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       "SEHR SPEZIELLE FÄLLE"
   DIR By: Ben
       Date: June 9, 2012, 7:08 am
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       Sa, 9.6.2012
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       "SEHR SPEZIELLE FÄLLE"
       Norwegen baut eigene Psychiatrie-Abteilung für Breivik
       Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik wird auch dann
       hinter Gittern bleiben, wenn er als geisteskrank eingestuft
       wird. Im Hochsicherheitsgefängnis Ila bei Oslo werde eigens ein
       Trakt zu einem psychiatrischen Spital umgebaut, erklärte der
       stellvertretende norwegische Gesundheitsminister Robin Koss am
       Donnerstag. Die Psychiatrie sei für "sehr spezielle Fälle" wie
       Breivik vorgesehen.
       Die noch ausstehende Absegnung durch das Parlament ist Koss
       zufolge nur eine Formsache. Zudem müsse noch das Gesundheitsamt
       der Klinik den Status eines Krankenhauses erteilen. In Norwegen
       gibt es bisher keine Psychiatrie, die als sicher genug für
       Breiviks Unterbringung angesehen wird.
       Breivik ist während seines Prozess in Ila untergebracht. Das
       Hochsicherheitsgefängnis gilt als einzige Einrichtung, die die
       hohen Sicherheitsanforderungen für seine Inhaftierung erfüllen
       kann.
       21-jährige Haftstrafe droht
       Der 33-Jährige sieht sich als Verteidiger Norwegens und Europas
       im Kampf gegen Islam und Multikulturalismus. Er hat seine Taten
       gestanden, plädiert aber auf nicht schuldig. Ihm droht eine
       Haftstrafe von 21 Jahren, die anschließend verlängert werden
       kann, oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.
       Mit einem Urteil in dem Prozess wird nicht vor Ende Juli
       gerechnet. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, kommen als
       mögliche Termine für die Urteilsverkündung der 20. Juli oder der
       24. August infrage. Derzeit laufe die Planung allerdings auf den
       20. Juli hinaus. Zwei Tage später, am 22. Juli, jährt sich der
       Tag, an dem Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel und
       dann auf der Ferieninsel Utöya insgesamt 77 Menschen ermordete.
       Neonazi warnt vor "Ausrottung" Norwegens
       Am Dienstag waren im Prozess gegen Breivik mehrere Rechtsextreme
       zu Wort gekommen. Breiviks Anwälte hatten darauf bestanden, die
       Männer in den Zeugenstand zu rufen, um zu zeigen, dass die
       Überzeugungen des 33-jährigen Angeklagten durchaus verbreitet
       und nicht die Ideen eines Geisteskranken sind. Es gehe nicht
       darum, Argumente für eine politische Überzeugung vorzubringen,
       "sondern zu zeigen, dass die Weltsicht des Angeklagten auch von
       anderen geteilt wird".
       So sagte dann der Gründer der norwegischen Neonazi-Bewegung
       "Vigrid", Tore Tvedt, vor Gericht, dass sich das Land "im Krieg"
       und auf dem Weg zu einer "Balkanisierung" befinde. "Wir werden
       nicht nur angegriffen, wir stehen vor der Ausrottung", fügte er
       hinzu. Der Chef der Organisation "Stoppt die Islamisierung
       Norwegens", Arne Tumyr, bezeichnete den Islam in seiner
       Zeugenaussage als "eine Religion der Gewalt, eine Religion der
       Kriege". Den Propheten Mohammed nannte er einen
       "Sexualstraftäter, Karawanenplünderer, Mörder und
       Kriegsverbrecher". Der Islam sei eine Bedrohung für die
       norwegische Gesellschaft und ihre Werte.
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