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#Post#: 1935--------------------------------------------------
Aussicht auf Bewährung...mal wieder
DIR By: Rico Rodriguez
Date: November 4, 2013, 5:42 pm
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HTML http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article121533518/Zwillinge-gestehen-in-Hoffnung-auf-Bewaehrungsstrafen.htm
Tod einer 19-Jährigen
Zwillinge gestehen in Hoffnung auf Bewährungsstrafen
Wer fuhr das Unfallauto? Die Beweisführung gegen zwei Brüder
hätte vor dem Berliner Landgericht schwierig werden können. Doch
die Aussicht auf Bewährung ließ sie gestehen.
Von Michael Mielke
Es ist ein merkwürdiger Prozess. Nicht zuletzt, weil eineiige
Zwillinge auf der Anklagebank in Berlin sitzen: beide mit kurzem
Haar, groß, schlank, schwarz gekleidet – und wohl nur von
Angehörigen zu unterscheiden. Beide sind polizeibekannte
Intensivtäter.
Am 15. September 2012 saß einer von ihnen in einem Lieferwagen
hinterm Lenkrad, der andere auf der Beifahrerseite, als mit
diesem Auto in Friedrichshain eine Passantin, die gerade in ein
Taxi steigen wollte, getötet wurde.
Anabell S. war – wie die Zwillinge – 19 Jahre alt. Es gab
widersprüchliche Aussagen und Einschätzungen, wer den Wagen
gefahren hat. Und es hätte bei der Beweisführung problematisch
werden können, die Schuld für diesen Unfall einem der Zwillinge
zuzuweisen. Beide hätten nur bestreiten müssen, dass sie
gefahren sind. Auch eine DNA-Probe vom Lenkrad hätte den Täter
nicht überführt. Eineiige Zwillinge haben den gleichen
genetischen Fingerabdruck.
Geklärt, wer am Lenkrad saß
Dieses Problem hat sich erledigt. Am Montag legten beide
Angeklagten Geständnisse ab und klärten dabei auch, wer den
Wagen fuhr. Diese Aussagen waren Folge eines sogenannten Deals.
Das Gericht hatte ihnen zuvor in Aussicht gestellt, bei einem
"von Reue getragenen Geständnis" mit einer Bewährungsstrafe
davon zu kommen.
Es folgten dann Geständnisse in zwei Stufen. Miriton C., der den
Wagen gefahren hatte, gab zunächst an, gar keine Chance gehabt
zu haben, einen Unfall zu verhindern.
Gegen 4.30 Uhr befuhr er mit dem Lieferwagen den Stralauer
Platz, unweit des Ostbahnhofs. Anabell S. kam gerade mit
Freunden aus einer Diskothek. Die Abiturientin glaubte, es sei
sicherer, mit einem Taxi statt mit der S-Bahn nach Prenzlauer
Berg zu fahren.
Miriton C. gab vor Gericht an, er sei "normal gefahren, nicht
gerast". Vor einer Ampel habe er anhalten müssen. Ganz links
habe ein Mercedes gestanden, in der Mittelspur ein Taxi. Beide
Fahrzeuge seien bei Grün weitaus schneller losgefahren als er.
Und dann sei das Taxi plötzlich nach links gezogen, direkt in
seine Spur. Er habe in diesem Moment nur noch die Möglichkeit
gesehen, das Taxi rechts zu überholen. Menschen habe er nicht
gesehen. Kurz darauf habe er einen lauten Schlag gehört, und
irgendwas sei nach rechts weggeflogen.
Es waren zwei Menschen, die gerade den Radweg betraten, um in
das Taxi zu steigen. Der 18 Jahre alte Begleiter von Anabell S.
erlitt glücklicherweise nur Prellungen. Die junge Frau indes
wurde von dem Wagen mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60
Stundenkilometern voll getroffen, gegen einen Laternenmast
geschleudert – und war sofort tot.
Anwältin kritisiert den Deal
Er sei wie in Trance weiter gefahren und habe erst gestoppt, als
sein Bruder Egzon "Halt an! Halt an!" geschrien habe, gab
Miriton C. zu Protokoll. Sein Bruder gab sich dann wenig später
noch am Unfallort als Fahrer des Lieferwagens aus – weil er
einen Führerschein besaß, Miriton C. hatte keinen.
Auch vor Gericht hielt Egzon C. weiter zu ihm. "Er ist mein
Zwillingsbruder. Er ist wie ein Teil von mir", hieß es in seiner
Aussage. Miriton C. habe ihn erst überreden müssen, ihn hinter
das Lenkrad zu lassen. Und er habe schließlich nachgegeben, so
Egzon C. "Ich weiß, dass er gut fahren kann. Auch ich hätte in
der konkreten Situation den Unfall nicht vermeiden können."
Die Anwältin, die vor Gericht die Eltern der getöteten Anabell
S. als Nebenklägerin vertritt, schüttelte ungläubig den Kopf.
Sie hatte schon zum Prozessauftakt den vorgeschlagenen Deal
kritisiert. Weil es bis zum Prozess von Seiten der Angeklagten
keinerlei Hinweise auf Reue gegeben habe. Auch das Gericht gab
sich mit diesen vermeintlichen Geständnissen der Angeklagten
nicht zufrieden. "Nach vorläufiger Bewertung" seien das "keine
umfassenden Geständnisse", kritisierte der Vorsitzende der
Strafkammer. Das vorliegende Ergebnis sei "nicht
verständigungskonform". Deswegen rate er den Verteidigern, mit
den Mandanten noch einmal zu reden.
Genau das geschah. Und 30 Minuten später wurden die Geständnisse
noch einmal nachjustiert. "Es kann sein, dass ich stärker hätte
bremsen oder nach links ausweichen können. Vielleicht bin ich
mit dem Wagen auch etwas zu schnell gefahren", hieß es dann bei
Miriton C. Ähnlich fiel die neue Einschätzung seines Bruders
aus. Beide mussten vermutlich nicht lange überredet werden. Es
war ja immer noch abgemacht, dass sie Bewährungsstrafen
bekommen.
Überhöhte Geschwindigkeit
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Angeklagte, die eine fahrlässige
Tötung verursachen, zu Strafen auf Bewährung verurteilt werden.
Dieser Fall ist jedoch spezieller: Einem vorläufigen technischen
Gutachten zufolge soll Miriton C. mit überhöhter Geschwindigkeit
gefahren sein. "Der Lieferwagen war eindeutig schneller als die
anderen Autos", sagte eine Studentin am Montag vor Gericht. Und
es war schon mehr als grob fahrlässig von Miriton C., dann auch
noch zu versuchen, das rechts anhaltende Taxi auch noch von
rechts zu überholen.
Beide Angeklagten haben auch noch andere Straftaten verübt, die
sie vor Gericht mit der Aussicht auf Bewährung freimütig
gestehen: Miriton C. entriss im Februar 2012 in der U-Bahn einer
Frau ein iPhone und verkaufte es später. Egzon C. verpasste im
Juli 2012 einem anderen Autofahrer, der sich seiner Meinung nach
im Verkehr falsch verhalten hatte, einen Schlag gegen den
Oberarm. Dabei hielt er – ähnlich einem Schlagring – einen
Schlüssel zwischen den Fingern. Der Mann erlitt eine blutende
Wunde. Nach dem tödlichen Unfall am 15. September beschimpft
Egzon C. Polizeibeamte und bedrohte sie mit einem von der Wand
gerissenen Feuerlöscher.
#Post#: 1980--------------------------------------------------
Re: Aussicht auf Bewährung...mal wieder
DIR By: Anakisra
Date: May 14, 2015, 1:33 am
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#Post#: 2015--------------------------------------------------
Re: Aussicht auf Bewährung...mal wieder
DIR By: Phakornwin
Date: February 20, 2017, 4:06 am
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#Post#: 2107--------------------------------------------------
Re: Aussicht auf Bewährung...mal wieder
DIR By: Gucheeras
Date: August 7, 2019, 11:55 pm
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