Damen wohl
       selbst in Auftrag gegeben hat. Auch bukolische Jagdszenen und
       Hinweise auf den Genuss alkoholischer Getränke finden sich an
       den Wänden von Quasr Amra wieder.
       Bekannt sind die für die arabische Welt höchst ungewöhnlichen
       Wandgemälde schon lange. Seit 1985 ist das Lustschloss in der
       Nähe der Oasenstadt Asrak auch offiziell Teil des
       Weltkulturerbes. Doch bisher war umstritten, wer die Malereien
       denn in Auftrag gegeben haben soll: Ein strenggläubiger
       muslimischer Kalif wohl kaum, so hieß es lange in Jordanien.
       Eher hatte man die Byzantiner oder die Römer in Verdacht, ihre
       laxen Moralvorstellungen in die Wüste getragen zu haben.
       Andere Forscher hatten seit einiger Zeit einen prominenten
       Omajaden in Verdacht: Kalif Walid II., der sich schon als Prinz
       hin und wieder aus der Omajaden-Hauptstadt Damaskus schlich, um
       Ärger zu vermeiden. Religiöse Würdenträger, aber auch
       Konkurrenten in der eigenen Familie hielten ihn für einen
       leichtlebigen Playboy. Niemand hatte bisher bezweifelt, dass
       Walid sich gerne in Quasr Amra - zu Deutsch "Kleiner Palast von
       Amra" - aufhielt. Doch bisher fehlte der Beweis, dass er das
       Schlösschen auch erbauen ließ und damit für die Wandmalereien
       verantwortlich ist.
       Seit fast einem Jahr arbeitet eine internationale Expertengruppe
       unter italienischer Leitung und mit Unterstützung der
       jordanischen Denkmalschutzbehörde daran, die Wände von Ruß und
       Schmierereien aus vielen Jahrhunderten zu befreien. Und kürzlich
       entdeckten sie ein ganz besonderes Graffito, eines aus dem
       achten Jahrhundert: "Oh Gott, mache Walid ibn Jasid tugendhaft."
       Für den ehemaligen jordanischen Denkmalschutz-Direktor Ghasi
       Bischeh ist damit klar: "Zum ersten Mal können wir eindeutig
       sagen, dass dieser Palast von Walid in Auftrag gegeben wurde und
       dass dies in der Tat Kunst aus der omajadischen Ära ist."
       Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass das Schloss schon
       in der Regierungszeit des Vorgängers Kalif Hischam erbaut wurde,
       der nach christlicher Zeitrechnung von 723 bis 743 in Damaskus
       regierte. Denn sonst hätte der Schriftzug wohl auch Walids
       Kalifentitel enthalten.
       Doch die Restauratoren von Quasr Amra haben derzeit noch ganz
       andere Sorgen: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, eines der letzten
       Beispiele säkulärer omajadischer Kunst zu bewahren. Über die
       Jahrhunderte haben Regengüsse, Sandstürme und die Lagerfeuer der
       Beduinen den Wandmalereien schwer zugesetzt. Ein erstes
       Restauratoren-Team in den 1970er Jahren hat zudem mit
       Chemikalien gearbeitet, die inzwischen mehr schaden als nützen:
       Die Bilder sind vergilbt und drohen von der Wand zu bröckeln.
       Bis November hat das aktuelle Team noch Zeit für die
       Rettungsarbeiten.
       Ein Fazit kann der Chef des Restauratoren-Teams, Gaetano
       Palumbo, schon jetzt ziehen: "Diese Malereien sind der Beweis
       dafür, dass - wie unterschiedlich die Kulturen auch gewesen sein
       mögen - die Vorstellungen von Schönheit und Entspannung die
       gleichen waren."
  HTML http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wzwissen/geschichte/463824_Die-Lebenslust-des-fruehen-Islam.html
       *****************************************************
       Page 1 of 1