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       #Post#: 1942--------------------------------------------------
       Mein Kumpel, der Islamist
   DIR By: KarlMartell
       Date: November 19, 2013, 6:53 am
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       Carsten Stormer
       Mein Kumpel, der Islamist
       Amir weckt mich wie jeden Morgen
       mit der Frage, ob ich heute mit
       ihm sterben möchte. „Ich kann
       dich nach Damaskus bringen.
       Aber das überleben wir nicht.
       Dann gehen wir gemeinsam zu
       Allah, du und ich, als Märtyrer“,
       sagt er mit einem freundlichen
       Grinsen, als gäbe es nichts Schöneres,
       als gerade möglichst schnell ins Gras zu beißen. „Nö, lass
       mal, Amir“, sage ich. Denn die Nacht war kurz. Im Fernsehen
       lief Dortmund gegen Malaga. Ich schüttle meinen Kopf und
       den Schlaf und die Kälte aus meinen Gliedern. „Heute nicht!“
       Ich will zwar nach Damaskus. Aber lebend. Amir hingegen,
       22 Jahre alt, will ständig etwas unternehmen – koste es, was es
       wolle. Einen Checkpoint der syrischen Armee angreifen. Oder
       einfach nur die Gegend auskundschaften. So wie jetzt wieder.
       „Ich
       will dir etwas zeigen“, sagt er, „mach schon!“ Ein Ausflug?
       Warum
       nicht? Alles besser, als noch einen weiteren Tag auf meiner
       fleckigen
       Matratze wegzudämmern. Es ist ein kalter Frühlingsmorgen.
       Manche Bergkuppen schimmern noch weiß vom Schnee, aber
       die Sonne scheint, und die Obstbäume blühen. Ein schöner Tag.
       Für einen Moment vergesse ich, dass hier seit zwei Jahren ein
       Bürgerkrieg mit mittlerweile Zehntausenden Toten tobt.
       Amir drückt noch schnell ein paar Patronen in das Magazin
       seiner Kalaschnikow, bevor er sich das Gewehr über die Schulter
       wirft und ins Auto springt. Zwei seiner Kumpel begleiten uns.
       Wir fahren einen Berg hinauf, immer höher, über Geröll und
       Schutt. Eisiger Wind bläst über die kahlen Hänge. „Da hinten
       liegt der Flughafen von Damaskus. Den nehmen
       wir bald ein“, sagt Amir und zeigt nach
       Süden in den Dunst. Ich gebe mir Mühe, kann
       aber nichts erkennen.
       In diesem Moment taucht der Hubschrauber
       am Himmel auf . . .
       Aber von Anfang an: Seit einer Woche hänge
       ich unweit des Städtchens Horsh Arab fest,
       35 Kilometer nördlich von Damaskus. Um
       mich herum nur Felder, Obstplantagen und
       Berge. Ich teile mir das einzige Zimmer eines
       winzigen Gehöfts am Stadtrand mit Kämpfern
       der Freien Syrischen Armee (FSA). Drei von
       ihnen heißen Muhammad, was ich schön finde, da ich mir Namen
       schlecht merken kann. Dann wäre da noch Amir, mein Fahrer und
       Übersetzer, der den Krieg mit einem Videospiel verwechselt,
       sowie
       Abu Ahmad, der Prediger, der den Koran auswendig kann und
       mich zum Islam bekehren will. Fünf kampferprobte Veteranen
       der Schlachten um Homs, Kusair und Hama. Sie haben mich
       aufgenommen, nachdem ich kurz vor dem Ziel meiner Reise, den
       heftig umkämpften Vororten von Damaskus, feststellen musste: Es
       gibt kein Durchkommen. Die Armee hat das Gebiet abgeriegelt.
       Ob Rebell oder Reporter – keiner kommt mehr rein. Und keiner
       raus. Ausnahmen werden nicht gemacht. Schließlich sind Freund
       und Feind hier sehr schwer auszumachen.
       In den Nachrichten ist oft pauschal von „den Rebellen“ in
       Syrien die Rede, aber „die Rebellen“ gibt es nicht. Es handelt
       sich um verschiedene, oft zerstrittene Gruppen mit unterschied-
       lichen Zielen. In ihren Reihen: Säkulare, Studenten, Anwälte,
       Deserteure der syrischen Armee, Bauernsöhne. Die meisten
       von ihnen haben sich der FSA, der größten Oppositionsarmee,
       angeschlossen. Inzwischen übernehmen aber radikal-islamische
       Rebellengruppen wie die Al-Nusra-Front oder Ahrar al-Scham
       immer mehr das Ruder im Bürgerkrieg. Und nur eines haben all
       diese Rebellen gemeinsam: Sie wollen Diktator Baschar al-Assad
       stürzen. Darüber jedoch, wie sie das anstellen sollen und was
       danach
       kommen soll, sind sie uneins. Eine islamische Demokratie
       nach türkischem Vorbild? Oder ein islamistisches Kalifat mit
       dem Koran als Grundgesetz und der Scharia als Rechtsprechung?
       Die Jungs, bei denen ich gestrandet bin, gehören zur FSA,
       bezeichnen sich aber als Islamisten. Keiner von ihnen ist älter
       als 25, aber jeder hat einen schwarzen Rauschebart und kurz
       geschorene Haare. Nette Kerle an sich. Keine geifernden,
       intoleranten
       Extremisten, die alles hassen, was gegen ihre Weltsicht
       geht. An Alkohol, Drogen und Sex nehmen sie aber natürlich
       Anstoß. Geschlechtsverkehr? Nur mit der Ehefrau, meint Abu
       Ahmad. Und da sie alle unverheiratet sind, gehen sie unbefleckt
       und unbefriedigt durchs Leben. Was vielleicht erklärt, warum sie
       ihre Kalaschnikows streicheln, als hielten sie Mädchen im Arm.
       Endstation Sehnsucht. Es war nicht leicht hierherzukommen.
       Hinter mir liegt eine abenteuerliche Odyssee, die mich
       von Beirut an die libanesisch-syrische Grenze führte, wo mich
       Verbindungsleute nach Syrien schleusten; illegal und ohne Visum.
       Mein Ziel: Damaskus und Umgebung, das Gravitationszentrum
       des Bürgerkriegs, wo sich zur Zeit meiner Reise die Rebellen
       eingegraben haben und einen verbissenen Stellungskrieg
       mit der syrischen Armee führen. So weit die Theorie. Denn in
       Wahrheit hat die Armee, als ich ankomme,
       gerade einen Ring um die Hauptstadt gezogen
       und belegt die Verstecke der Rebellen ununterbrochen
       mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen.
       Fliegende Checkpoints blockieren
       die Zugangswege. Alles ist dicht. Und mein
       Kontaktmann verspricht: Eine Einheit islamistischer
       Rebellen werde mich nach Damaskus
       bringen, Insch’allah. So Gott will. Aber ich
       solle mir keine Sorgen machen. „Das sind ganz
       nette Leute!“
       Islamisten also.
       „Bist du Muslim?“, fragt mich einer der
       Muhammads zur Begrüßung mit stechendem Blick. Eigentlich
       ein guter Zeitpunkt für eine kleine Lüge, die man in diesem
       Teil der Welt auch als Selbstverteidigung interpretieren könnte.
       Denn ich bin Atheist, und nur eines ist für einen gläubigen
       Muslim verwerflicher, als den falschen Gott anzubeten: nämlich
       gar keinen. Ich schüttele also den Kopf. „Christ?“ Auch nicht.
       Seine Augen verengen sich zu Schlitzen, und er tritt so nah an
       mich heran, dass ich seinen Atem spüre: „Etwa Jude?“ Mein
       Adamsapfel beginnt zu tanzen, und ich krächze: „Keine Religion,
       kein Gott.“ Worauf alle erstaunt die Augen aufreißen, „Al-hamdu
       li-llah!“ rufen und in eine lautstarke Diskussion verfallen, die
       sich anhört, als würden sie besprechen, wie sie diesen
       Ungläubigen
       am besten ins Jenseits befördern könnten. Ich gehe vor
       die Tür und rauche zur Beruhigung eine Zigarette. Irgendwann
       gesellt sich Amir zu mir und pafft schweigend Rauchringe in
       den Nachthimmel. Meine Hände zittern ein bisschen. Drinnen
       im Zimmer wird das Gezanke immer lauter, und Amir, meine
       fragenden Blicke deutend, übersetzt: „Die streiten sich gerade,
       ob sie dir Hühnchen oder Lamm kochen sollen.“
       Wann kann ich nach Damaskus, Amir?“ „Bukara,
       insch’allah“, antwortet er. Morgen, so Gott will.
       Aber das hat er schon gestern gesagt. Und vorgestern.
       Und an den Tagen davor. Noch immer
       werden die von den Rebellen genutzten Straßen und Schleichwege
       nach Damaskus vom Militär kontrolliert. Jeden Morgen
       deprimiert mich die Aussicht, wieder einen Tag in diesem Loch zu
       verbringen. Mit fünf Männern auf engstem Raum, die ständig beten
       oder ihre Gewehre streicheln. Strom gibt es immer nur für ein
       paar Stunden, warmes Wasser gar nicht. Aber meine Islamisten-
       Kumpel kümmern sich rührend um mich, kochen zweimal am
       Tag, lassen mich mit ihren Gewehren auf Zielscheiben schießen,
       auf denen Präsident Assad abgebildet ist, und versuchen, mich
       zum Islam zu bekehren.
       In unserem Gemeinschaftszimmer gehen die Gäste ein und
       aus. Mal kommt eine Gruppe Kämpfer zum Beten vorbei. Mal
       liefert ein Besucher eine Ladung aus dem Libanon geschmuggelter
       Gewehre und Munitionskisten ab. Einmal erscheint ein Mann
       mit einem Eselswagen, auf dem eine riesige Satellitenschüssel
       liegt, die unter viel Trara auf dem Dach des Gehöfts montiert
       wird. Das ist einerseits toll, weil es nun Internet-Zugang gibt,
       andererseits ist die in der Sonne glitzernde Parabolantenne aber
       auch ein leichtes Ziel für die Hubschrauber der syrischen Armee.
       Das scheint aber niemanden zu stören. Facebook und Skype bieten
       eine willkommene Abwechslung zum Beten
       und Waffenstreicheln. Täglich, pünktlich zum
       Abendessen, schaut Abdul vorbei, ein Polizist
       im Dienst der syrischen Regierung, der die Rebellen
       mit Informationen versorgt. Eigentlich
       mag ich Besucher. Aber jeder von ihnen hat das
       dringende Bedürfnis, mir seine Faszination für
       Adolf Hitler mitzuteilen: „Ah, Germany! Adolf
       Hitler, strong man! Very good man! Do you
       like Adolf Hitler?“
       Anfangs zeige ich noch demonstrative Gelassenheit,
       diskutiere, versuche zu überzeugen.
       „Nein, nein. Hitler bad man. Very bad.“ Ich vergleiche
       Hitler mit Assad, was kurz Wirkung zeigt, aber nie lange
       anhält. „Hitler not good?“, fragen sie dann mit enttäuschten
       Gesichtern. Ein Bärtiger, der uns besucht und den ich noch nie
       gesehen habe, lässt mich meine Beherrschung verlieren: „Salam
       alaikum, magst du Adolf H…?“ Ich lasse ihn nicht ausreden,
       verstoße gegen sämtliche Gebote syrischer Gastfreundschaft. Doch
       meine Schimpftirade trifft, wie sich herausstellt, den Falschen:
       Es
       ist mein Gastgeber, der Anführer der Rebellen dieser Gegend, der
       unbekannte Drahtzieher, der mich einschleusen ließ, mir
       kostenlos
       Autos zur Verfügung stellt samt Leibwache und Übersetzer. Der
       einzige Mensch, den ich auf gar, gar keinen Fall anmotzen
       sollte.
       Ich rechne mit Ärger. Aber er lächelt nur milde und entschuldigt
       sich, dass er mich gekränkt habe. Als Wiedergutmachung will er
       mir seine Pistole schenken. Und schon stecke ich im nächsten
       Dilemma. Immerhin ist das Thema Hitler damit vom Tisch.
       Abends, wenn mal wieder der Strom und somit auch Facebook
       und Skype ausfallen, sitzen wir in Decken gehüllt um einen Ofen,
       trinken Tee und sprechen über den Krieg und Syriens Zukunft.
       Auch hier höre ich immer wieder die Frage, die mir auf all
       meinen
       Reisen in Syrien gestellt wurde: Warum hilft uns niemand? Warum
       schaut die Welt dem Töten zu? Selbst Abu Ahmad, der Prediger,
       legt seinen Koran beiseite und redet mit. Vielleicht, sage ich,
       hat
       das mit dem schlechten Image zu tun, das die Rebellen haben,
       seitdem immer mehr Fanatiker nach Syrien einsickern, die eine
       Welt ohne Zwischentöne schaffen wollen und das Land aufteilen
       möchten in „halal“ und „haram“ – in erlaubt oder verboten,
       Freund oder Feind, Paradies oder Hölle. Radikale Islamisten und
       Salafisten kommen aus Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, auch aus
       Deutschland, England, Australien, um in Syrien einen heiligen
       Krieg zu führen. Viele von ihnen haben sich zur Al-Nusra-Front
       vereinigt, dem verlängerten Arm der irakischen al-Qaida.
       „Nusra“,
       das heißt eigentlich Rettung und Beistand. Aber die Al-Nusra-
       Krieger verachten jeden, der den Islam anders interpretiert als
       sie.
       „Ja, wir sind Islamisten, weil wir an den Islam glauben. Aber
       wir lehnen den Islam der Extremisten ab! Das sind Verrückte“,
       sagt
       Abu Ahmad. Und schiebt nach einem Moment hinterher: „Aber
       sie sind auch die Einzigen, die uns helfen.“ Zustimmendes
       Nicken.
       „Ich will ein Syrien, in dem alle gemeinsam friedlich leben:
       Sunniten, Schiiten, Alawiten, Kurden, Drusen, Christen. Und wir
       wollen Assad nicht gegen eine andere Diktatur eintauschen. Dafür
       haben wir nicht die Revolution begonnen“, sagt Amir.
       Doch die Realität sieht anders aus. Die radikalen Islamisten
       laufen der verarmten und schlecht ausgerüsteten FSA den Rang
       ab. Heute weht in Städten wie Aleppo, Idlib oder Raqqa nicht
       mehr die säkulare Fahne der Rebellenarmee, sondern die schwarze
       Flagge der Radikalen. In den befreiten Gebieten des Nordens
       sichern al-Nusra oder Ahrar al-Scham inzwischen fast die
       komplette
       Grundversorgung der Bevölkerung, verteilen Essen, Decken,
       Heizöl – und drücken nebenbei den Menschen ihre Weltsicht auf.
       Eines Nachmittags steht Amir aufgeregt im Zimmer. Er
       trägt ein Barcelona-Trikot. Es ist Dienstag. Champions League,
       Viertelfinal-Rückspiel. „Magst du Fußball?“, fragt er. Ich
       nicke.
       „Real oder Barcelona?“ – „Bayern und ausnahmsweise Dortmund“,
       sage ich. Amir wirkt enttäuscht. „Na gut, dann schauen
       wir eben heute Dortmund und morgen Bayern. Du bist unser
       Gast.“ Amir überzeugt den Besitzer eines Fernsehers, Dortmund
       statt Madrid zu zeigen, und organisiert einen Generator aus dem
       Nachbardorf. Es gebe da nur ein kleines Problem, sagt Amir. Wir
       müssten auf Schleichwegen einen Checkpoint
       der Armee umfahren. „Mafi muschkillah“,
       sagt Muhammad eins. Kein Problem. Dann
       quetschen sich fünf Männer in Fußball-Trikots,
       bewaffnet mit Kalaschnikows und Koran, ins
       Auto. Als ich mit meiner schusssicheren Weste
       dazukomme, klopfen sich die fünf vor Lachen auf die Schenkel
       und zeigen mit dem Finger zum Himmel. Allah wird dich
       schützen, heißt das. Dann brausen wir ohne Licht in die Nacht.
       Zwanzig Minuten später sitzen wir im Wohnzimmer eines
       Rebellen-Kommandeurs. Es ist vollgepackt mit kettenrauchenden
       Malaga-Fans. Statt Bier gibt es Tee, statt Pizza Pistazien. Auf
       Matratzen liegen verwundete Kämpfer. Einer zeigt stolz eine
       Wunde,
       die ihm ein Scharfschütze zugefügt hat, glatter Durchschuss.
       Dortmund gewinnt in letzter Sekunde mit 3 : 2, und am nächsten
       Morgen nimmt mich Amir mit auf den Berg. Dort kreist plötzlich
       dieser Hubschrauber über uns wie ein wütendes Insekt.
       Anscheinend kundschaftet der Pilot die Gegend aus,
       zieht Kreise, beobachtet uns. Amir und Muhammad
       hüpfen, preisen Allah, zielen mit Gewehren auf den
       Helikopter, der langsam davonfliegt, und rufen hinterher,
       dass Assad ein Esel sei. „Hört auf mit dem Scheiß!“, rufe
       ich. „Du musst keine Angst haben“, sagt Amir, „Allah wird dich
       schützen, oder wir kommen als Märtyrer ins Paradies.“
       Wir fahren zurück nach Horsh Arab, wo Amir eine befreundete
       Familie besuchen will, und während wir im Vorgarten beim
       Kaffee sitzen, schlägt die erste Granate ein. Mit einem Pfeifen
       durchschneidet sie die Luft, explodiert ganz nah. Dann noch eine
       und noch eine. Frauen laufen aus den Häusern, schleifen weinende
       Kinder hinter sich her und suchen Schutz in Kellergewölben
       oder in der Moschee. Auch Amir möchte plötzlich nicht mehr ins
       Paradies gebombt werden. „Allah!“, ruft er, und wir stürzen in
       den
       Friseurladen gegenüber. Dort quetsche ich mich mit drei anderen
       Männern in die winzige Toilette, während draußen die Welt
       unterzugehen scheint. Die Einschläge kommen
       näher, in immer kürzeren Abständen. Eine
       Granate trifft ein Nachbarhaus, Staubwolken
       und Steinsplitter dringen durch die offene Tür.
       Wir husten, klammern uns aneinander. Pfeifen.
       Bumm. Pfeifen. Bumm. Fünf, sechs, sieben
       Granaten, keine 20 Meter von uns entfernt. Die
       Wände des Barbiers zittern, meine Knie auch,
       und die Gedanken rasen: Wegrennen? Bleiben?
       Ist der sicherste Ort der, wo eben ein Geschoss
       einschlug? Oder kommt die nächste Granate
       an derselben Stelle runter? Plötzlich ist es still.
       Amir packt mich am Arm, zieht mich aus der
       Toilette zum Auto. Wir rasen aus der Stadt auf ein Feld und dort
       in einen Schuppen. Eine Stunde dauert das Bombardement von
       Horsh Arab. Wie durch ein Wunder wird niemand getötet.
       Am Abend putzen die Bayern Barcelona weg. Danach zappt
       Amir noch auf die Nachrichten des syrischen Staatsfernsehens.
       Bilder von verstümmelten und toten Menschen, meist jungen
       Männern, manche haben die Hände auf den Rücken gefesselt.
       Zerstörte Häuser. Jubelnde Soldaten. Eine Stimme sagt, die
       glorreiche
       syrische Armee habe heute in Horsh Arab viele Terroristen
       getötet. Dann geht dem Generator der Sprit aus.
       Zwei Tage später breche ich meine Reise ab. Gerüchte, dass
       Hisbollah-Kämpfer aus dem Libanon in den Krieg eingreifen,
       machen die Runde. Von Straßensperren ist die Rede – und davon,
       dass der Rückweg versperrt sein könnte, wenn ich länger warte.
       Ich haue ab. Besser so.
       (PLAYBOY August 2013, S. 106-110)
       #Post#: 2021--------------------------------------------------
       Re: Mein Kumpel, der Islamist
   DIR By: Mercerry
       Date: April 11, 2017, 2:38 am
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       I never knew there was this.
       #Post#: 2042--------------------------------------------------
       Re: Mein Kumpel, der Islamist
   DIR By: Gimtama
       Date: April 24, 2018, 4:33 am
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       Es ist ein sehr wichtiger Artikel.
       Danke
       #Post#: 2115--------------------------------------------------
       Re: Mein Kumpel, der Islamist
   DIR By: Ganjanas
       Date: November 18, 2019, 10:19 pm
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       The information provided is very useful to me.
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