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#Post#: 1689--------------------------------------------------
Mullah Omar is back!
DIR By: KarlMartell
Date: June 20, 2013, 10:21 am
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In Afghanistan kommen die Taliban zurück.
Natürlich werden die üblichen Verdächtigen den USA dafür die
Schuld in die Schuhe schieben wollen (ähnlich wie heute die SZ
dem "US-Braukonzern Budweiser" für die brasilianische Misere),
aber man sollte nicht verdrängen, dass das afghanische Volk in
seiner Mehrheit die Machtübernahme der Taliban 1996 gewollt und
sie nicht verjagt hat 2001. Zwölf Jahre ohne Taliban an der
Regierung haben nichts geändert, deshalb kommen sie jetzt
zurück. Das afghanische Volk kriegt, was es will: Steinigungen,
Handabhacken, Erschiessungen im Nationalstadion, Verbot der
Bildung für Mädchen, Verbot von Musik und dergleichen mehr.
Na, wir haben es wenigstens versucht.
--- Quote ---
>
> US-Verhandlungen mit Taliban: Die Kapitulation des Westens in
Afghanistan
>
> Eine Analyse von Christoph Sydow
>
> Nach zwölf Jahren Krieg, Tausenden Toten und erbitterten
Kämpfen wollen die USA mit den Taliban über Frieden reden. Für
den Westen zählt dabei nur eines: der geräuschlose Rückzug. Doch
für Frauen und Minderheiten am Hindukusch brechen dunkle Zeiten
an.
>
>
> Hamburg - Was wurde damals über Kurt Beck gespottet! Die Union
äußerte sich entsetzt, Afghanistans Außenminister Spanta warf
ihm Ahnungslosigkeit vor. Im April 2007 hatte der damalige
SPD-Chef eine Friedenskonferenz für Afghanistan angeregt, an der
alle am Hindukusch relevanten Gruppen beteiligt werden müssten -
auch die Taliban.
>
> Sechs Jahre später wird Becks Idee in die Tat umgesetzt. Am
Dienstag eröffneten die Taliban feierlich ihr Verbindungsbüro in
Katars Hauptstadt Doha. In dem Golfstaat wollen die Islamisten
Friedensgespräche führen - mit der afghanischen Regierung und
dem Weißen Haus. Hamid Karzai ziert sich noch, doch die
Verhandlungen zwischen Taliban und US-Regierung sollen in den
nächsten Tagen aufgenommen werden.
>
> Geheimgespräche zwischen den Konfliktparteien laufen schon
seit einigen Jahren, mehrfach trafen Vermittler auch in
Deutschland zusammen. Doch nun werden die Taliban erstmals seit
Beginn des internationalen Militäreinsatzes am Hindukusch 2001
offiziell mit am Verhandlungstisch sitzen. Bei den bisherigen
Afghanistan-Konferenzen, die seither in unregelmäßigen Abständen
abgehalten wurden, waren die Extremisten noch außen vor
geblieben.
>
> Gibt es "gemäßigte Taliban"?
>
> Doch nun haben sich die Vorzeichen geändert. Die USA und ihre
Verbündeten planen den halbwegs geordneten Abzug ihrer
Kampftruppen aus dem Krisenstaat. Zeitgleich mit der Eröffnung
des Taliban-Büros verkündete Karzai, dass die afghanische Armee
offiziell die Verantwortung für die Sicherheit im gesamten Land
von der internationalen Isaf-Schutztruppe übernommen hat. Bis
Ende 2014 sollen die knapp hunderttausend ausländischen Soldaten
aus Afghanistan abziehen, nur Militärausbilder sollen
zurückbleiben.
>
> Die Nato-Staaten wollen dann zumindest kein völliges Chaos
hinterlassen. Von den hehren Zielen, die 2001 vom Westen für
Afghanistan ausgegeben wurden - Demokratie, Menschenrechte,
verantwortliche Regierungsführung - haben sich die Isaf-Staaten
ohnehin längst verabschiedet. Solange die Taliban künftig darauf
verzichten, ihren Herrschaftsbereich zum Rückzugsraum für
internationale Terroristen zu machen, dürfen sie dort schalten
und walten, haben die USA signalisiert.
>
> Die oft geäußerte Unterscheidung zwischen "gemäßigten" und
"radikalen" Taliban verläuft heute genau entlang dieser Grenze -
zwischen jenen, die mit Hilfe von al-Qaida ein islamisches
Weltreich errichten wollen, und jenen, denen die Macht in Kabul
reicht.
>
> Sie alle treten die Rechte von Frauen und Minderheiten mit
Füßen. So zeichnet die Menschenrechtsorganisation Human Rights
Watch schon jetzt ein düsteres Bild für die Zukunft der
Frauenrechte in dem Land. Auch Amnesty International beklagt
umfangreiche Verstöße gegen die Menschenrechte. Vor allem Frauen
und Mädchen seien immer wieder Gewalt ausgesetzt, so der
Jahresbericht der Organisation.
>
> Taliban düpieren Karzai
>
> Besonders im Grenzgebiet zu Pakistan im Osten des Landes haben
die Taliban de facto die Kontrolle längst übernommen und bauen
auf, was sie für eine gerechte islamische Ordnung halten. Diese
setzen sie auch mit dem Schwert durch. Erst in der vergangenen
Woche köpften die Extremisten in der Provinz Kandahar zwei
Kinder, die sie beschuldigten, für die afghanischen
Sicherheitskräfte zu spionieren. Einen Tag später verübten sie
vor dem Obersten Gericht im Herzen Kabuls den schwersten
Anschlag seit mehr als einem Jahr.
>
> Wie schlimm es um die Sicherheitslage steht, belegt eine
Studie der Bundeswehr von Ende Mai. Demnach stieg die Zahl die
Anschläge auf Truppen und Zivilisten im Jahr 2012 um rund 25
Prozent.
>
> Entsprechend selbstbewusst treten die Taliban inzwischen auf.
Bei der Eröffnung ihrer Vertretung in Doha posierten ihre
Vertreter unter einem Banner mit dem Schriftzug "Islamisches
Emirat Afghanistan". Diese Bezeichnung trug das Land bereits
zwischen 1996 und 2001, als die Taliban in Kabul die Kontrolle
innehatten. Für Karzai war der Auftritt ein Affront - die
Aufständischen präsentierten sich ungeniert als
Parallelregierung, mit der sich der Präsident nun über die
Verteilung der Macht verständigen solle.
>
> Doch auch unter den Taliban sind die Verhandlungen mit der
afghanischen Regierung umstritten. Bislang hatten sie Gespräche
mit Karzais Vertretern stets abgelehnt, weil der Präsident in
ihren Augen ohnehin nur eine Marionette der Amerikaner ist.
>
> Taliban sollen afghanische Verfassung anerkennen
>
> Besonders das mächtige Haqqani-Netzwerk hat den Gesprächen nur
halbherzig seine Unterstützung zugesagt. Dieser Zweig der
Taliban, der für viele Anschläge in Afghanistan und Pakistan
verantwortlich gemacht wird, hat auch einen US-Soldaten in
seiner Gewalt. Seit Juni 2009 befindet sich Bowe Bergdahl in der
Gefangenschaft der Extremisten - nun verlangen sie die
Entlassung afghanischer Guantanamo-Häftlinge im Austausch für
seine Freilassung.
>
> Auf Seiten der Taliban wurde die Gesprächsinitiative
maßgeblich von der sogenannten Quetta-Schura vorangetrieben.
Dieses Gremium, das hauptsächlich von Pakistan aus agiert, gilt
als Führungsriege der Bewegung. An seiner Spitze soll noch immer
Mullah Mohammed Omar stehen - jener Mann, den die USA und die
afghanische Nordallianz 2001 von der Macht in Kabul vertrieben.
>
> Möglich, dass er dort bald wieder sitzt. Denn am Ende der
Verhandlungen soll eine afghanische Regierung stehen, an der die
Taliban beteiligt sind. Dafür müssten diese sich zur
afghanischen Verfassung von 2004 bekennen, fordern Karzai und
Obama. Die Islamisten erkennen jedoch nur eine Schrift als
Verfassung an, die 1300 Jahre alt ist: den Koran. Das macht eine
Verständigung schwer.
>
> Ein Erfolg der Gespräche wird maßgeblich von Pakistan
abhängen. Regierung und Militär in Islamabad, allen voran der
Geheimdienst ISI, üben noch immer großen Einfluss auf die
Taliban aus. Pakistan hat mehrfach erklärt, seine "legitimen
Interessen in Afghanistan" müssten auch nach einem Abzug der
Isaf-Truppen geschützt werden. Die Verhandlungen in Doha werden
daher zu einem Durchbruch führen, wenn Afghanistans großer
Nachbar mit den Ergebnissen zufrieden ist.
>
--- End Quote ---
HTML http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-und-afghanistans-regierung-verhandeln-mit-den-taliban-in-doha-a-906850.html
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