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       Ibrahim el-Zayat
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 29, 2013, 5:27 pm
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       • Ibrahim el-Zayat – ein Treffen mit der Muslimbruderschaft
       EuropeNews • 19 Juli 2013
       Von Erick Stakelbeck, Vorwort aus seinem Buch: The Brotherhood –
       America's Next Great Enemy
       Übersetzt von EuropeNews
       Der vermeintliche Führer der deutschen Muslimbruderschaft gibt
       mir einen Klaps. An sich war es mehr ein spielerisches Klapsen
       auf meine rechte Schulter, etwas das man unter alten Freunden
       tut, die sich gegenseitig ein bisschen anstacheln. Aber ich
       hatte Ibrahim el-Zayat erst vor zehn Minuten kennengelernt.
       "Sie hätten mich nach ein paar Namen fragen sollen," sagte
       el-Zayat als wir in der Lobby des Kölner Hotels standen. "Ich
       hätte Sie mit den richtigen Leuten zusammenbringen können." Ich
       hatte ihm gerade zuvor erzählt, dass ich einige führende
       islamistische Figuren in seiner Heimatstadt Köln kontaktiert und
       keine Antwort erhalten hatte. Daraufhin der Klaps und ein
       gespielt-verzweifeltes Ausatmen.
       Wie lange muss ich diesen Ungläubigen noch ertragen? In Wahrheit
       war ich nicht allzu enttäuscht über die fehlenden Antworten der
       Kölner Islamisten. El-Zayat war derjenige, den ich eigentlich
       wollte. Er wird als "einer der einflussreichsten Islamisten
       Europas" bezeichnet und als "vollkommenen neuen westlichen
       [Muslim] Bruder."
       Auch der Global Muslim Brotherhood Daily Report, eine umfassende
       Geheimdienstzusammenfassung, beschreibt el-Zayat als "den Führer
       der Muslimbruderschaft in Deutschland". Da ich ein Buch über die
       Muslimbruderschaft schrieb, schien es folgerichtig mit el-Zayat
       zu beginnen. Aber in der Vorbereitungsphase zu unserem Treffen
       Ende Juni 2012 hatte ich schon beinahe aufgegeben, ein Interview
       mit ihm führen zu können. Wochenlang hatte ich Emails an
       el-Zayat geschickt und ihm mitgeteilt, dass ich nach Deutschland
       kommen und ihn gerne treffen würde. Seine Antworten waren
       unregelmäßig und er legte sich nicht fest. Am letzten Abend
       meines Aufenthalts in Deutschland und nach einem langen Tag mit
       filmischen Interviews klingelte mein Handy, als ich auf dem Weg
       in mein Hotel war. Zu meiner großen Überraschung war es Ibrahim
       el-Zayat. "Ich kann Sie in Ihrem Hotel treffen, sagen wir in
       dreißig Minuten," sagte er. "Aber ich kann nicht lange bleiben."
       Mein Kameramann und ich aßen einen kleinen Imbiss und richteten
       alles für ein Interview vor der Kamera her und warteten. Und
       warteten.
       In dem Moment als wir dachten el-Zayat würde doch nicht mehr
       kommen, kam er durch den Vordereingang des Hotels. Bekleidet in
       einem schicken Anzug und mit einer Designer Brille, und einem
       sportlich welligen Salz-und-Pfeffer Mähne und einem ordentlich
       gestutzten Bart, sah el-Zayat eher wir ein europäischer Diplomat
       aus, als "eine Spinne im Netz von islamischen Organisationen,"
       wie ein deutscher Sicherheitsbeamter ihn einmal beschrieb. Das
       angebliche Netz hat viele entlegene Ecken. Nach Ansicht des Wall
       Street Journal Reporters Ian Johnson schien el-Zayat "jede
       kürzlich gegründete Gruppe, die an die Muslimbruderschaft
       angeschlossen ist, entweder gegründet zu haben, oder er steht in
       engem Kontakt zu ihr". Auf der Liste steht auch die The
       Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) [Föderation
       Islamischer Organisationen in Europa] – die weithin als
       lobbyistischer Arm der Muslimbruderschaft auf dem alten
       Kontinent gilt – wie auch die World Assembly of Muslim Youth
       (WAMY) [Weltvereinigung der muslimischen Jugend] eine von Saudi
       Arabien gegründeten Gruppe, für die el-Zayat als europäischer
       Repräsentant fungierte. Ebenso war el-Zayat beinahe ein
       Jahrzehnt lang der Vorsitzende der Islamischen Gesellschaft
       Deutschlands (IGD), einer Organisation, die schon sehr lange
       Verbindungen zu den führenden Bruderschaftlern in Deutschland
       und im Ausland hat.
       Kurz gesagt, Ibrahim el-Zayat ist ein extrem gut vernetzter
       Schlüsselakteur und Impulsgeber, der, trotz seiner Jugend schon
       seit Jahren ein wesentlicher Spieler auf der europäischen
       Islamistenbühne ist. Geboren im Jahr 1968 als Sohn eines
       ägyptischen muslimischen Vaters und einer deutschen Mutter, die
       zum Islam konvertiert ist, verbrachte el-Zayat den größten Teil
       seines Lebens in Deutschland, aber er ist viel gereist und
       spricht fließend Englisch. Nach seinem Jura- und
       Betriebswirtschaftsstudium an deutschen Universitäten wurde er
       ein erfolgreicher Geschäftsmann und heiratete eine Ärztin (seine
       Frau ist die Nichte des berühmten türkischen Islamisten
       Necmettin Erbakan). Man muss nicht extra betonen, dass
       Deutschland es gut meinte mit el-Zayat. Dennoch scheint er wenig
       Sympathien für sein Heimatland zu haben , als er mir von der
       angeblichen Intoleranz Deutschlands gegenüber seiner 4,3
       Millionen umfassenden muslimischen Gemeinschaft erzählte. "Aus
       Sicht der muslimischen Gemeinschaft sieht es so aus, dass man
       sich nicht als Teil des Landes empfindet," sagt er mir als wir
       in dem kleinen Konferenzraum sitzen. "Denn viele Menschen haben
       das tiefe Verständnis, dass sie bereits ihr Äußerstes geleistet
       haben um Teil Deutschlands zu werden, aber die Gesellschaft
       verweigert sich ihnen … In Deutschland gibt es viele Orte, die
       nicht mehr multikulturell sondern monokulturell sind und das ist
       eine Herausforderung für jeden."
       In der Tat, eine Herausforderung: Insbesondere für die
       Nichtmuslime in Städten wie London, Madrid und Boston, die
       erlebt haben, wie muslimische Migranten in den vergangenen
       Jahren tödlichen Terror in ihre Städte getragen haben. Ich habe
       viele der typisch unassimilierten "monokulturellen" islamischen
       Gemeinschaften besucht, die el-Zayat beschreibt und ich habe
       ausführlich darüber berichtet. Von Berlin über Brüssel über die
       Vorstädte von Paris, bis hin nach Dearborn in Michigan, überall
       trennen sich die muslimischen Migranten selbst von den
       Gastgesellschaften ab und errichten islamische Enklaven die
       oftmals zu No-Go-Zonen für Nichtmuslime, einschließlich der
       Polizei, werden. Es ist schwer zu begreifen warum ein
       bekennender Islamist wie el-Zayat über diese Entwicklung die
       Stirn runzelt.
       Der weltweit führende Ideologe und spirituelle Führer der
       Muslimbruderschaft, Scheich Yusuf al-Qaradawi, (den el-Zayat
       überschwänglich lobt) ist die treibende Kraft hinter der
       Staat-im-Staat-Strategie der Bruderschaft im Westen. Und
       el-Zayat selbst hilft dabei mit als Speerspitze eines schnellen
       Baus von Moscheen in ganz Europa. Eine Kölner Zeitung
       veröffentlichte ein Profil el-Zayats, in dem er als
       Chef-Repräsentant einer Organisation namens Europäische
       Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft (EMUG). In dieser
       Funktion unterhält el-Zayat nach Berichten mehr als sechshundert
       Moscheen und hilft beim Bau und der Renovierung zahlreicher
       weiterer Moscheen mit.
       Nach den eigenen Dokumenten der Muslimbruderschaft, sollen die
       Moscheen, oder "Islamischen Zentren", als ""Bienenstöcke" der
       muslimischen Parallelgesellschaften dienen, die die Bruderschaft
       in Europa und den Vereinigten Staaten sich ausmalt. Zufall? Wenn
       el-Zayats Beteiligung an einem Moscheeprojekt bekannt wird,
       führt dies oft zu Protesten – sein Ruf als eine mit der
       Muslimbruderschaft in Verbindung stehende Person, eilt ihm
       voraus. Er ist sich der Last, die er trägt, nach Meinung der
       Nichtmuslime, sehr bewusst und gibt Ian Johnson vomWall Street
       Journal in einem Interview eine einfache, bruderschaftliche
       Lösung dieses Problems: Wenn ein Plan zum Bau einer Moschee
       öffentlich gemacht wird, dann ist jeder dagegen. Moscheen müssen
       im Geheimen gebaut werden … wenn es nicht öffentlich ist, kann
       man jede Moschee bauen, egal wer dahinter steht. Man muss es nur
       geheim halten.
       Diese Strategie der Täuschung – oder taqiyya – hat sich für
       el-Zayat ausgezahlt. Er hat auch die Aufmerksamkeit der
       deutschen Behörden geweckt, die seine Geschäfte im Verlauf der
       Jahre untersucht haben, aber sie haben dennoch nichts gefunden,
       um ihn anklagen zu können. Obwohl die enge Beobachtung der
       Regierung und die andauernde schlechte Presse el-Zayat gezwungen
       haben eher verdeckt zu agieren, wechselte er als unser Interview
       begann, beinahe sofort in seine bekannte Rolle des
       wortgewaltigen Sprechers im Sinne des Islams. Mohammed Morsi von
       der Muslimbruderschaft war erst Stunden zuvor zum Sieger der
       ägyptischen Präsidentschaftswahlen erklärt worden und el-Zayat
       war deutlich zufrieden. "Ich glaube, es ist ein großer Erfolg
       für Ägypten und für den Prozess des demokratischen Wandels, dass
       Mohammed Morsi jetzt zum Präsidenten gewählt wurde," frohlockt
       er. "Mohammed Morsi" und "demokratischen Wandel" in einem Satz
       zu hören scheint absurd, wenn man Ägyptens völligen Absturz ins
       islamistische Chaos unter Morsis Herrschaft betrachtet.
       Natürlich, für jene unter uns, die immer gewarnt haben, dass die
       Muslimbruderschaft eine radikale, antiamerikanische Organisation
       ist, die Al-Kaida und Hamas hervorgebracht hat und aktiv zur
       Zerstörung Israels aufruft, ist die Idee eines Kairoer Thomas
       Jefferson immer schon grotesk, wenn nicht sogar gefährlich
       gewesen.
       Dennoch, zur der Zeit als Morsi gewählt wurde, im Jahr 2012,
       waren die westlichen Medien und Regierungen immer noch
       hingerissen vom sogenannten Arabischen Frühling (einige sind es
       immer noch, trotz seiner desaströsen Ergebnisse) und sie hatten
       viel in die Vorstellung einer angeblich moderaten, pragmatischen
       Muslimbruderschaft investiert, die in Ägypten die Zügel in die
       Hand nimmt. Ob el-Zayat annahm, dass ich unter dieser großen
       Gruppe der Bruderschaft Befürworter war, ist unklar. Dessen
       ungeachtet arbeitete er sich durch die verschiedenen
       Gesprächspunkte, die die durchschnittlichen New York Times oder
       die BBC Reportagen positiv geschlagen hätten (als ob der
       spielerische Klaps auf die Schulter dies nicht schon längst
       erreicht hätte). "Ich glaube seit vielen Jahren, dass es eine
       Menge Falschinformationen und falscher Eindrücke von …. der
       Muslimbruderschaft gibt," sagte el-Zayat. "Es gab Informationen,
       die hauptsächlich von Regierungen vorgefiltert waren, die
       belastend waren … und ich denke dies sollte jetzt überwunden
       sein und ich hoffe, dass es überwunden ist." Er hätte sich keine
       Sorgen machen sollen.
       Seit dem Ausbruch der ägyptischen Revolution im Januar 2011haben
       die amerikanische Regierung und ihre Mainstream Medien hart
       daran gearbeitet die Bruderschaft als (mit el-Zayats Worten)
       eine "Reformbewegung" neu zu erfinden, die sich "entwickelt",
       und die ihnen mehr als eine Milliarde Dollar wert ist an
       Unterstützung durch Steuern des amerikanischen Steuerzahlers
       sogar angesichts unserer enormen Verschuldung, "Ich denke, was
       die Muslimbruderschaft am Ende ausmacht ..." fährt el-Zayat
       fort, der jetzt ganz in seinem Element ist, "ist das, was man
       als den Gedanken beschreiben könnte, wie man den Islam mit dem
       modernen Leben verbindet. Und das beginnt mit [Jamal al-Din]
       al-Afghani and Rashid Rida und endet bei Hassan al-Banna – der
       der Gründer der Muslimbruderschaft war, der aber eine völlig
       verschiedene Sichtweise auf die Dinge hatte."
       Al-Afghani und Rida waren zwei einflussreiche Islamisten, die
       dabei geholfen haben al-Bannas "Standpunkt zu den Dingen" vor
       der Gründung der Muslimbruderschaft im Jahr 1928 zu beeinflussen
       – ein Standpunkt der, wie wir im weiteren Verlauf des Buchs
       sehen werden, Hass gegen den Westen und die Juden beinhaltete,
       und den Wunsch ein weltweites islamisches Kalifat
       wiederherzustellen, mit Ägypten als Herzstück, das durch die
       Scharia regiert wird. Als ich el-Zayat drängte auf die klaren
       Direktiven al-Bannas für die Muslimbruderschaft einzugehen, in
       den Jihad gegen Ungläubige zu ziehen, zögerte er keine Sekunde.
       "Das Konzept des Jihad, so wie er von al-Banna präsentiert wurde
       – als der 'Große Jihad' – ist der Jihad in uns", erklärt
       el-Tayat ruhig. "Als der Kampf .. in einem selbst gegen das
       Böse, das in uns ist. Das ist der echte Jihad, das was man
       besiegen muss." Die Hunderte Millionen Männer, Frauen und
       Kinder, die ihr Leben im Jihad verloren haben – als heiliger
       Krieg für Allah, seiner traditionellen und wichtigsten Bedeutung
       – im Verlauf der vergangenen 1400 Jahre würden gerne darum
       bitten von el-Zayats Erklärung abzuweichen. Aber die guten
       Freunde der Bruderschaft bei den politischen Linken, die meisten
       von ihnen kennen kein bisschen islamische Geschichte und haben
       in ihrem Leben noch nie den Koran in der Hand gehabt, nicken
       einfach ohne nachzudenken ab. Letztendlich klingt dieses Jihad
       Zeug so, als ob es perfekt in die nächste Yogastunde passen
       würde. Aalglatt, eloquent und charmant scheint el-Zayat der
       ideale Sprecher der Muslimbruderschaft (MB) und ihrer Agenda in
       einem arglosen Westen zu sein.
       Der einzige Haken an der Sache ist, dass er standfest leugnet
       ein Mitglied der Gruppe zu sein. Im Jahr 2007, nannte ihn die
       offizielle englischsprachige Webseite Ikhwanweb als Mitglied der
       Bruderschaft, später wurde diese Behauptung zurückgezogen und
       eine Gegendarstellung el-Zayats veröffentlicht. Als eine
       deutsche Parlamentarierin el-Zayat als "ganz klaren Funktionär"
       der Bruderschaft bezeichnete, verklagte er sie (ohne Erfolg).
       Die ägyptische Regierung unter Hosni Mubarak hielt ebenfalls
       aufrecht, dass el-Zayat zur Bruderschaft gehöre. Im Jahr 2008
       verurteilte man ihn in Abwesenheit und verurteilte ihn zu zehn
       Jahren Gefängnis, weil er die MB in Ägypten finanziell
       unterstütze (die Bruderschaft war unter Mubarak verboten).
       Wie Sie vielleicht schon vernutet haben, wurde el-Zayats
       Verurteilung hinfällig, nachdem das Mubarak Regime gestürzt
       worden war, und er bekam eine öffentliche Entschuldigung von
       Morsi im Juli 2012. Mitglied oder nicht, el-Zayat spielt eine
       einzigartige Rolle innerhalb des ideologischen Universums der
       Muslimbruderschaft. Er hat enge Beziehungen zwischen den
       führenden weltweiten Burderschaftsführern entwickelt und teilt
       ganz klar die Weltsicht der Bewegung und fördert sie. Immer noch
       streitet er, so wie andere mit der MB in Verbindung stehende
       Individuen im Westen, die ich interviewte – von einigen werden
       Sie in diesem Buch lesen – jede formale Mitgliedschaft in der
       Bruderschaft ab. Durch diesen Schachzug gelang es diesen "neuen
       westlichen Brüdern" – wie der italienische Terrorexperte Lorenzo
       Vidino sie bezeichnet – im Großen und Ganzen das Stigma zu
       vermeiden, das die Muslimbruderschaft mit sich herum trägt.
       Oder mit sich herumtrug. In der Tat, die von der MB so sehr
       erwünschte Zurückweisung von Gewalt, Radikalismus,
       Antiamerikanismus und Antisemitismus geht immer weiter zurück im
       Zeitalter Obamas. Über das Konzept eines Engagements gemeinsam
       mit der Muslimbruderschaft wird nicht mehr länger hinter
       vorgehaltener Hand auf den Cocktailparties in DC getuschelt, es
       ist zur offiziellen Politik der amerikanischen Regierung
       geworden. Wir nähern uns einem Punkt an dem el-Zayat und seine
       westlichen Kohorten sich vielleicht nicht mehr lange darum
       kümmern müssen ein doppeltes Spiel spielen zu müssen. Die
       Muslimbruderschaft und ihre Ableger kommen im gesamten Nahen
       Osten und Nordafrika an die Macht, mit vollster Unterstützung
       der westlichen Regierungen – darunter dem Chef der Obama
       Administration.
       Im Wesentlichen ist die Muslimbruderschaft, die Zeit ihres
       Entstehens immer ein Schattendasein leben musste, plötzlich
       Mainstream geworden. Wenn Mitglieder (und "Nichtmitglieder")
       einer Organisation häufige Gäste im Weißen Haus und im
       europäischen Parlament werden, und Regierungen dazu bringt
       Millionen an westlicher Unterstützung und an Waffen zu bekommen,
       dann kann man mit Sicherheit sagen, dass jegliches Stigma, was
       einst existierte, verschwunden ist. Das Ergebnis ist, dass in
       Europa und den Vereinigten Staaten der Tag schnell näher kommt,
       an dem Behauptungen einer Mitgliedschaft bei der
       Muslimbruderschaft mit einem kollektiven Schulterzucken begegnet
       wird, sowohl von Islamisten als auch von westlichen Offiziellen.
       Die Muslimbruderschaft, der Urvater von allem, was man heute als
       moderne islamische Terrorgruppen bezeichnet, wird heute als
       höfliche Begleitung in westlichen Hauptstädten betrachtet.
       In diesem Prozess musste sie ihre Grundüberzeugungen kein Iota
       verändern: Amerika, so wie wir es kennen, muss immer noch
       zerstört werden, Israel muss vom Angesicht der Erde getilgt
       werden, der weltweite islamische Superstaat, oder das Kalifat,
       muss immer noch wiedergeboren werden und die islamische Scharia
       muss jedem Einzelnen aufgezwungen werden und zwar allen – ob wir
       es wollen oder nicht. Mit anderen Worten, die Brüder
       unterstützen dieselbe Plattform heute, die sie vor beinahe einem
       Jahrhundert, bei ihrer Gründung hatte – eine Tatsache, die
       Präsident Obama und sein außenpolitisches Team nicht sonderlich
       beunruhigt.
       "Sagen Sie mir bescheid, wenn ihr Filmbericht gesendet wird,"
       sagt Ibrahim el-Zayat als er sich gegen Ende unseres Interviews
       fertig machte und zu einem weiteren Termin aufbrach. "Ich freue
       mich darauf ihn mir anzusehen." El-Zayat hatte Rückenwind, als
       er sich von mir verabschiedete und in die warme Kölner Nacht
       verschwand. Seine Seite würde gewinnen. Und das wusste er.
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