URI:
   DIR Return Create A Forum - Home
       ---------------------------------------------------------
       Station13
  HTML https://station13.createaforum.com
       ---------------------------------------------------------
       *****************************************************
   DIR Return to: Kein Islam bitte
       *****************************************************
       #Post#: 1729--------------------------------------------------
       Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: June 27, 2013, 2:09 pm
       ---------------------------------------------------------
       Obama sagt, er werde das Flugzeug, in dem Edward Snowden
       Russland verlässt, nicht mit Kampfjets abfangen lassen.
       Unglaublich, so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen.
       Die US-Regierung macht, was sie will. Sie hofft auf die
       Durchsetzung internationalen Rechts, hält sich aber ihrerseits
       nicht daran; man denke an den Menschenraub und die Verbringung
       in geheime Straflager und jahrelange Folter Unschuldiger im
       rechtsfreien Raum Guantánamo.
       KEIN Land dürfte Snowden ausliefern, weil ihm kein
       rechtsstaatliches Verfahren bzw. die Todesstrafe in den USA
       drohen würde.
       Israel hat ja auch so einen Fall: Vanunu
  HTML http://www.sueddeutsche.de/politik/nsa-whistleblower-obama-will-snowden-nicht-abfangen-lassen-1.1707276
       #Post#: 1773--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: KarlMartell
       Date: July 7, 2013, 5:37 pm
       ---------------------------------------------------------
       „Als Zielobjekt markiert“
       Der Enthüller Edward Snowden über die geheime Macht der NSA
       Kurz bevor Edward Snowden zum
       weltweit bekannten Whistleblower
       wurde, beantwortete er einen
       umfangreichen Katalog von Fragen. Sie
       stammten unter anderem von Jacob Appelbaum,
       30, einem Entwickler von Verschlüsselungs-
       und Sicherheitssoftware.
       Appelbaum unterweist internationale
       Menschenrechtsgruppen und Journalisten
       im sicheren und anonymen Umgang
       mit dem Internet.
       Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er
       2010 bekannt, als er den WikiLeaks-Gründer
       Julian Assange als Redner bei einer
       Hacker-Konferenz in New York vertrat.
       Zusammen mit Assange und weiteren Co-
       Autoren veröffentlichte er unlängst den
       Gesprächsband „Cypherpunks: Unsere
       Freiheit und die Zukunft des Internets“.
       Im Zuge der Ermittlungen rund um die
       WikiLeaks-Enthüllungen ist Appelbaum
       ins Visier amerikanischer Behörden geraten,
       die Unternehmen wie Twitter und
       Google aufgefordert haben, seine Konten
       preiszugeben. Er selbst bezeichnet seine
       Haltung zu WikiLeaks als „ambivalent“
       – und beschreibt im Folgenden, wie er
       dazu kam, Fragen an Snowden stellen zu
       können:
       Mitte Mai hat mich die Dokumentarfilmerin
       Laura Poitras kontaktiert. Sie sagte
       mir zu diesem Zeitpunkt, sie sei in
       Kontakt mit einer anonymen NSA-Quelle,
       die eingewilligt habe, von ihr interviewt
       zu werden.
       Sie stellte dafür gerade Fragen zusammen
       und bot mir an, selbst Fragen beizusteuern.
       Es ging unter anderem darum
       festzustellen, ob es sich wirklich um einen
       NSA-Whistleblower handelt. Wir
       schickten unsere Fragen über verschlüsselte
       E-Mails. Ich wusste nicht, dass der
       Gesprächspartner Edward Snowden war
       – bis er sich in Hongkong der Öffentlichkeit
       offenbarte. Er wusste auch nicht,
       wer ich war. Ich hatte damit gerechnet,
       dass es sich um jemanden in den Sechzigern
       handeln würde.
       Das Folgende ist ein Auszug aus einem
       umfangreicheren Interview, das noch
       weitere Punkte behandelte, viele davon
       sind technischer Natur. Einige der Fragen
       erscheinen jetzt in anderer Reihenfolge,
       damit sie im Zusammenhang verständlich
       sind.
       Bei dem Gespräch ging es fast ausschließlich
       um die Aktivitäten der National
       Security Agency und um ihre Fähig -
       keiten. Es ist wichtig zu wissen, dass diese
       Fragen nicht im Zusammenhang mit
       den Ereignissen der vergangenen Woche
       oder des vergangenen Monats gestellt
       wurden. Sie wurden in einer Zeit totaler
       Ruhe gestellt, als Snowden noch auf Hawaii
       war.
       Ich hatte zu einem späteren Zeitpunkt
       noch einmal direkten Kontakt mit
       Snowden, an dem ich auch meine eigene
       Identität offenbarte. Er hat mir damals
       die Einwilligung gegeben, seine Aussagen
       zu veröffentlichen.
       
       Frage: Was ist die Aufgabe der National
       Security Agency (NSA) – und wie ist deren
       Job mit den Gesetzen in Übereinstimmung
       zu bringen?
       Snowden: Aufgabe der NSA ist es, von allem
       Wichtigen zu wissen, das außerhalb
       der Vereinigten Staaten passiert. Das ist
       eine beträchtliche Aufgabe, und den Leuten
       dort wird vermittelt, dass es eine existentielle
       Krise bedeuten kann, nicht alles
       über jeden zu wissen. Und dann glaubt
       man irgendwann, dass es schon in Ordnung
       ist, sich die Regeln etwas hinzubiegen.
       Und wenn die Menschen einen dann
       dafür hassen, dass man die Regeln verbiegt,
       wird es auf einmal überlebenswichtig,
       sie sogar zu brechen.
       Frage: Sind deutsche Behörden oder deutsche
       Politiker in das Überwachungssystem
       verwickelt?
       Snowden: Ja natürlich. Die (NSALeute
       –Red.) stecken unter einer Decke
       mit den Deutschen, genauso wie mit den
       meisten anderen westlichen Staaten. Wir
       (im US-Geheimdienstapparat –Red.) warnen
       die anderen, wenn jemand, den wir
       packen wollen, einen ihrer Flughäfen benutzt
       – und die liefern ihn uns dann aus.
       Die Informationen dafür können wir zum
       Beispiel aus dem überwachten Handy der
       Freundin eines verdächtigen Hackers gezogen
       haben, die es in einem ganz anderen
       Land benutzt hat, das mit der Sache
       nichts zu tun hat. Die anderen Behörden
       fragen uns nicht, woher wir die Hinweise
       haben, und wir fragen sie nach nichts. So
       können sie ihr politisches Führungspersonal
       vor dem Backlash (deutsch etwa:
       Rückschlag –Red.) schützen, falls herauskommen
       sollte, wie massiv weltweit die
       Privatsphäre von Menschen missachtet
       wird.
       Frage: Aber wenn jetzt Details dieses Systems
       enthüllt werden, wer wird dafür vor
       Gericht gestellt werden?
       Snowden: Vor US-Gerichte? Das meinen
       Sie doch nicht ernst, oder? Als der letzte
       große Abhörskandal untersucht wurde –
       das Abhören ohne richterlichen Beschluss,
       das Abermillionen von Kommunikationsvorgängen
       betraf – hätte das eigentlich
       zu den längsten Haftstrafen der
       Weltgeschichte führen müssen. Aber
       dann haben unsere höchsten Vertreter
       die Untersuchung einfach gestoppt. Die
       Frage, wer theoretisch angeklagt werden
       könnte, ist hinfällig, wenn die Gesetze
       nicht respektiert werden. Gesetze sind
       gedacht für Leute wie Sie oder mich –
       nicht aber für die.
       Frage: Kooperiert die NSA mit anderen
       Staaten wie Israel?
       Snowden: Ja, die ganze Zeit. Die NSA hat
       eine große Abteilung dafür, sie heißt FAD
       – Foreign Affairs Directorate.
       Frage: Hat die NSA geholfen, Stuxnet zu
       programmieren? (Jenes Schadprogramm,
       das gegen iranische Atomanlagen eingesetzt
       wurde –Red.)
       Snowden: Die NSA und Israel haben Stuxnet
       zusammen geschrieben.
       Frage:Welche großen Überwachungsprogramme
       sind heute aktiv, und wie helfen
       internationale Partner der NSA?
       Snowden: Die Partner bei den „Five Eyes“
       (dahinter verbergen sich die Geheimdienste
       der Amerikaner, der Briten, der
       Australier, der Neuseeländer und der Kanadier
       –Red.) gehen manchmal weiter als
       die NSA-Leute selbst. Nehmen wir das
       Tempora-Programm des britischen Geheimdienstes
       GCHQ. Tempora ist der erste
       „Ich speichere alles“-Ansatz („Full
       take“) in der Geheimdienstwelt. Es saugt
       alle Daten auf, egal worum es geht und
       welche Rechte dadurch verletzt werden.
       Dieser Zwischenspeicher macht nachträgliche
       Überwachung möglich, ihm entgeht
       kein einziges Bit. Jetzt im Moment kann
       er den Datenverkehr von drei Tagen speichern,
       aber das wird noch optimiert. Drei
       Tage, das mag vielleicht nicht nach viel
       klingen, aber es geht eben nicht nur um
       Verbindungsdaten. „Full take“ heißt, dass
       der Speicher alles aufnimmt. Wenn Sie
       ein Datenpaket verschicken und wenn
       das seinen Weg durch Großbritannien
       nimmt, werden wir es kriegen. Wenn Sie
       irgendetwas herunterladen, und der Server
       steht in Großbritannien, dann werden
       wir es kriegen. Und wenn die Daten Ihrer
       kranken Tochter in einem Londoner Call
       Center verarbeitet werden, dann … Ach,
       ich glaube, Sie haben verstanden.
       Frage: Kann man dem entgehen?
       Snowden: Na ja, wenn man die Wahl hat,
       sollte man niemals Informationen durch
       britische Leitungen oder über britische Server
       schicken. Sogar Selfies (meist mit dem
       Handy fotografierte Selbstporträts –Red.)
       der Königin für ihre Bademeister würden
       mitgeschnitten, wenn es sie gäbe.
       Frage: Arbeiten die NSA und ihre Partner
       mit einer Art Schleppnetz-Methode, um
       Telefonate, Texte und Daten abzufangen?
       Snowden: Ja, aber wie viel sie mitschneiden
       können, hängt von den Möglichkeiten
       der jeweiligen Anzapfstellen ab. Es
       gibt Daten, die für ergiebiger gehalten
       werden und deshalb häufiger mitgeschnitten
       werden können. Aber all das ist eher
       ein Problem bei ausländischen Anzapf-
       Knotenpunkten, weniger bei US-amerikanischen.
       Das macht die Überwachung
       auf eigenem Gebiet so erschreckend. Die
       Möglichkeiten der NSA sind praktisch
       grenzenlos – was die Rechenleistung angeht,
       was den Platz oder die Kühlkapazitäten
       für die Computer angeht.
       Frage: Die NSA baut ein neues Datenzentrum
       in Utah. Wozu dient es?
       Snowden: Das sind die neuen Massendatenspeicher.
       Frage: Für wie lange werden die gesammelten
       Daten aufbewahrt?
       Snowden: Jetzt im Moment ist es noch so,
       dass im Volltext gesammeltes Material
       sehr schnell altert, innerhalb von ein paar
       Tagen, vor allem durch seine gewaltige
       Masse. Es sei denn, ein Analytiker markiert
       ein Ziel oder eine bestimmte Kommunikation.
       In dem Fall wird die Kommunikation
       bis in alle Ewigkeit gespeichert,
       eine Berechtigung dafür bekommt
       man immer. Die Metadaten (also Verbindungsdaten,
       die verraten, wer wann mit
       wem kommuniziert hat –Red.) altern weniger
       schnell. Die NSA will, dass wenigstens
       alle Metadaten für immer gespeichert
       werden können. Meistens sind die
       Metadaten wertvoller als der Inhalt der
       Kommunikation. Denn in den meisten
       Fällen kann man den Inhalt wiederbesorgen,
       wenn man die Metadaten hat. Und
       falls nicht, kann man alle künftige Kommunikation,
       die zu diesen Metadaten
       passt und einen interessiert, so markieren,
       dass sie komplett aufgezeichnet wird.
       Die Metadaten sagen einem, was man
       vom breiten Datenstrom tatsächlich haben
       will.
       Frage: Helfen Privatunternehmen der
       NSA?
       Snowden: Ja. Aber es ist schwer, das nachzuweisen.
       Die Namen der kooperie -
       renden Telekom-Firmen sind die Kronjuwelen
       der NSA … Generell kann man
       sagen, dass man multinationalen Konzernen
       mit Sitz in den USA nicht trauen
       sollte, bis sie das Gegenteil bewiesen haben.
       Das ist bedauerlich, denn diese Unternehmen
       hätten die Fähigkeiten, den
       weltweit besten und zuverlässigsten Service
       zu liefern – wenn sie es denn wollten.
       Um das zu erleichtern, sollten Bürgerrechtsbewegungen
       diese Enthüllungen
       jetzt nutzen, um sie anzutreiben. Die
       Unternehmen sollten einklagbare Klauseln
       in ihre Nutzungsbedingungen schreiben,
       die ihren Kunden garantieren, dass
       sie nicht ausspioniert werden. Und sie
       müssen technische Sicherungen einbauen.
       Wenn man auch nur eine einzige
       Firma zu so etwas bewegen könnte, würde
       das die Sicherheit der weltweiten
       Kommunikation verbessern. Und wenn
       das nicht zu schaffen ist, sollte man sich
       überlegen, selbst eine solche Firma zu
       gründen.
       Frage: Gibt es Unternehmen, die sich weigern,
       mit der NSA zu kooperieren?
       Snowden: Ja, aber ich weiß nichts von einer
       entsprechenden Liste. Es würde jedoch
       sicher mehr Firmen dieser Art geben,
       wenn die kollaborierenden Konzerne
       von den Kunden abgestraft würden.
       Das sollte höchste Priorität aller Computernutzer
       sein, die an die Freiheit der
       Gedanken glauben.
       Frage: Vor welchen Websites sollte man
       sich hüten, wenn man nicht ins Visier der
       NSA geraten will?
       Snowden: Normalerweise wird man aufgrund
       etwa des Facebook-Profils oder
       der eigenen E-Mails als Zielobjekt markiert.
       Der einzige Ort, von dem ich
       persönlich weiß, dass man ohne diese
       spezifische Markierung zum Ziel wer -
       den kann, sind die Foren von Dschihadisten.
       Frage: Was passiert, wenn die NSA einen
       Nutzer im Visier hat?
       Snowden: Die Zielperson wird komplett
       überwacht. Ein Analytiker wird täglich
       einen Report über das bekommen, was
       sich im Computersystem der Zielperson
       geändert hat. Es wird auch … Pakete
       jener Daten geben, die die automatischen
       Analysesysteme nicht verstanden
       haben, und so weiter. Der Analytiker
       kann entscheiden, was er tun will – der
       Computer der Zielperson gehört nicht
       mehr ihr, er gehört dann quasi der USRegierung.
       JACOB APPELBAUM,
       LAURA POITRAS
       DER SPIEGEL 28/2013, S. 22-24
       #Post#: 1780--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: NoReligionEver
       Date: July 9, 2013, 8:38 pm
       ---------------------------------------------------------
       Danke Dir für den Artikel
       Ich finde es richtig, dass Snowden auch den Letzten aufklärt,
       dass abgehört und abgegriffen wird und ich hab nichts wirklich
       gesellschaft destuktives am Telefon geäussert und/oder im WWW
       geschrieben weil ich eher gesellschafts konstruktiv wirken
       möchte. Das aufgezeichnet wird ist schon seit mindestens seit 3
       Jahrzehnten klar.
       #Post#: 1814--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 20, 2013, 5:30 pm
       ---------------------------------------------------------
       Franziska Augstein stellte bereits im November 2012 das Buch des
       Historikers Josef Foschepoth "Überwachtes Deutschland" vor.
  HTML http://www.youtube.com/watch?v=-4-IVBibZyw
       Aktuelles Interview mit Foschepoth in der Süddeutschen vom
       9.7.2013
  HTML http://www.sueddeutsche.de/politik/historiker-foschepoth-ueber-us-ueberwachung-die-nsa-darf-in-deutschland-alles-machen-1.1717216
       Frontal 21 im Februar 2013
  HTML http://www.youtube.com/watch?v=of6ZTh6Rdys
       Die Reaktionen deutscher Politiker, vor allem von Merkel und
       Konsorten waren doch höchst eigenartig und wenig glaubhaft - was
       allen auffiel. Snowdens Enthüllungen sind im Grunde für die
       Bundesregierung gegenüber ihren Bürgern das größte Desaster.
       #Post#: 1815--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 20, 2013, 6:40 pm
       ---------------------------------------------------------
       28.12.2009
       ZEITGESCHICHTE
       Gesetzlose Praxis
       Josef Foschepoth, 62, lehrt Neueste Geschichte an der
       Universität Freiburg.
       SPIEGEL: Die Bundesregierung hat jetzt eingeräumt, dass der Zoll
       bis zur deutschen Einheit 1990 Postsendungen aus der DDR
       kontrollierte. Überrascht Sie das?
       Foschepoth: Mich überrascht die Begründung. Die Bundesregierung
       beruft sich für die jahrzehntelange Praxis auf die
       Interzonenüberwachungsverordnung von 1951, dabei regelt seit
       1961 ein Gesetz die Zensur durch den Zoll.
       SPIEGEL: Warum hat ausgerechnet der Zoll Briefe und Pakete
       kontrolliert?
       Foschepoth: Anfang der fünfziger Jahre schickte die DDR
       massenweise Postsendungen mit Propagandamaterial gegen die
       Westintegration der Bundesrepublik über die innerdeutsche
       Grenze, und die Alliierten baten Kanzler Adenauer um Hilfe bei
       der Postzensur. Man sorgte sich, die Westdeutschen könnten der
       SED auf den Leim gehen. Nach dem Grundgesetz ist aber eine
       Verletzung des Postgeheimnisses ohne entsprechendes Gesetz
       unzulässig. Adenauer stimmte trotzdem zu. Nun sah die
       Interzonenüberwachungsverordnung ohnehin vor, dass die Post dem
       Zoll Sendungen aus der DDR vorlegte, wenn diese dem Anschein
       nach Waren oder Wertpapiere enthielten. Fortan suchte der Zoll
       auch nach Propagandamaterial.
       SPIEGEL: Das klingt abenteuerlich.
       Foschepoth: Das sahen auch manche leitende Beamte so. Immer
       wieder äußerten sie rechtsstaatliche Bedenken gegen die
       "gesetzlose Verwaltungspraxis", wie sie es formulierten.
       SPIEGEL: Wie lief die Kontrolle ab?
       Foschepoth: Es wurde ein gestaffeltes Überwachungssystem
       entwickelt. Sobald Züge aus der DDR mit Post die innerdeutsche
       Grenze passiert hatten, stiegen westdeutsche Postbeamte zu und
       sortierten noch im Zug die Sendungen vor. An den zentralen
       sogenannten Aussonderungsstellen Hamburg, Hannover, Bad Hersfeld
       und Hof wurde die verdächtige Post dann dem Zoll übergeben.
       SPIEGEL: Vom BND ist bekannt, dass er Post aus der DDR öffnete,
       unter anderem um ein Bild von der dortigen Stimmung zu bekommen.
       Die Briefe wurden dann wieder verschlossen und zugestellt. Was
       machte der Zoll damit?
       Foschepoth: Wenn man sogenannte staatsgefährdende Schriften
       fand, wurden sie dem Staatsanwalt übergeben oder vernichtet,
       zeitweise übrigens von Häftlingen in einem Zuchthaus in
       Hannover.
       SPIEGEL: Wie viele Sendungen wurden nach Ihrer Einschätzung
       konfisziert?
       Foschepoth: In den Akten lässt sich nachweisen, dass alliierte
       und deutsche Stellen zwischen 1956 und 1972 mindestens 151
       Millionen Postsendungen aus dem Verkehr zogen.
       SPIEGEL: Und das wurde bis 1990 so gehandhabt?
       Foschepoth: Über die siebziger und achtziger Jahre wissen wir
       bislang wenig. Die Akten liegen nämlich der Forschung nicht vor.
       SPIEGEL: Sind denn auch private Briefe geöffnet worden?
       Foschepoth: Selbstverständlich. Die Bundesrepublik dürfte das am
       besten überwachte Land im demokratischen Westen gewesen sein.
  HTML http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68425649.html
       #Post#: 1816--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 21, 2013, 6:24 am
       ---------------------------------------------------------
       "Unterirdisch" von Heribert Prantl:
  HTML http://www.sueddeutsche.de/politik/ueberwachungs-durch-us-geheimdienste-unterirdisch-1.1726074
       #Post#: 1817--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 21, 2013, 7:52 am
       ---------------------------------------------------------
       US-Behörden ermitteln aus Stuttgart
       Das Joint Interagency Counter Trafficing Center hat in
       Deutschland neben Terrorismus auch Drogen-, Waffen- und
       Menschenhandel im Visier, die Bundesregierung sieht selbst bei
       der Kooperation von deutscher Polizei und ausländischem Militär
       keine Probleme
       Es geht um die Bekämpfung von Terrorismus, Drogen-, Waffen- und
       Menschenhandel: Das US-Militär hat auf dem Stützpunkt in
       Stuttgart eine Abteilung eingerichtet, in der diverse
       US-Behörden, wie etwa die Bundespolizei FBI, die Drug
       Enforcement Adminstration (DEA) oder der Zoll zusammen arbeiten.
       Auch europäische und afrikanische Partner werden in die
       Zusammenarbeit eingebunden. Die Abteilung trägt den Namen Joint
       Interagency Counter Trafficing Center (JICTC) und ist beim
       European Command (EUCOM) eingerichtet, also einem der
       Oberkommandos der US-Streitkräfte. Das geht aus einer Kleinen
       Anfrage der Linkspartei hervor.
       In der Anfrage von Paul Schäfer, Andrej Hunko und weiteren
       Abgeordneten heißt es:
       "Der Aufbau des JICTC in Deutschland ist nur die aktuellste
       Maßnahme der sich vertiefenden Kooperation zwischen deutschen
       und US-amerikanischen Sicherheitsbehörden bzw. zwischen der
       Europäischen Union und den USA. Bereits seit geraumer Zeit
       befinden sich Angestellte des Department of Homeland Security
       zwecks Personenkontrollen und Überwachung des Flugverkehrs in
       Deutschland. Die Öffentlichkeit wurde bislang über diese
       Zusammenarbeit im Unklaren gelassen."
       Laut Bundesregierung informierten die USA bereits Ende 2010 die
       deutsche Seite auf inoffizieller Ebene über das Projekt. Erst im
       "November 2012 wurde die Bundesregierung durch die US-Botschaft
       auch offiziell über die Einrichtung des JICTC unterrichtet",
       heißt es in der Anfrage. Eine Unterstützung durch die
       Bundesregierung im Rahmen des Aufbaus des JICTC oder eine
       Unterstützung der laufenden Arbeit des JICTC vonseiten der
       Bundesregierung sei nicht erfolgt.
       Auf die Frage, ob die Bundesregierung es für angebracht halte,
       über die Aktionen des JICTC durch die US-Regierung informiert zu
       werden, heißt es:
       "Die Bundesregierung sieht die Notwendigkeit, sich anlassbezogen
       über das JICTC auszutauschen. Dies wird im Rahmen der
       vertrauensvollen deutschamerikanischen Zusammenarbeit
       gewährleistet."
       Die Linkspartei wollte auch wissen, welche konkreten Maßnahmen
       bisher über das JICTC gelaufen sind, doch die Bundesregierung
       weiß von keinen Aktionen:
       "Der Bundesregierung sind über den Informationsaustausch hinaus
       in seinem Aufgabenbereich keine konkreten Maßnahmen des JICTC
       seit dessen Einrichtung bekannt."
       Problematisch scheint auch der Berührungspunkt zwischen
       polizeilichen und militärischen Aufgabenbereichen. Für Maßnahmen
       zur Verbrechensbekämpfung in Sachen Drogen ist in Deutschland
       ausschließlich die Polizei zuständig und nicht das Militär, die
       Linkspartei fragt daher, ob ein Vorgehen des JICTC in Sachen
       Drogenbekämpfung überhaupt mit "der verfassungsrechtlich
       verankerten Zuständigkeit der Polizei für diesen Bereich" zu
       vereinbaren ist.
       Die Bundesregierung sieht hier keinen Bruch mit der Verfassung.
       Ausländisches Militär falle nämlich nicht unter den
       "Streitkräftebegriff", wie er im Grundgesetz verwendet wird, "so
       dass sich aus dieser Verfassungsnorm keine Beschränkungen für
       eine polizeilichmilitärische Zusammenarbeit ergeben".
  HTML http://www.heise.de/tp/blogs/8/153620
       Anfrage an den Bundestag durch die Linken zu dieser Sache:
  HTML http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/115/1711540.pdf
       #Post#: 1824--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: July 22, 2013, 2:26 pm
       ---------------------------------------------------------
       Soziale Medien in Schulen: Baden-Württemberg verbietet Lehrern
       Facebook-Nutzung
       Schulen dürfen Fanpages bei Facebook pflegen, Lehrer sollen
       soziale Netzwerke nicht dienstlich nutzen: Baden-Württemberg hat
       neue Regeln für das Internet im Unterricht erlassen - aus
       Datenschutzgründen. Pädagogen kritisieren sie als unpraktikabel.
       Nein, als Verbot will das Kultusministerium von
       Baden-Württemberg seine Handreichung "Der Einsatz von 'Sozialen
       Netzwerken' an Schulen" nicht verstanden wissen. "Wir wollen die
       Lehrer damit unterstützen", sagt eine Sprecherin.
       Doch in dem Papier (abrufbar hier) heißt es: Die "Verwendung von
       sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung
       personenbezogener Daten" sei "generell verboten". Über weite
       Teile liest es sich wie eine Verbotsliste: Lehrer im Südwesten
       dürfen soziale Netzwerke zu keinerlei dienstlicher Kommunikation
       mit Schülern oder Kollegen nutzen, keine Chats, keine
       Direktnachrichten, keine Online-Terminvereinbarung, keine
       Arbeitspapiere in der Cloud, also auf dezentralen Speichern im
       Internet. Jedenfalls nicht, wenn dafür Facebook, Google+,
       Twitter oder ähnliche Dienste genutzt werden müssen. Alles nicht
       mit deutschen oder europäischen Datenschutzgesetzen zu
       vereinbaren.
       Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren in verschiedenen
       Bundesländern Diskussionen darüber gegeben, was Lehrer im Netz
       dürfen und sollen - und was eben nicht. Schleswig-Holstein etwa
       hat schon im vergangenen Herbst die Schulleitungen im Norden
       angewiesen, die dienstliche Kommunikation unter Lehrern oder von
       Lehrern mit Schülern und Eltern zu unterbinden. In
       Baden-Württemberg hat man jetzt auf eigene Initiative gehandelt,
       denn es habe eine "große Unsicherheit" unter den Lehrern
       geherrscht, so Ministeriumssprecherin Christine Sattler.
       Als weltfremd kritisieren jedoch einige pädagogische Praktiker
       die neuen Regeln, die Mitte des Monats, also kurz vor dem
       Sommerferien, an alle Schulen gingen. Ein Gymnasiallehrer, der
       seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, etwa sagt, "die
       Nutzung kommerzieller Internetservices ist für viele Schulen ein
       Segen, da 'offizielle' unkommerzielle Dienste für Schüler oft
       unattraktiv oder sogar zu komplex in der Bedienung sind".
       Er verstehe zwar die Datenschutz-Argumente, doch könne er seine
       Schüler nicht mehr kurzfristig erreichen, wenn er nicht Facebook
       nutzen könne. Absprachen für Kurse und Arbeitsgemeinschaften
       würden extrem verkompliziert. Viele Teenager würden einfach
       keine E-Mails mehr lesen, sondern sind nur im sozialen Internet
       unterwegs. Das Ministerium jedoch rät zum "konventionellen
       Schriftverkehr" und zur "Nutzung verschlüsselter E-Mails
       einschlägiger Anbieter".
       Komplett verbannen aus dem Unterricht will das Ministerium
       Facebook und Co. allerdings nicht. So dürfen Schulen eigene
       "Fanpages" anlegen, auch wenn das rechtlich umstritten sei. Es
       gehe vor allem um personenbezogene Daten von Schülern, die
       keinesfalls auf amerikanischen Servern landen dürften. Im
       Unterricht wiederum dürfen dem Papier zufolge soziale Netzwerke
       dazu genutzt werden, "um Funktionsweise, Vorteile, Nachteile,
       Risiken usw. pädagogisch aufzuarbeiten".
       Sanktionen für Lehrer, die sich nicht an den Facebook-Bann
       halten, sind dem Ministerium zufolge nicht vorgesehen. "Wir
       vertrauen den Schulen, dass sie die Regelungen umsetzen", so
       Sprecherin Sattler.
       
  HTML http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/baden-wuerttemberg-untersagt-lehrern-soziale-medien-a-912438.html
       E-Mails sind zu komplex in der Bedienung für Gymnasiasten!!!
       Sauber.
       Und Grün-Rot in BW hat mal wieder einen Grund, etwas zu
       verbieten. Als würden nur Facebook-Nachrichten auf
       "amerikanischen Servern" landen.
       #Post#: 1854--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: Kater Karlo
       Date: August 8, 2013, 3:52 pm
       ---------------------------------------------------------
       Schaut euch das mal an:
  HTML http://www.youtube.com/watch?v=sNFWF-kWBTI
       Es sind 3 Teile
       Bereits 2003 sendete das ZDF eine Dokumentation über NSA- und
       sonstige Spionage in Deutschland.
       Ich kenne nicht jede Aussage von Snowden, aber was öffentlich
       bekannt wurde, wird in dieser Doko bereits alles belegt und
       gesagt.
       #Post#: 1856--------------------------------------------------
       Re: Edward Snowden
   DIR By: geier
       Date: August 11, 2013, 2:17 am
       ---------------------------------------------------------
       Was Snowden erzählt, hätte 1999 von unserem HErrn Bundesgauckler
       schon öffentlich gemacht werden können. Oder Verhandlungen mit
       den USA über eine volle Souveränität Deutschlands beginnen
       lassen können...  ::)
  HTML http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14010746.html
       GEHEIMDIENSTE
       Spurenvernichtung im Amt
       Von Mascolo, Georg
       Die Stasi hatte Beweise dafür gesammelt, daß US-Agenten die
       Bundesregierung ausspionierten. Doch nach der Wende ließ das
       Bonner Innenministerium die belastenden Akten von bewaffneten
       Grenzschützern abholen und nach Washington bringen.
       Die stählernen Container bargen ein Staatsgeheimnis: 13 088
       Seiten Dokumente. Der Empfänger war unverdächtig: Das
       Bundesministerium des Innern in Bonn hatte sie angefordert. Für
       Sicherheit beim Transport war gesorgt: Ein Kommando bewaffneter
       Grenzschutzbeamter holte die Aktenbündel beim
       Geheimschutzbeauftragten der Berliner Gauck-Behörde ab.
       Seit jenem 24. Juli 1992 sind die Akten bis auf einen kargen
       Rest verschwunden. Die Regierung Helmut Kohls hat sie den
       Amerikanern zurückgegeben. Washington hatte ganz ordentlich
       Druck in Bonn gemacht - schließlich trugen etliche der Dokumente
       Stempel der höchsten amerikanischen Geheimhaltungsstufen "Top
       Secret" und "Top Secret Umbra". Die Geheimpapiere stammten von
       der National Security Agency (NSA), einer 40 000 Mann starken
       und jährlich 27 Milliarden Dollar teuren Lauschabteilung, die
       weltweit operiert. Sie waren der Beweis dafür, wie ungeniert die
       Amerikaner bis 1987 Spionage betrieben - auch gegen die
       Westdeutschen.
       Kernstück der Sammlung war die sogenannte National Sigint
       Requirement List (NSRL), ein 4258 Seiten starkes Dokument, in
       dem die NSA festlegt, in welchen Ländern was abgehört werden
       soll. Die Liste ist eine Art Wunschkatalog für die Spionage
       gegen Feind und Freund. Das Weiße Haus, das Außenministerium und
       etliche andere Regierungsstellen melden darin ihre
       Informationsbedürfnisse an.
       Die NSA notiert, Land für Land, was den Staatslauschern
       technisch bereits möglich ist, was bald erreichbar sein wird und
       was vorerst unerreichbar bleibt. Das Washingtoner Interesse an
       deutscher Innen- und Außenpolitik, Nuklear- und Weltraumtechnik
       und militärischer Forschung füllte, Freund hört mit, rund 30
       Seiten. Noch neugieriger waren die USA, jedenfalls bei den
       Verbündeten, nur noch auf französische Interna.
       Den Nachweis für die unfreundlichen Lauschangriffe gegen die
       Bundesrepublik hat die Stasi erbracht. Sie hatte einen Agenten
       in den deutschen NSA-Filialen plaziert. Die Quelle mit dem
       Decknamen "Paul" sprudelte so heftig, daß der stolze Spitzelchef
       Erich Mielke den Freunden
       vom Moskauer Geheimdienst KGB immer wieder feierlich Kopien
       überreichen konnte. 1990 entschieden die letzten Offiziere der
       DDR-Spionageabteilung HVA, den Beweis für die weltweite
       US-Spionage zu erhalten. "Das war so brisantes Material, das
       wollten wir nicht vernichten", so Ex-Oberst Klaus Eichner, in
       dessen Büro der Panzerschrank mit der erbeuteten US-Liste in den
       letzten Tagen der DDR stand.
       Die Papiere gingen in die Verwaltung der Gauck-Behörde über und
       unterlagen damit den besonderen Vorschriften des
       Stasi-Unterlagen-Gesetzes. Danach dürfen zwar Originaldokumente
       deutscher und fremder Geheimdienste, die einst die Stasi
       zusammengerafft hatte, aus dem Archiv entnommen werden - doch
       ein Teil der verschwundenen Akten sind Auswertungsberichte,
       Übersetzungen und Expertisen der Stasi über das Treiben der NSA.
       Diese Originale aber hätten nur herausgerückt werden dürfen,
       wenn das Innenministerium eine sogenannte ersatzlose Herausgabe
       angeordnet hätte. Dies ist zulässig, "wenn das Wohl des Bundes
       oder eines Landes" be-
       * 1989 vor einer Vernehmung in Washington.
       droht ist und die Zustimmung des Parlamentarischen
       Kontrollgremiums (PKG), das sind die Geheimdienstkontrolleure
       des Bundestages, eingeholt wurde.
       Der Ausschuß wurde aber nie informiert. Das Innenministerium
       argumentiert, es habe die Originale gar nicht angefordert,
       Kopien hätten es auch getan. Die Gauck-Behörde bedauert, daß der
       damalige "Bearbeiter es für sachdienlich gehalten hat,
       Materialien mit entsprechendem sachthematischem Bezug" - also
       jedes die NSA-Umtriebe betreffende Blatt - "mit herauszugeben".
       Dies sei "nicht angezeigt" gewesen. Nicht einmal Kopien der
       NSA-Akten blieben zurück, obwohl das Gesetz deren Anfertigung
       ausdrücklich erlaubt.
       So verschwand, was der US-Unteroffizier James Hall alias "Paul"
       in emsiger Kleinarbeit zusammengeklaut hatte. Hall hatte einst
       in der NSA-Station auf dem Berliner Teufelsberg und im
       US-Hauptquartier in Frankfurt am Main gearbeitet. Als sein
       Meisterstück galt die Beschaffung der NSRL-Liste, die er Stück
       für Stück in Plastiktüten aus seiner Dienststelle
       hinausschleppte.
       In einer kleinen Frankfurter Wohnung kopierte er gemeinsam mit
       einem Ost-Berliner Helfer auf einem Tischkopierer Blatt für
       Blatt. Damit es schneller ging, entfernten sie die Abdeckplatte
       des Geräts; gegen das grelle Licht der Kopierlampe schützte sich
       das Duo mit Sonnenbrillen. Bei der Stasi füllte das
       Spionagekompendium schließlich zehn Aktenordner.
       Ein Überläufer aus dem Osten beendete Halls Agentenkarriere:
       1989 verurteilte ihn ein US-Militärgericht zu 40 Jahren
       Gefängnis.
       Erst im vergangenen Jahr hat die Gauck-Behörde begonnen, den
       rechtlich fragwürdigen Schacher mit Halls Akten zu
       rekonstruieren. Der neue Geheimschutzbeauftragte hatte die alten
       Verschlußsachenbücher gesichtet und war dabei auf die wenigen
       Übergabeprotokolle gestoßen. Wer 1992 in der Gauck-Behörde so
       freigebig mit den Akten umging, ist immer noch unklar. "Nach
       meiner Information durch Amtsleitung erledigt", hatte der
       damalige Geheimschutzbeauftragte Erwin Thiel auf den Rand eines
       Drängelbriefes geschrieben, mit dem das Innenministerium eine
       zügige Herausgabe anmahnte.
       Amtschef Joachim Gauck schließt aber aus, daß er es gewesen ist.
       Tatsächlich erledigte solche juristisch heiklen Operationen
       zumeist sein Direktor, damals Hansjörg Geiger. Der verließ 1995
       die Behörde und ist jetzt Staatssekretär im
       Bundesjustizministerium. Geiger weiß nichts mehr von dem
       Vorgang: "Daran erinnere ich mich überhaupt nicht."
       Sicher ist allerdings, daß Geiger mit der Aktenaktion zumindest
       am Anfang zu tun hatte. Ein erster Brief aus dem
       Innenministerium vom Februar 1992 landete auf seinem
       Schreibtisch. Geiger verschob die Entscheidung. Mehr Hinweise
       geben die Akten der Behörde nicht her. Sein Untergebener Thiel
       wurde später abgelöst - er galt als ziemlich eigenmächtig. Hat
       er die Übergabe letztlich allein durchgezogen?
       Nachdem Geigers Nachfolger in der Gauck-Behörde, Peter Busse, im
       Innenministerium intervenierte, rückten die Kölner
       Verfassungsschützer mittlerweile ein paar hundert Blatt der
       Original-Stasi-Unterlagen wieder raus. Zufrieden ist die
       Berliner Behörde damit noch nicht - denn die Dokumente über die
       NSA sind nicht darunter.
       Man sei "aufgrund eines völkerrechtlichen Vertrages"
       verpflichtet gewesen, deren "Verschlußsachen vor unbefugter
       Kenntnisnahme zu schützen", rechtfertigt das Innenministerium
       die Abgabe der NSA-Dossiers.
       So wurden die Akten nicht einmal auf strafrechtliche Relevanz
       überprüft - die Bundesanwaltschaft, zuständig für die Verfolgung
       aller Formen der Spionage, hat das Material nie gesehen. Eine
       "strafrechtliche Prüfung", argumentiert das Ministerium gewagt,
       habe "nur durch die zuständige Stelle der USA erfolgen" können.
       So richtig gedankt haben die Amerikaner den Deutschen die
       Eilfertigkeit nicht. Staatsschützer sind überzeugt, daß die NSA
       wie eh und je in Deutschland lauscht - neuerdings wohl vor allem
       im Bereich der Privatwirtschaft. Nachzuweisen, bedauerte der
       Verfassungsschutz vergangenes Jahr in seiner Expertise
       "Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung", sei das leider
       nicht: "Es ist davon auszugehen, daß der weitaus größte Teil der
       Wirtschaftsspionage zwischen Industriestaaten mit den Mitteln
       der elektronischen Aufklärung bewältigt wird." Und die
       hinterlasse nun mal "keine verfolgbaren Spuren".
       Die einzigen Spuren, die deutsche Behörden hatten, wurden am 24.
       Juli 1992 von bewaffneten Grenzschützern beiseite geschafft.
       GEORG MASCOLO
       * 1989 vor einer Vernehmung in Washington.
       DER SPIEGEL 30/1999
       Interessant wirds aber 1 Jahr später mit dem hier, da wird
       erklärt wer die Rückgabe gedeckt hat:
  HTML http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/a-75622.html
       Gauck-Behörde will freien Zugang zu Stasi-Akten aus USA
       Die Berliner Gauck-Behörde will erreichen, dass die vom
       amerikanischen Geheimdienst CIA übergegebenen Daten der
       DDR-Spione nicht wie bisher vorgesehen als geheim eingestuft
       werden. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuen
       Ausgabe berichtet, fürchtet die Behörde, dass die brisanten
       Karteien andernfalls nicht für wissenschaftliche Forschungen und
       für Auskünfte genutzt werden könnten. Wie das Blatt weiter
       berichtet, sehe das Kanzleramt derzeit aber keine Möglichkeit,
       mit den Amerikanern über eine Aufhebung des Geheimschutzes zu
       verhandeln. Die USA, die Ende März mit der Rückgabe von Kopien
       der Spionagekartei begonnen haben, hatten sich die Geheimhaltung
       von der Bundesregierung ausdrücklich zusichern lassen.
       Samstag, 06.05.2000 – 10:47 Uhr
       *****************************************************
       Page 1 of 2
   DIR Next Page