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#Post#: 1599--------------------------------------------------
Islamkritik: Offener Mordaufruf gegen Publizisten Abdel-Samad
DIR By: NoReligionEver
Date: June 9, 2013, 12:04 pm
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[size=14pt][size=12pt]Wegen eines islamkritischen Vortrags ist
der Publizist Hamed Abdel-Samad Ziel einer Hetzkampagne
geworden. Im ägyptischen TV hat ein Salafist und Verbündeter von
Präsident Mursi nun zum Mord an dem Deutsch-Ägypter aufgerufen.
Im Interview erklärt Abdel-Samad die Hintergründe.
SPIEGEL ONLINE: Herr Abdel-Samad, der Scheich Assem Abdel-Maged,
einer der Führer der militant-islamistischen Bewegung "Dschamaa
Islamiya", hat im ägyptischen Fernsehen offen dazu aufgerufen,
Sie zu ermorden. Wie ist es dazu gekommen, und wie haben Sie von
dem Aufruf erfahren?
Abdel-Samad: Es hat am vergangenen Dienstag angefangen, als ich
in Kairo einen Vortrag über religiösen Faschismus gehalten habe.
Kurz darauf begann im Internet eine Hetzkampagne gegen mich, auf
Facebook erschienen mehrere Seiten mit Fotos von mir, auf denen
"Wanted Dead!" geschrieben war. Außerdem wurden die Adressen von
Orten in Kairo veröffentlicht, an denen ich mich regelmäßig
aufhalte. Obwohl diese Seiten mehrfach gemeldet wurde, ist sie
mit kurzen Unterbrechungen seit fast einer Woche online. Die
Vorwürfe gegen mich wurden schließlich auch auf mehreren
ägyptischen Fernsehsendern wiederholt und Video-Ausschnitte aus
meinem Vortrag gezeigt. Am Freitagabend hat Abdel-Maged dann auf
dem Sender Al-Hafez alle Ägypter dazu aufgerufen, mich sofort zu
ermorden.
SPIEGEL ONLINE: Gibt es einen bestimmten Aspekt an Ihrem
Vortrag, an dem die Islamisten Anstoß nehmen oder geht es
generell gegen Ihre kritische Auseinandersetzung mit dem Islam?
Abdel-Samad: Es geht speziell um meine Ausführungen in dem
Vortrag dazu, dass sich der religiöse Faschismus im Islam nicht
erst mit dem Aufstieg der Muslim-Brüderschaft ausgebreitet hat.
Meiner Meinung nach ist er im Islam selbst begründet, nämlich
als der Prophet Mohammed den Islam als Monokultur durchsetzte.
Video-Mitschnitte zu diesen Aspekten meines Vortrags haben die
Islamisten ins Internet gestellt und den Mordaufruf anbei
gefügt.
SPIEGEL ONLINE: Wie ernst nehmen Sie die Drohungen?
Abdel-Samad: Sehr ernst, sie sind schließlich sehr direkt.
Außerdem versucht Abdel-Maged, die Vorwürfe gegen mich zu
instrumentalisieren und meine Religionskritik als repräsentativ
für alle Oppositionellen darzustellen. So will er die Kritik an
Präsident Mursi und dessen Politik diskreditieren. Am 30. Juni
ist in Kairo eine Massendemonstration gegen Mursi geplant. Um
die Bewegung zu schwächen, verkündet Abdel-Maget nun, alle
Oppositionskräfte würden wie ich denken.
SPIEGEL ONLINE: Wie schätzen Sie die Verbindungen zwischen Mursi
und Abdel-Maged ein?
Abdel-Samad: Abdel-Maged ist in meinen Augen ein enger
Verbündeter von Mursi. Mitte Mai hat er zum Beispiel als
Sprecher von Dschamaa Islamiya zu einer Unterstützungskampagne
für Mursi aufgerufen und dafür plädiert, dass Mursi in jedem
Fall im Amt bleiben soll. Gemeinsam mit anderen islamistischen
Organisationen wollen sie ebenfalls am 30. Juni demonstrieren -
aber eben für Mursi.
SPIEGEL ONLINE: Welche Konsequenzen fordern Sie von deutschen
und ägyptischen Politikern angesichts des Mordaufrufs?
Abdel-Samad: Ich finde es unhaltbar, dass Mursi es nicht
verurteilt, wenn im ägyptischen Fernsehen offen und mehrfach zum
Mord gegen eine Person aufgerufen wird. Als deutscher
Staatsbürger erwarte ich zugleich von Bundeskanzlerin Merkel und
Außenminister Westerwelle, dass sie den Aufruf aufs Schärfste
kritisieren und Präsident Mursi dazu aufrufen, ihn ebenfalls zu
verurteilen.
Das Interview führte Hannah Pilarczyk
HTML http://www.spiegel.de/politik/ausland/mursi-verbuendeter-mordaufruf-gegen-publizist-abdel-samad-a-904619.html[/size][/size]
#Post#: 1605--------------------------------------------------
Re: Islamkritik: Offener Mordaufruf gegen Publizisten
Abdel-Samad
DIR By: KarlMartell
Date: June 10, 2013, 4:49 pm
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Aha, der Herr Abdel-Samad scheint endlich geschnallt zu haben,
was Islam ist. Lang genug hat er ja gebraucht.
Aber man ist ist ja froh über jeden, der die Wahrheit erkennt.
#Post#: 1612--------------------------------------------------
Re: Islamkritik: Offener Mordaufruf gegen Publizisten
Abdel-Samad
DIR By: KarlMartell
Date: June 11, 2013, 9:20 am
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Islamkritiker Abdel-Samad abgetaucht
"Er muss getötet werden": Für ägyptische Islamisten ist Hamad
Abdel-Samad seit vergangener Woche ein Apostat - einer der den
Tod verdient hat. Der Autor selbst nimmt die Drohungen ernst. Er
ist untergetaucht.
Hamburg - Ägyptische Islamisten haben ihn zum Ungläubigen
erklärt und seine Ermordung gefordert. Jetzt hat der
deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad die Konsequenzen
gezogen. "Er nimmt den Mordaufruf ernst und ist derzeit
untergetaucht", teilte sein Verlag Droemer Knaur in München mit.
Der gebürtige Ägypter hatte in der vergangenen Woche in Kairo
einen Vortrag über religiösen Faschismus im Islam gehalten.
"Kurz darauf begann im Internet eine Hetzkampagne gegen mich,
auf Facebook erschienen mehrere Seiten mit Fotos von mir, auf
denen 'Wanted Dead!' geschrieben war", sagte Abdel-Samad SPIEGEL
ONLINE in einem Interview.
Am vergangenen Freitag hatte Assem Abdel-Maged, einer der Führer
der militant-islamistischen Bewegung Gamaa Islamija, in einer
Sendung des TV-Kanals al-Hafez die ägyptischen Muslime
aufgerufen, den Autoren zu ermorden. Auch Mahmud Schaaban,
Rhetorikprofessor an der Azhar-Universität in Kairo und
erklärter Gegner des Säkularismus, nannte Abdel-Samad einen
Apostaten. "Selbst wenn er bereut, was er gesagt hat, muss er
getötet werden", sagte er im Sender al-Hafez. "Seine Reue mag
ihm im Jenseits helfen, aber er muss umgebracht werden."
Bundesregierung fordert Schutz für Abdel-Samad
Abdel-Samad, 1972 als Sohn eines Imams geboren, geht davon aus,
dass die Hetzkampagne gegen ihn aus dem Umfeld des ägyptischen
Staatspräsidenten Mohammed Mursi stammt. "Abdel-Maged ist in
meinen Augen ein enger Verbündeter von Mursi", sagte der Autor.
Gegenüber der ägyptischen Tageszeitung "al-Ahram" forderte
Abdel-Samad die ägyptische Justiz auf, ihn zu schützen. Die
Regierung versuche sich selbst im Namen Gottes über die Justiz
und die Polizei zu stellen. "Was in Ägypten gerade passiert,
gleicht einer kulturellen Invasion und ideologischem
Terrorismus", sagte Abdel-Samad.
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus
Löning, forderte die Regierung in Kairo auf, die Sicherheit des
Politologen zu gewährleisten. "Ich erwarte, dass sich die
ägyptische Regierung deutlich und unmissverständlich
distanziert", sagte Löning der "Süddeutschen Zeitung".
Der Droemer Knaur Verlag sagte seinem Autor jede Unterstützung
zu. "Denn wenn es eines braucht in dieser Lage, dann kritische
Aufklärung, und für die steht Hamed Abdel-Samad nicht nur in
Deutschland", sagte Verlagsleiterin Margit Ketterle. "Dafür wird
er nun mit dem Tod bedroht."
HTML http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutsch-aegypter-islamkritiker-abdel-samad-nach-mordaufruf-abgetaucht-a-905101.html
#Post#: 1615--------------------------------------------------
Re: Islamkritik: Offener Mordaufruf gegen Publizisten
Abdel-Samad
DIR By: KarlMartell
Date: June 11, 2013, 11:34 am
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Prognose: Der Untergang der islamischen Welt
Oktober 6th, 2010
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch,
Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO,
am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am
Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität
München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz
und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im
deutschsprachigen Raum. Seine Autobiographie „Mein Abschied vom
Himmel“ sorgte für Aufsehen…
Schon vor Jahren, als der heutige Politikwissenschaftler Hamed
Abdel-Samad als unglücklicher Politologie-Student an einer
durchschnittlichen deutschen Universität von
Identitätskonflikten geplagt wurde, fiel ihm Oswald Spenglers
»Der Untergang des Abendlandes« in die Hand. Zuerst glaubte er,
darin alle Argumente gegen die dekadente westliche Zivilisation
zu finden, die ihn als frommen Muslim so sehr überforderte.
Doch in die Schadenfreude angesichts des bevorstehenden Endes
der westlichen Kultur, mischte sich bald ein Erschrecken: Der
Zustand der untergehenden Zivilisation, wie Spengler ihn
beschreibt, kam ihm, der gerade aus Ägypten nach Europa gekommen
war, sehr bekannt vor. Wenn Spengler von einer in die Jahre
gekommenen Kultur sprach, die kalt und seelenlos geworden und
vom Materialismus und von formloser Gewalt unterwandert war,
erkannte er die heutige islamische Welt. Er sah die vielen
Muslime, die sich in der modernen Welt nicht zurechtfinden und
sich in eine vorgebliche Religiosität flüchten. Er sah die
aufmarschierenden Islamisten, die sich dem Geist der Zeit
verschliessen und von der imaginären Urgemeinde des Islam in der
Stadt Medina schwärmen…
Doch lassen wir den Autor selbst reden
(aus der Einleitung zu “Der Untergang der islamischen Welt“):
… Der Logik der Geschichte folgend, hätte die islamische Kultur
spätestens nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches in den
zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von der
Erdoberfläche verschwinden müssen. Nach der Abschaffung des
Kalifats deutete alles darauf hin, dass die Idee des
Gottesstaats durch die des modernen Nationalstaats endgültig
ersetzt würde, so dass alte patriarchalische Herrschaftsmuster
keine Chancen mehr hätten. Doch die Gründung der
Muslimbruderschaft in Ägypten im Jahr 1928 und die Entdeckung
des Erdöls in Saudi-Arabien kurze Zeit danach reichten offenbar
aus, um das Verschwinden des Islam aufzuhalten. Das unerwartete
Geld, die Privatisierung des Dschihad und das Florieren des
radikalen Wahhabismus schienen dem politischen Islam einen
gewaltigen neuen Schub gegeben zu haben. Oder sollten diese
Ereignisse nichts anderes als die künstliche Beatmung einer
Kultur gewesen sein, die ihren Zenit längst überschritten hatte
und bereits im Sterbebett lag?
Über die Zukunft der islamischen Welt zu sprechen ist nicht
weniger leicht, als Gewissheit etwa über den Klimawandel zu
erlangen. Wir können beobachten, dass sich große Teile der
islamischen Welt vom weltlichen Wissen drastisch distanzieren
und eine unversöhnliche Haltung zum Geist der Moderne einnehmen.
Ferner, dass der Fundamentalismus und das Ressentiment gegenüber
dem Westen geschwürartig wachsen und ihren furchtbaren Ausdruck
finden in Gewalt und Ausgrenzung. Gleichzeitig laufen bei jungen
Muslimen Individualisierungsprozesse ab, die exzessiv das
Internet nutzen und, je nach finanzieller Situation, ebenso
exzessiv moderne Verbrauchsgüter konsumieren und den alten
traditionellen Strukturen nicht mehr vertrauen. Diese
unterschiedlichen, parallel ablaufenden, sich wechselweise
bedingenden und beeinflussenden Entwicklungen können sowohl in
Demokratisierung als auch in Massenfanatismus und Gewalt münden.
Es kommt darauf an, auf welche Infrastrukturen die abgekapselten
Individuen treffen.
In Ländern wie dem Iran und Ägypten gedeihen sowohl die
radikalen Formen des Islam als auch die Bemühungen junger
Menschen, sich von diesen Formen zu befreien. Die Fronten sind
verhärtet wie noch nie, und eine bittere Konfrontation ist
unausweichlich. Der von Samuel Huntington beschworene »Kampf der
Kulturen« ist langst Wirklichkeit geworden. Er findet nicht nur
zwischen dem Islam und dem Westen statt, wie viele vermuten,
sondern auch innerhalb der islamischen Welt zwischen
Individualisierung und Konformitätsdruck, zwischen Kontinuität
und Innovation.
Eine politische Reform sowie eine Reform des Islam liegen jedoch
in weiter Ferne, da die Bildungssysteme immer noch für Loyalität
statt für freies Denken werben. Mangel an Produktivität und eine
wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung über die verfahrene
politische und wirtschaftliche Situation bescheren den radikalen
Islamisten immer mehr Zulauf. Selbst in den finanziell besser
gestellten Golfstaaten wird gesellschaftliche und politische
Öffnung als Einführung der modernsten Konsumgüter verstanden,
nicht als Erneuerung des Denkens.
Insbesondere am Golf sind die Gesellschaften immer noch tief
patriarchalisch geprägt, auch wenn sie sich durch ein zartes,
modernes Feigenblatt zu tarnen suchen. In vielen islamischen
Ländern werden Frauen zwar zur Bildung zugelassen, aber oft
zugleich daran gehindert, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Die sogenannten Reformer des Islam trauen sich nach wie vor
nicht an die elementaren Probleme der Kultur und der Religion
heran. Reformdebatten werden zwar häufig angestossen, aber nie
zu Ende geführt. Kaum jemand fragt sich: »Gibt es möglicherweise
einen Geburtsfehler in unserem Glauben?«
Alle Fragen der Reform beginnen beim Koran und zerbrechen am
Ende an diesem erratischen Block der islamischen Kultur.
Reformer und Konservative sind nach wie vor vom heiligen Text
besessen. Während die einen in ihm die Grundlage für einen
Gottesstaat sehen, suchen die Reformer nach positiven Passagen
in ihm, die für das moderne Leben taugen. Man schraubt am Vers
rum, bis er irgendwie zu den Umständen der heutigen Gesellschaft
passt. Kein Mensch traut sich zu fragen, wozu wir den Koran
heute brauchen. Keiner wagt den postkoranischen Diskurs. Denn
immer wenn die Reformdebatte ernst zu werden droht, werden die
alten Ressentiments gegen den Westen durch politische
Manipulationen aufgewühlt, um die Reformkräfte als fünfte
Kolonne des Abendlandes zu diffamieren und sie dadurch leicht zu
diskreditieren oder zu entsorgen. Angst vor Sanktionen, die im
schlimmsten Fall mit dem eigenen Tod enden können, halten viele
davon ab, in ihren Forderungen weit zu gehen… …
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