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#Post#: 1809--------------------------------------------------
Realitäten in Deutschland
DIR By: Kater Karlo
Date: July 17, 2013, 11:59 am
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10.07.13 Gericht
Polizei muss Zwangsversteigerung von Berliner Haus schützen
Kaufinteressenten für ein Haus an der Karl-Marx-Straße wurden im
Gerichtssaal von jungen Männern bedroht. Der bisherige
Eigentümer gehört nach Morgenpost-Informationen einer arabischen
Großfamilie an.
Das Haus, in das Hendrik Messner* und seine Freunde gern
eingezogen wären, liegt im Herzen von Berlin-Neukölln, direkt
neben dem Theater Heimathafen an der Karl-Marx-Straße. Das
Gebäude müsste dringend saniert werden, aber Messner und seine
Freunde hatte das nicht abgeschreckt. Sie wollten gemeinsam
anpacken und die Wohnungen renovieren, um dann später mit ihren
Familien einzuziehen. Doch noch bevor der Termin stattfand, bei
dem sie um die zur Zwangsversteigerung ausgeschriebene Immobilie
hätten bieten können, mussten sie ihre Pläne aufgeben.
Als Hendrik Messner das Haus vor Wochen von der
gegenüberliegenden Straßenseite aus fotografierte, rannten
plötzlich vier Männer auf ihn zu. Sie forderten ihn auf, die
Fotos zu löschen. Als er das nicht tat, schlugen sie ihm ins
Gesicht und traten ihn. Es war offensichtlich, dass Hendrik
Messner hier nicht erwünscht war, schon gar nicht als
potenzieller neuer Eigentümer. Deshalb hielten Messner und seine
Freunde nicht länger an ihrem Vorhaben fest. "Die Männer waren
äußerst aggressiv", sagte Messner, der aus diesem Grund auch
nicht seinen richtigen Namen in der Zeitung lesen möchte. "Ich
will meine Familie schützen und keinen Stress."
Wie Messner erging es in den vergangenen Wochen offenbar einigen
Interessenten für das Objekt an der Karl-Marx-Straße. "Das
Bezirksamt hat uns mitgeteilt, dass mehrere Interessenten unter
Druck gesetzt wurden", sagte Gerichtssprecher Ulrich Wimmer der
Berliner Morgenpost. Demnach versuchten mehrere Personen,
potenzielle neue Eigentümer davon abzuhalten, an der
Zwangsversteigerung teilzunehmen.
Großaufgebot im Amtsgericht
So sollen Interessenten, die sich das Gebäude anschauen wollten,
bedroht und eingeschüchtert worden sein. Die Einflussnahme kommt
nicht von ungefähr: Der bisherige Eigentümer gehört nach
Informationen der Berliner Morgenpost einer arabischen
Großfamilie an, von der mehrere Mitglieder sich bei der Polizei
in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Delikten einen Namen
gemacht haben. Weil er offene Geldforderungen nicht zahlte,
betrieben das Land Berlin und das Hauptzollamt am vergangenen
Mittwoch die Zwangsversteigerung am Amtsgericht Neukölln. Doch
auch mit der Versteigerung war die Angelegenheit für die Störer
offenbar nicht beendet. Da die Gefahr bestand, dass es während
des Termins zu weiteren Zwischenfällen kam, hatte das
Amtsgericht Neukölln bereits im Vorhinein die Polizei um
Amtshilfe gebeten. "Das ist sehr ungewöhnlich für ein solches
Verfahren", sagte Gerichtssprecher Wimmer. "Es gab
Ankündigungen, dass die Verhandlung gestört werden sollte",
sagte ein Polizeisprecher. "Wir wurden gebeten, den
Justizwachtmeistern bei der Durchsetzung des Hausrechts zu
helfen."
Die Polizei schickte am vergangenen Mittwoch ein Großaufgebot an
Einsatzkräften zum Amtsgericht an der Karl-Marx-Straße. Sie
positionierten sich zunächst vor dem Gerichtsgebäude. Zeitgleich
versammelten sich dort nach Angaben von Augenzeugen mehrere
Jugendliche und junge Männer, die die Besucher beim Betreten mit
Drohgebärden einschüchterten und bedrängten.
Im Gerichtssaal eskalierte dann die Situation – trotz der
Präsenz der Justizwachtmeister und Polizeibeamten, die teilweise
auch in Zivil gekommen waren. Die wenigen Interessenten, die
überhaupt gekommen waren, wurden von rund 40 Besuchern
übertroffen, die sich offenbar nur zum Ziel gesetzt hatten, den
Termin platzen zu lassen. "Es kam immer wieder zu Störungen",
sagte Wimmer. "Interessenten wurden im Gerichtssaal angerempelt,
sichtlich um sie vom Bieten abzuhalten." Die Polizei musste
insgesamt acht Personen aus dem Saal bringen.
Als er sich im Verhandlungssaal auf eine Bank setzte, hätten
zwei Jugendliche links und rechts von ihm Platz genommen,
berichtete ein Augenzeuge. "Wollen Sie das Haus kaufen?", hätten
sie ihn gefragt. Um dann zu erklären: "Machen Sie das nicht, das
würden wir Ihnen nicht raten. Sie werden keinen Spaß damit
haben." Auf die gleiche Weise sei mit anderen Besuchern
umgegangen worden. Sobald jemand hereinkam, sei er von mehreren
Jugendlichen regelrecht umzingelt worden. Die Jugendlichen
hätten sich neben die Interessenten gesetzt, die Arme um sie
gelegt und auf sie eingeredet. "Die Stimmung war sehr
angespannt", erzählte der Augenzeuge.
Applaus im Saal
Als die Versteigerung von der Richterin eröffnet und der Name
des bisherigen Eigentümers verlesen wurde, hätten mehrere
Personen im Gerichtssaal applaudiert. "Werden Sie bedroht?",
habe die Richterin einen Mann gefragt, nachdem er das erste
Gebot abgegeben hatte. Die Verhandlung konnte nach Angaben von
Gerichtssprecher Wimmer dennoch durchgeführt werden. Der vom
Gericht ermittelte Verkehrswert von 640.000 Euro wurde
schließlich um mehr als 300.000 Euro überboten. Das Höchstgebot
in Höhe von 960.000 gab ein Rechtsanwalt ab, der für einen
Mandanten an der Zwangsversteigerung teilgenommen hatte. Nach
der Verhandlung sei er von einem Justizwachmann aus dem Saal
geleitet worden.
Es ist fraglich, wie die Verhandlung abgelaufen wäre, wenn die
Polizei nicht da gewesen wäre – ob sich dann möglicherweise
niemand getraut hätte, ein Gebot abzugeben. Sicher ist aber,
dass die Drohungen Interessenten abgehalten haben, mitzubieten,
wie zum Beispiel Hendrik Messner und seine Freunde.
Ermittlungen seien nach der Zwangsversteigerung nicht
eingeleitet worden, weil es sich bei den Zwischenfällen nicht um
Straftaten gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher. Ob der
neue Eigentümer seinen Frieden mit der Immobilie an der
Karl-Marx-Straße finden wird oder mit weiteren Drohungen zu
rechnen hat, bleibt abzuwarten. Der sogenannte Zuschlag soll am
17. Juli verkündet werden, erst dann geht das Haus an den neuen
Eigentümer über. Der Anwalt, der das Höchstgebot abgegeben
hatte, wollte sich auf Anfrage der Morgenpost zu den
Einschüchterungen beim Versteigerungstermin am vergangenen
Mittwoch nicht äußern.
HTML http://www.morgenpost.de/bezirke/neukoelln/article117890602/Polizei-muss-Zwangsversteigerung-von-Berliner-Haus-schuetzen.html
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