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#Post#: 1638--------------------------------------------------
Politisch korrekt und moralisch orientierunglos
DIR By: Kater Karlo
Date: June 15, 2013, 1:10 pm
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Politisch korrekt und moralisch orientierungslos
Die politische Korrektheit ist kein Instrument der Erkenntnis,
sondern dient der Meinungspflege innerhalb einer Gruppe. Da sie
aber die Tabuisierung auch wissenschaftlicher Hypothesen
fordert, ist sie ebenso wie Religion und Esoterik der natürliche
Gegner einer jeden skeptisch-säkularen Bewegung. Sollte man
meinen.
(....)
Islamkritikphobie
Linke tun oft so, als hätten sie den Humanismus im Sinne des
Kampfes für Menschenrechte gepachtet. Das ist aber nicht der
Fall. So akzeptieren etwa viele Linke stillschweigend die
Ansicht, dass die Androhung der Vernichtung Israels durchaus
legitim sei. Warum sonst ist Claudia Roth nach ihrem High Five
mit dem iranischen Botschafter nicht politisch tot? Warum sonst
ist Andrea Nahles nach ihrer Beteuerung der „gemeinsamen Werte“
mit der Terrororgansiation Fatah nicht politisch tot? Sind
solche Leute die richtigen Freunde?
Das Erstarken des politischen Islams ist die größte Bedrohung
für unsere freiheitliche Grundordnung – und ganz besonders für
jegliche säkulare Bewegung innerhalb dieser Grundordnung. Aber
eine Kritik am Islam findet auf dem linken Spektrum kaum statt,
im Gegenteil: Sie ist tabuisiert, weil politisch inkorrekt.
[Update: Fairerweise möchte ich diesen Punkt in Bezug auf die
MIZ einschränken. Redakteur Frank Welker wies mich darauf hin,
dass gerade die MIZ und der Alibri-Verlag sich dafür eingesetzt
hätten, dass dieses Thema in der säkularen Szene Beachtung
findet. Allerdings sagte er auch, dass sie eben dafür von Teilen
der Linken Prügel einstecken mussten.]
Diese Kritik wird den Rechten überlassen. Deshalb kann ja auch
jede Kritik am Islam gleich als rechtsextrem neutralisiert
werden. Was allerdings in linken Kreisen politisch korrekt ist,
ist die kampflose Aufgabe unserer Werte, der Menschenrechte. So
möchte etwa Marieluise Beck von den Grünen jüdisches und
muslimisches Leben nicht einfach willkommen heißen, sondern
„auch zu den Bedingungen der Juden und Muslime [...] und nicht
nur zu unseren Bedingungen.“ Dazu schreibt Walter Otte sehr zu
Recht:
„Es zeigt sich jetzt konkret, wohin eine unreflektierte
Akzeptanz solcher Rituale wie der Knabenbeschneidung, wohin aber
auch eine Wertebeliebigkeit, eine Werteindifferenz führt: zur
Relativierung von Menschenrechten.“
Darin offenbart sich das größte Problem eines linken
Säkularismus: der Moralrelativismus, die moralische
Orientierungslosigkeit. Sie zeigt sich auch darin, dass in der
aktuellen Sexismusdebatte die offenkundigste und eklatanteste
Form des Sexismus, nämlich die fundamental-religiös motivierte
Frauenverachtung - und speziell die islamische in Form von
Zwangsheirat, Ghettoisierung, Jungfrauenkult und Ehrenmord –
nicht thematisiert wird, schon gar nicht von der säkularen
Bewegung.
Der moralische Relativismus ist selbstwidersprüchlich
Die Moralrelativisten wollen sich nicht anmaßen, einer anderen
Kultur vorzuschreiben, „westliche“ Normen zu beachten, auch wenn
es sich bei diesen Normen um die Menschenrechte handelt. Aber
eine solche radikalrelativistische Position wie die von Frau
Beck ist selbstwidersprüchlich. Denn auch die Forderung nach
Relativierung von Menschenrechten ist eine starke moralische
Position. Frau Beck gibt den Subkulturen völlig freie Hand, mit
ihren Menschen das zu tun, was ihnen beliebt. Sie dürfen ihre
Kinder beschneiden und indoktrinieren, ihre Frauen aus der
Öffentlichkeit entfernen, sie schlagen und zwangsverheiraten. Es
würde mich nicht wundern, wenn Frau Beck für Ehrenmörder auf
mildernde Umstände plädierte. Frau Beck entscheidet damit, dass
diese Menschen nicht in den Genuss der moralischen Fortschritte
kommen, die wir wie selbstverständlich in Anspruch nehmen. In
der Rhetorik der Moralrelativisten können wir sie fragen: „Wie
können Sie sich anmaßen, eine solch weitreichende moralische
Entscheidung über andere Menschen zu treffen!?“
Selbstkritik an der eigenen kollektiven Identität ist durchaus
positiv zu werten. Die Rechten haben eindeutig zu wenig davon.
Aber eine Bewegung, die daraus ableitet, kein Recht darauf zu
haben, moralische Werte zu setzen, und keine Pflicht, sie zu
verteidigen, hat kein Ziel und keinen Zweck. Eine solche
Bewegung kämpft für überhaupt nichts mehr – außer für die Pflege
der eigenen Meinung.
HTML http://evidentist.wordpress.com/2013/02/13/politisch-korrekt-und-moralisch-orientierungslos/
Lesenswerter Artikel. Ich habe - aus aktuellem Anlass ;) - nur
den letzten Teil kopiert.
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