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#Post#: 251--------------------------------------------------
Die Lebenslust des frühen Islam
DIR By: Ben
Date: June 10, 2012, 9:39 am
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Erotische Darstellungen in jordanischem Wüstenschloss
Die Lebenslust des frühen Islam
Von Taylor Luck (dpa)
* Wandmalereien lassen auf freizügige Moralvorstellungen
schließen.
Asrak. Antike Wandmalereien in Jordanien werfen ein neues Licht
auf die Moralvorstellungen der islamischen Kalifen im frühen
Mittelalter. Die omajadischen Herrscher über den Orient im
achten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung waren
möglicherweise sehr viel freizügiger als bisher angenommen.
* Mehr:
HTML http://whc.unesco.org/en/list/327
Bei Arbeiten am Wüstenschloss Quasr Amra - Teil des
Unesco-Weltkulturerbes - haben Restauratoren und Archäologen
nach eigener Einschätzung erstmals Beweise dafür gefunden, dass
Kalif Walid II. erotische Darstellungen nackter Damen wohl
selbst in Auftrag gegeben hat. Auch bukolische Jagdszenen und
Hinweise auf den Genuss alkoholischer Getränke finden sich an
den Wänden von Quasr Amra wieder.
Bekannt sind die für die arabische Welt höchst ungewöhnlichen
Wandgemälde schon lange. Seit 1985 ist das Lustschloss in der
Nähe der Oasenstadt Asrak auch offiziell Teil des
Weltkulturerbes. Doch bisher war umstritten, wer die Malereien
denn in Auftrag gegeben haben soll: Ein strenggläubiger
muslimischer Kalif wohl kaum, so hieß es lange in Jordanien.
Eher hatte man die Byzantiner oder die Römer in Verdacht, ihre
laxen Moralvorstellungen in die Wüste getragen zu haben.
Andere Forscher hatten seit einiger Zeit einen prominenten
Omajaden in Verdacht: Kalif Walid II., der sich schon als Prinz
hin und wieder aus der Omajaden-Hauptstadt Damaskus schlich, um
Ärger zu vermeiden. Religiöse Würdenträger, aber auch
Konkurrenten in der eigenen Familie hielten ihn für einen
leichtlebigen Playboy. Niemand hatte bisher bezweifelt, dass
Walid sich gerne in Quasr Amra - zu Deutsch "Kleiner Palast von
Amra" - aufhielt. Doch bisher fehlte der Beweis, dass er das
Schlösschen auch erbauen ließ und damit für die Wandmalereien
verantwortlich ist.
Seit fast einem Jahr arbeitet eine internationale Expertengruppe
unter italienischer Leitung und mit Unterstützung der
jordanischen Denkmalschutzbehörde daran, die Wände von Ruß und
Schmierereien aus vielen Jahrhunderten zu befreien. Und kürzlich
entdeckten sie ein ganz besonderes Graffito, eines aus dem
achten Jahrhundert: "Oh Gott, mache Walid ibn Jasid tugendhaft."
Für den ehemaligen jordanischen Denkmalschutz-Direktor Ghasi
Bischeh ist damit klar: "Zum ersten Mal können wir eindeutig
sagen, dass dieser Palast von Walid in Auftrag gegeben wurde und
dass dies in der Tat Kunst aus der omajadischen Ära ist."
Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass das Schloss schon
in der Regierungszeit des Vorgängers Kalif Hischam erbaut wurde,
der nach christlicher Zeitrechnung von 723 bis 743 in Damaskus
regierte. Denn sonst hätte der Schriftzug wohl auch Walids
Kalifentitel enthalten.
Doch die Restauratoren von Quasr Amra haben derzeit noch ganz
andere Sorgen: Ihnen bleibt nicht viel Zeit, eines der letzten
Beispiele säkulärer omajadischer Kunst zu bewahren. Über die
Jahrhunderte haben Regengüsse, Sandstürme und die Lagerfeuer der
Beduinen den Wandmalereien schwer zugesetzt. Ein erstes
Restauratoren-Team in den 1970er Jahren hat zudem mit
Chemikalien gearbeitet, die inzwischen mehr schaden als nützen:
Die Bilder sind vergilbt und drohen von der Wand zu bröckeln.
Bis November hat das aktuelle Team noch Zeit für die
Rettungsarbeiten.
Ein Fazit kann der Chef des Restauratoren-Teams, Gaetano
Palumbo, schon jetzt ziehen: "Diese Malereien sind der Beweis
dafür, dass - wie unterschiedlich die Kulturen auch gewesen sein
mögen - die Vorstellungen von Schönheit und Entspannung die
gleichen waren."
HTML http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wzwissen/geschichte/463824_Die-Lebenslust-des-fruehen-Islam.html
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