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#Post#: 223--------------------------------------------------
Spindelegger bei Sultan: Kein Religionskrieg in Nigeria
DIR By: Ben
Date: June 9, 2012, 6:41 am
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Die Welt müsse den Islam verstehen, meinte der Sultan von
Sokoto. Muslime und Christen führen keinen Krieg.
Mit großem Sicherheitsaufgebot ist Vizekanzler und Außenminister
Michael Spindelegger (V) am späten Freitagnachmittag im Sultanat
Sokoto, im Norden Nigerias, empfangen worden. Auch bei seiner
letzten Station der insgesamt viertägigen Reise durch Nigeria
setzte Spindelegger den Fokus auf interreligiösen Dialog.
"Muslime und Christen führen keinen Krieg", war sich der Sultan,
Alhaji Muhammad Sa'ad Abubakar sicher. Das "größte Problem der
Welt" sei der "Mangel an Verständnis".
Die Welt müsse verstehen, "wer wir sind und was nicht",
wiederholte der Sultan mehrmals. Er betrachte es deshalb als
seine Aufgabe, die Menschen über Nigeria und den Islam zu
informieren. "Muslime töten keine Christen und Christen töten
keine Muslime", so der Sultan, der gleichzeitig auch Präsident
des Obersten Rates für Islamische Angelegenheiten in Nigeria
(NSCIA) ist. Die Welt müsse auf den "liberalen Islam schauen.
Gemeinsam können wir dann die teuflischen Kräfte bekämpfen".
Die blutigen Anschläge der radikal-islamischen Terrorgruppierung
Boko Haram, die vom Norden Nigerias aus operiert, hat der NSCIA
merhmals verurteilt. Sie richten sich sowohl an öffentliche
Einrichtungen, internationale Organisationen, Kirchen oder
liberale Muslime. Durch die Unruhen will Boko Haram das Land
destabilisieren, einen islamischen Staat errichten und die
Scharia im gesamten Land einführen.
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Nigeria "stark und vereint"
Nigeria sei aber "stark und vereint", verwendete der Sultan die
selben Worte wie bereits am Vormittag Außenminister Olugbenga
Ashiru auf die Frage seiner Einschätzung der Zukunft des Landes,
das mit 170 Millionen das bevölkerungsreichste Afrikas ist. Der
NSCIA würde sowohl die Gouverneure der 36 Bundesstaaten beraten
als auch die Regierung, mit dem Ziel, einen friedlichen Dialog
zu fördern.
Sokoto war seit 1808 Hauptstadt des Kalifats von Sokoto, das von
Usman dan Fodio während seines Jihads zwischen 1804 und 1812
gegründet wurde und weite Teile Nordnigerias beherrschte, bis es
1903 von den Briten unter Frederick Lugard geschlagen wurde.
Muhammad Sa'ad Abubakar ist der 20. Sultan von Sokotound seit
drei Jahren im Amt.
Der Besuch Spindeleggers in Sokoto, dessen Wichtigkeit der
Sultan mehrmals betonte, ist der erste dieser Art eines
österreichischen Politikers überhaupt. Schon der Empfang - mit
"Hofkapelle" bestehend aus tropetenähnlichen, lokalen
Instrumenten und Trommeln - spiegelte die Freude des Sultans
über seinen Besuch wider. Mehrmals bezeichnete er den
Vizekanzler als "Freund" und äußerte sein Bedauern darüber, dass
dieser nicht länger bleiben könne.
Der Kurzaufenthalt im Sultanat bildete den Endpunkt der Reise
des Außenministers, bei der er unter anderem Nigerias
Staatsoberhaupt Jonathan Goodluck, sowie andere politische und
religiöse Vertreter traf.
(APA)
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