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#Post#: 1524--------------------------------------------------
Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: May 6, 2013, 12:47 pm
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Der martialische Klang von Heer, Sturm und Stahl
Keiner kann etwas für seinen Namen. Aber die von Beate Zschäpes
Verteidigern lesen sich, als habe die Angeklagte sie ausgesucht,
um zu provozieren. Diese Art Hohn ist ein Mittel rechter
Symbolik. Von Georg M. Oswald
"Wie kann man nur?" Diese Frage müssen sich Anwälte, die
mutmaßliche Verbrecher verteidigen, immer wieder stellen lassen.
Die Gegenfrage lautet jedoch: Wie wollen wir mit Menschen
umgehen, die durch die Ungeheuerlichkeit ihrer Taten jeden
Anspruch auf Verständnis verwirkt haben? Gerade juristischen
Laien fällt es sehr schwer zu akzeptieren, dass auch für solche
Täter die Unschuldsvermutung gilt, dass auch sie Anspruch auf
ein faires Verfahren haben und dass dazu auch eine
ordnungsgemäße Verteidigung gehört.
Warum ist das so? Durch die Einhaltung ihrer selbst geschaffenen
Regeln kann eine Gesellschaft in solchen Fällen sich selbst und
dem Täter beweisen, dass ihr Gerechtigkeit mehr bedeutet als
Willkür, Legitimität mehr als Machtausübung. Für ein lohnendes
Ziel kann das aber nur dann gehalten werden, wenn man aus Tätern
keine Monster macht, sondern sich klarmacht, dass sie Menschen
sind, wenn auch entsetzliche Menschen.
Dem Verteidiger muss es gelingen, die Distanz zu seinem Klienten
zu halten und dennoch mit dafür zu sorgen, dass ihm ein
rechtsstaatlicher Prozess gemacht wird. Mag sein, dass die
hysterische Dämonisierung eines Attentäters, eines
Massenmörders, eines Kinderschänders einem tiefen Bedürfnis
entspricht. Unseren zivilisatorischen Standards werden wir
jedoch nur gerecht, wenn wir einen anderen Weg wählen. Und dabei
kommen wir ohne Anwälte für die Täter nicht aus. So weit die
Theorie. Sie beantwortet jedoch nicht, wie sich Anwälte, die
eine solche Aufgabe übernehmen, öffentlich präsentieren sollen.
Provozierende Präsentation der Breivik-Anwälte
Geir Lippestad, der Verteidiger von Anders Breivik, wählte einen
Weg, den viele Menschen provozierend und geschmacklos fanden.
Zusammen mit seinen Kollegen posierte er für ein Foto auf und um
ein Sofa gruppiert. Sie tragen Anzüge in gedeckten Farben, nur
einer Krawatte. Der links Sitzende hat lässig die Beine
übereinandergeschlagen, der rechts Stehende den Kopf leicht
gesenkt, wie in Erwartung eines Angriffs, den er souverän zu
parieren gedenkt.
Die Gesichter der Abgebildeten sind ernst, aber keineswegs
eingeschüchtert, sondern entschlossen. Sie wirken wie ein
verschworenes Team, das sich auch von den ganz großen Fällen
nicht einschüchtern lässt: zum Beispiel der Verteidigung eines
Massenmörders. Ein Foto von den drei Verteidigern Beate
Zschäpes, Heer, Stahl, Sturm zeigt sie ebenfalls so, wie Anwälte
in Fernsehserien aussehen und wie sie sich gerne auf Homepages
von Anwaltskanzleien darstellen. Smarte, entschlossene Anzug-
und Kostümträger, die unerschrocken für die Rechte ihrer
Mandanten eintreten.
So irritiert die norwegische Öffentlichkeit wegen dieses Fotos
war, hatte man am Ende doch den Eindruck, dass Geir Lippestad
sich seiner Aufgabe gewachsen zeigte: Weil er es verstand, in
seinen öffentlichen Statements eine klare Grenze zwischen der
Gesinnung seines Mandanten und seiner eigenen zu ziehen. Über
das Foto von den Rechtsanwälten Heer, Stahl und Sturm wunderte
sich schon keiner mehr. Bei ihnen liegt das Problem woanders.
Zschäpes Anwälte lassen sich instrumentalisieren
Kann man den drei Anwälten im Ernst vorwerfen, dass sie so
heißen, wie sie heißen? Nein, das kann man nicht. Was man ihnen
aber vorwerfen kann, ist mangelnder Sinn für Symbolik und das
fehlende Gefühl dafür, dass sie sich instrumentalisieren lassen.
Es ist doch nicht zu übersehen: Die Namen der drei Verteidiger,
Heer, Stahl, Sturm, lesen sich, als habe sie Frau Zschäpe sich
ausgesucht, um zu provozieren. Sicher ist das ist nicht zu
beweisen. Aber es ist auch nicht auszuschließen, was in diesem
Fall schon ausreicht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Symbolik spielt bei einem Verfahren wie diesem eine große Rolle.
Rechtsradikale sind sehr geschickt darin, mit Symbolen zu
spielen. Sie tun das schon längst nicht mehr mit Hakenkreuzen
und SS-Runen.
Um mit dem Schlimmsten zu beginnen: Die Morde des NSU stellten
sich den Ermittlern so überzeugend als Gewalttaten unter
türkischen Einwanderern dar, dass sie eine Ewigkeit brauchten,
bis sie auf die Täter stießen. Man kann es auch so formulieren:
Der NSU hat es geschickt verstanden, die Fantasie der Ermittler
zu lenken und die eigenen Ressentiments in deren Köpfe
einzupflanzen, sollten sie dort nicht schon vorhanden gewesen
sein.
Wie die Hauptangeklagte den Staat verspottet
Wie gelang dies? Indem sie ihre Taten nicht so aussehen ließen,
wie "man" sich rechten Terror vorstellt, sondern wie "türkische
Milieumorde". Das Ganze wurde dann auf einer DVD festgehalten
und mit der Erkennungsmelodie von Paulchen Panther unterlegt.
Eine harmlose Melodie. Man darf wetten, dass sie unter
Rechtsradikalen heute Kultcharakter hat. Niemand kann sie mehr
spielen, ohne an rechten Terror zu denken.
Ein anderes Beispiel: Immer wieder einmal sieht man junge
Männer, auf deren T-Shirt steht: "Schwarze, Juden, Türken,
Schwule, Lesben, alles nette Leute ..." Mit keinem rechtlich
stichhaltigen Argument könnte man so einen Aufdruck verbieten,
und doch versteht man seine Botschaft sehr genau. Die Justiz
hinkt im Erkennen dieser Strategien hoffnungslos hinterher und
verurteilt stattdessen die Träger durchgestrichener Hakenkreuze
wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen.
Wenn sich nun aber die Hauptangeklagte des NSU-Prozesses ein
Verteidigerteam aus der ganzen Republik mit den Nachnamen Heer,
Stahl und Sturm zusammenstellt, liegt die Vermutung ziemlich
nahe, dass sie uns etwas damit sagen will. Es liegt in der Natur
der Sache, dass ein Terrorist nicht glaubt, der Staat, den er
bekriegt, bereite ihm ein faires Verfahren. Er wird deshalb
nichts unversucht lassen, ihm Hohn zu sprechen.
Mängel beim Umgang mit öffentlichem Interesse
Hohn ist, wie angedeutet, ein Gestaltungsmittel rechtsradikaler
Symbolik, die immer wieder sehr geschickt zum Einsatz gebracht
wird. Der größte Hohn gegen Opfer wie gegen die Ermittler
spricht aus den Taten des NSU selbst.
Vor diesem Hintergrund verwundert es, wenn behauptet wird, es
sei "Zufall", die Verteidiger von Beate Zschäpe hießen so, wie
sie heißen. "Frau Zschäpe hat sie gewählt. Auch bei der Auswahl
von Pflichtverteidigern hat der Angeklagte ein Vorschlags- und
Wahlrecht. Wenn kein wichtiger Grund entgegensteht, folgt das
Gericht diesem Vorschlag und bestellt sie als
Pflichtverteidiger. Ein "wichtiger Grund" zur Ablehnung sind die
Namen rechtlich natürlich nicht. Bestimmt sind sie gute
Strafverteidiger, doch davon gibt es viele, und wenn man merkt,
dass man wegen seines Nachnamens instrumentalisiert wird, trifft
man selbst die Entscheidung, ob man dies zulässt oder nicht.
Es heißt, die Bedeutung dieses Verfahrens bestehe auch in seiner
Signalwirkung im In- und Ausland. Es liegt nahe, die Unfähigkeit
des Gerichts, einen geeigneten Raum für das Verfahren zu finden,
sinnbildlich zu verstehen. Vor fast 40 Jahren, wurde für den
Stammheim-Prozess eigens eine Halle gebaut. Damals, in grauer
Internetvorzeit, war man im Umgang mit öffentlichem Interesse
offenbar wesentlich gewandter als heute.
Heer hält seine private Meinung für irrelevant
Die Stellungnahmen des Gerichts dazu sind knapp und ungenügend.
Die Verteidigung jedoch reproduziert in eigener Sache die
gleiche verbissene Sprachlosigkeit, die dem Gericht in der Frage
der Presseakkreditierung vorgeworfen wird. Nun muss ein
Verteidiger selbst wissen, ob er seine persönliche und
berufliche Zukunft in unauflösliche Verbindung mit einem solchen
Verfahren bringen will, und ob er dabei den auf der Hand
liegenden Verdacht auf sich ziehen will, er habe sich nur wegen
seines Namens in die Sache hineinziehen lassen.
Geir Lippestad hatte es verstanden, sich von Breivik und seinen
Taten zu distanzieren. Das hinderte ihn nicht daran, seine
Arbeit als Verteidiger zu tun. Im Gegenteil, es machte sie erst
möglich. Wolfgang Heer hingegen sagt: "Meine private Meinung
dazu [zum Verfahren gegen Zschäpe, Anm. d. Verf.] ist vollkommen
irrelevant."
Mit dieser Einschätzung irrt er sich gewaltig, denn es käme
gerade darauf an, auszuschließen, dass er und seine Kollegen von
ähnlicher Gesinnung seien wie ihre Mandantin. Dies umso mehr,
als der erste Anschein irritierend wirkt. Er könnte für einen
Verteidiger Grund genug sein, das Mandat niederzulegen. Tut er
es nicht, muss ihm klar sein, dass jeder Betrachter denkt, die
Anwälte seien mit der Instrumentalisierung ihrer Namen
einverstanden.
Sicher, verlangen kann das niemand. Es spielt rechtlich auch
überhaupt keine Rolle. Manchmal verstehen Juristen jedoch nicht,
dass etwas gerade deshalb besonders wichtig ist, weil es
juristisch keine Rolle spielt.
Georg M. Oswald ist Schriftsteller und Jurist. 2012 kam im
Piper-Verlag sein Roman "Unter Feinden" heraus. Soeben erschien
bei Murmann "55 Gründe, Rechtsanwalt zu werden".
HTML http://www.welt.de/kultur/article115910804/Der-martialische-Klang-von-Heer-Sturm-und-Stahl.html
Der Artikel erschien in der Rubrik "Kultur"!
#Post#: 1525--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: KarlMartell
Date: May 6, 2013, 5:55 pm
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Danke für den Artikel. Skurril.
Die Anwälte sind sicher gut, aber IMHO zu jung. Ich hätte mir
ein paar ältere ausgesucht, sagen wir mal im Schnitt 10 Jahre
älter als der Vorsitzende Richter Götzl.
#Post#: 1526--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: May 7, 2013, 3:18 pm
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"Es war unerträglich"
SZ.de: Herr Özcan, wie haben Sie den Auftakt des NSU-Prozesses
erlebt?
Celal Özcan: Ich habe mich gefühlt, als würde ich in einer Show
sitzen, bei der es um Mode ging und sich die Hauptangeklagte wie
ein Model auf dem Laufsteg präsentieren konnte. Das war
unerträglich für die Opferfamilien und das war auch unerträglich
für mich selbst, weil ich von der deutschen Justiz etwas anderes
erwartet habe. Sie hätte den Angeklagten nicht so einen Auftritt
ermöglichen dürfen.
Wie hätte die Justiz das verhindern sollen?
Das Gericht hätte Beate Zschäpe mit Hand- und Fußfesseln in den
Saal bringen lassen sollen. Dass sie so frei und unbefangen zum
Prozess erscheint, das ist den Opferfamilien gegenüber eine
Unverschämtheit.
weiterlesen:
HTML http://www.sueddeutsche.de/medien/huerriyet-reporter-zum-nsu-prozessauftakt-es-war-unertraeglich-1.1667145
#Post#: 1528--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: KarlMartell
Date: May 7, 2013, 8:12 pm
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So:
HTML http://www.abload.de/img/hannibalmu4.jpg
#Post#: 1529--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: May 8, 2013, 12:50 pm
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NSU-Opfer kämpfen mit der Bürokratie
Zahlreiche Geschädigte sind im NSU-Prozess Nebenkläger. Für sie
ist die Aufschiebung eine Zumutung, manche sind weit gereist.
Doch sie bekommen Hilfe.
Erwartet hatten die Hinterbliebenen und Überlebenden der
NSU-Taten: Aufklärung. Nicht nur über die langjährige Serie an
Morden und Anschlägen selbst, sondern auch über das Versagen der
Ermittler, die Akten schredderten, in die falsche Richtung
ermittelten und trotz zahlreicher V-Leute die Gefahr von Rechts
nicht erkannten. Am Montag sollte der deutsche Staat Gelegenheit
haben, das Vertrauen der Geschädigten in sein Rechtssystem
wiederherzustellen. Denn viele von ihnen nehmen durch die
Nebenklage am Prozess gegen Beate Zschäpe und ihre mutmaßlichen
Unterstützer teil.
Die Nebenkläger bekamen: Vertröstung. Statt die ersten Schritte
auf der Suche nach Antworten zu beginnen, müssen Richter Manfred
Götzl und seine Kollegen vom 6. Strafsenat zunächst die
Entscheidung über zwei Befangenheitsanträge abwarten, die die
Verteidiger von Zschäpe und dem Mitangeklagten Ralf Wohlleben
stellten. Nun müssen Angehörige und Opfer warten. Schon wieder,
nachdem das Gericht den Prozessauftakt bereits wegen des Gezänks
um die Presseplätze um drei Wochen verschoben hatte. Bürokratie
statt Aufarbeitung also – die Anträge, denen wohl noch viele
folgen werden, sind bei einem Prozess dieser Größe durchaus
üblich und zu erwarten. Doch für die Nebenkläger seien sie eine
Verlängerung ihrer Qual, sagen ihre Rechtsbeistände.
"Meine Mandantin ist wahnsinnig enttäuscht", sagt die Anwältin
Angelika Lex aus München. Sie vertritt Yvonne Boulgarides, die
Witwe des 2005 erschossenen Schlüsseldienst-Besitzers Theodorous
Boulgarides. Für die Erörterung hätte es gereicht, die
Verhandlung lediglich einen Tag lang auszusetzen.
Noch schwieriger ist die Situation für Hinterbliebene, die für
die Gerichtstermine weite Reisen auf sich nehmen müssen – etwa
für Semiya Simsek, deren Vater Enver im Jahr 2000 an einem
Straßenrand in Nürnberg erschossen wurde. Nach ihrer Verlobung
ist sie vor etwa einem Jahr in die Türkei gezogen, die Heimat
ihrer Eltern. Derzeit ist sie schwanger. "Für Semiya ist es
bedrückend, dass der Prozess erst nächste Woche weitergeht",
sagt ihr Anwalt Stephan Lucas. Für die erste Zeit der
Verhandlung werde sie bei ihrem Bruder in Hessen leben, wo die
Familie nach ihrer Ankunft in Deutschland Fuß gefasst hatte.
Erzbistum München hilft mit Geld und Unterkunft
Die Teilnahme am Prozess bereitet den Nebenklägern auch viel
Organisationsarbeit: Sie müssen Flüge und Hotels buchen, sich
frei nehmen. "Dieses Verfahren ist ein organisatorischer
Albtraum. Meine Mandantin hat zwei kleine Kinder, ihr Mann muss
sich jedes Mal Urlaub nehmen, wenn sie zum Gericht fahren will",
sagt der Anwalt Mehmet Daimagüler, der zwei Opferfamilien
vertritt. Zumindest finanziell soll der Prozess die Familien
nicht belasten: Die Kosten für Reisen und Unterkunft und andere
Mehrkosten, etwa für Verpflegung, könnten auf Antrag erstattet
werden, sagt die Sprecherin des Oberlandesgerichts, Andrea Titz.
Bislang sei allerdings erst ein Antrag dieser Art gestellt
worden. Wenn nun ein Nebenkläger während der Prozesspause aus
dringenden Gründen zurück in die Heimat reisen müsse, sei auch
dies erstattungsfähig. Diese Auslagen könne die Justiz später
bei den Angeklagten geltend machen, falls diese für schuldig
befunden werden.
Das Erzbistum München bietet den Nebenklägern etwas
unbürokratischere Hilfe: Für Reisen und Übernachtungen stellt es
ihnen 20.000 Euro zur Verfügung. Um die Unterstützung hatte die
Beauftragte für NSU-Opfer, Barbara John, gebeten. Für
Angehörige, die kein Hotelzimmer gefunden haben, gibt es zudem
Unterkünfte in Schloss Fürstenried, einem Anwesen am Rande eines
Waldes im Südwesten der Stadt. 30 Zimmer könnten die
Prozessteilnehmer dort nutzen, sagt ein Sprecher.
Wie viele das Angebot in Anspruch genommen haben, gibt er jedoch
nicht preis – denn die Opferhilfe hat auch Kritik auf sich
gezogen: Als die Unterbringungsmöglichkeit bekannt wurde, habe
das Bistum "bösartige und beschämende Briefe" erhalten. Dies
bestätige die Kirche jedoch in ihrer Entscheidung.
Am kommenden Dienstag soll der Prozess weitergehen, zusätzliche
Anträge haben die Verteidiger bereits angekündigt. Dass sich die
Verhandlung deswegen weiter verschiebt, ist gut möglich. Doch
selbst am ersten Prozesstag kam Richter Götzls Entscheidung für
einige Anwälte überraschend: "In anderen Fällen ist das
Prozedere oft nach zwei Stunden vom Tisch", sagt Sebastian
Scharmer, Rechtsbeistand der Tochter des 2006 in Dortmund
getöteten Kioskbetreibers Mehmet Kubaşik. Was die
Verteidiger beanstandet hätten, sei seit Langem aus den Akten
bekannt. Gamze Kubasik habe "fassungslos" auf den Aufschub
reagiert.
Stephan Lucas, der Anwalt von Semiya Simsek, hatte seine
Mandantin hingegen nach eigenen Angaben auf eine Vertagung
vorbereitet und einen "Plan B" in der Schublade gehabt. Dazu
gehöre, dass Simsek vorerst nicht zwischen Deutschland und der
Türkei pendelt. Ihr Kind werde sie nun hier bekommen.
HTML http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-05/nsu-prozess-hinterbliebene
#Post#: 1530--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: May 8, 2013, 7:58 pm
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Reaktionen türkischer Medien auf den NSU-Prozess
Eine Show-Bühne für die Angeklagte
Die türkischen Medien haben den Prozessauftakt in München mit
großer Aufmerksamkeit verfolgt. Im Mittelpunkt der
Berichterstattung stehen vor allem die Gefühle der türkischen
Opfer-Angehörigen und die als frech empfundene Haltung der
Hauptangeklagten Beate Zschäpe. Einzelheiten von Thomas Seibert
aus Istanbul
.Der Auftritt der Hauptangeklagten Beate Zschäpe im Gerichtssaal
A 101 des Münchner Oberlandesgerichts bestimmte am vergangenen
Dienstag (07.05.2013) die Titelseiten vieler türkischer
Zeitungen. "Nazi-Braut in Hitler-Pose" titelte die Zeitung
"Habertürk", neben ein Foto von Zschäpe mit verschränkten Armen
platzierte das Blatt eine Aufnahme Hitlers in ähnlicher Haltung.
Auch andere Zeitungen gingen auf das Verhalten der
Hauptangeklagten beim Auftakt des Prozesses ein. Die "Hürriyet"
bezeichnete Zschäpe auf der Titelseite als "frechen Nazi" und
betonte, dass die 38-Jährige dem Gericht und den Angehörigen der
NSU-Opfer den Rücken zugewandt habe. Der Verhandlungstag sei zu
einer Bühne für die "Show" der Angeklagten geworden.
"Tiefen Hass gespürt"
Zschäpes Auftritt vor Gericht habe die Angehörigen der acht
türkischen NSU-Opfer im Saal aufgewühlt, berichteten die
Zeitungen. Dilek Özcan, Tochter des 2006 in Nürnberg
erschossenen Ismail Yasar, wurde von "Sabah" und anderen
Publikationen mit den Worten zitiert, sie habe beim Anblick
Zschäpes gezittert und einen "tiefen Hass gespürt".
Unter Tränen habe Özcan jedoch hinzugefügt, sie sei sicher, dass
Zschäpe ihre gerechte Strafe erhalten werde.
Andere Angehörige der Opfer lenkten den Blick auf die vielen
offenen Fragen beim Prozess. So sagte Semiya Simsek, Tochter des
Mordopfers Enver Simsek, sie wolle wissen, warum die Neonazis
ausgerechnet ihren Vater als Opfer ausgesucht hätten. Ihr
Vertrauen in die Bundesrepublik sei durch die Morde zerstört
worden, zitiert unter anderem die Zeitung "Vatan".
Diese bevorstehende Aufklärungsarbeit des Gerichts beschäftigt
die türkische Presse besonders intensiv: Die Zeitung "Milliyet"
bezeichnet das Verfahren als "Deutschlands Nazi-Prüfung". Doch
bereits vor dem Prozess wurden Zweifel daran geäußert, dass die
deutsche Justiz diese Aufgabe bewältigen wird.
Ayhan Sefer Üstün, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im
türkischen Parlament, der mit fünf Kollegen zum Prozessauftakt
reiste, betonte vor türkischen Journalisten in München die
Hoffnung auf ein gerechtes Urteil - trotz der bereits zu Beginn
sichtbar gewordenen Verzögerungstaktik der Verteidigung. "Das
erwarten wir, und wir werden weiter genau hinschauen."
Nicht alle türkischen Beobachter waren so aufgeschlossen. Mahmut
Tanal, Politiker der säkularen Oppositionspartei CHP und
Mitglied in Üstüns Delegation, forderte die Entfernung des
Kruzifixes aus dem Gerichtssaal. Das christliche Symbol sei eine
"Bedrohung" für alle Nicht-Christen und widerspreche den
Prinzipien des säkularen Rechtsstaates, sagte er.
"Der deutsche Ergenekon"
Die bevorstehende Prüfung für den deutschen Rechtsstaat
erinnerte einige türkische Beobachter an Zustände im eigenen
Land. Die Zeitung "Star" verglich den NSU-Prozess mit dem
Verfahren gegen die rechtsnationalistischen Mörder des
armenischstämmigen türkischen Journalisten Hrant Dink.
Die Hauptverdächtige Zschäpe habe sich ähnlich selbstbewusst
präsentiert wie Dinks Mörder Ogün Samast - der nach Überzeugung
der Dink-Anwälte angeblich auch willige Helfer im türkischen
Staatsapparat hatte.
Erdal Safak, Chefredakteur der regierungsnahen Zeitung "Sabah",
deren deutscher Ableger die Zulassung türkischer Medien beim
Prozess vor dem Karlsruher Bundesverfassungsgericht erstritten
hatte, zog ebenfalls einen Türkei-Vergleich. In München gehe es
um den deutschen "tiefen Staat", betonte Safak. Als "tiefer
Staat" wird in der Türkei die Verflechtung von rechtsgerichteten
Kräften im Staat und Gewalttätern bezeichnet.
Mitglieder des rechtsnationalen Geheimbundes "Ergenekon", die
derzeit in der Türkei vor Gericht stehen, werden von der
türkischen Regierung als Vertreter des "tiefen Staats" gesehen,
die gegen die gewählten Politiker putschen wollten. Aus diesem
Grund müssten türkische Verbände auch weiterhin den NSU-Prozess
sehr genau beobachten, forderte Safak: Schließlich stehe in
München "der deutsche Ergenekon" vor Gericht.
HTML http://de.qantara.de/Eine-Show-Buehne-fuer-die-Angeklagte/21040c23365i1p8/index.html
Das kleine Kreuz im Gerichtssaal ist eine BEDROHUNG für Muslime.
Aber im Schloß des Erzbistums übernachten, deren Hilfe und Geld
annehmen, das geht.
#Post#: 1558--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Maitre
Date: May 20, 2013, 3:10 pm
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Wenn die türkischen Nebenkläger auf eine gerechte und
angemessene Bestrafung von Frau Zschäpe hoffen dann darf man das
getrost als Handlungsanweisung verstehen, die absolute
Höchststrafe zu verhängen wenn man schon bedauerlicherweise
nicht kurzfristig die "Todesstrafe für Rächte" einführen kann um
die Türken zufrieden zu stellen.
Auch wenn Beate Z. eine Tatbeteiligung auch nur an einem
einzigen Mord nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann ist
eine andere Strafe als lebenslang mit Sicherheitsverwahrung
nicht zu erwarten.
Es sei an den unterbelichteten, mittellosen Russen Alexander ?
erinnert, der für eine popelige verbale Beleidigung gegen eine
bekopftuchte Ägypterin 2 Instanzen vor Gericht gezerrt wurde und
sich so in die Enge getrieben sah, dass er mit dem Messer auf
die Frau losging ... anstatt auf den durchgeknallten
Staaatsanwalt! Nachdem die Mohammedander klar gemacht hatten,
dass nur die Höchststrafe akzeptabel sei wurde der Russe
eilfertig zu allem verknackt, was überhaupt ging .... bevor die
Scharia offiziell eingeführt sein wird.
Es ist einfach nur noch widerlich! Ach übrigens, Richter Götzl
ist doch derjenige, der einen 57-jährigen Deutschen vor einiger
Zeit zu jahrelanger Haft verknackt hatte weil er sich gegen eine
prügelnde Moslemhorde mit dem Taschenmesser zur Wehr gesetzt und
einen Angreifer tatsächlich verletzt - nicht getötet - hatte!
HTML http://www.blogsgesang.de/2013/05/08/manfred-gotzl-ein-technokrat-der-paragrafen/
#Post#: 1588--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: June 4, 2013, 11:24 am
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[b]Nebenkläger verlangten Ausschluss staatlicher Beobachter[/b]
Nebenklagevertreter verlangten einen Ausschluss von
Prozessbeobachtern der Verfassungsschutzämter, des
Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter sowie des
Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Bundeskriminalamt und
Verfassungsschutz hätten angekündigt, eigene Prozessbeobachter
schicken zu wollen, sagte Nebenklage-Anwalt Alexander Kienzle.
"Eine professionelle und systematische Prozessbeobachtung würde
eine Gefährdung der Wahrheitsfindung bedeuten." Künftige Zeugen
könnten über den Inhalt der Verhandlung informiert und auch
beeinflusst werden.
Generell dürfen Zeugen bis zu ihrer Vernehmung nicht an einer
Gerichtsverhandlung teilnehmen. Mehrere Verteidiger schlossen
sich dem Antrag an. Der Vorsitzende Manfred Götzl lehnte jedoch
ab: Es gebe keine Anhaltspunkte, dass etwaige Beobachter auf
Zeugen konkret Einfluss nehmen könnten. Verteidigung und
Nebenklage kritisierten die Argumentation.
HTML http://www.tagesschau.de/inland/nsu-prozess202.html
Interessant, dass ausgerechnet die Nebenklage-Vertreter diesen
m.M.n. wichtigen Antrag stellen.
Die Argumentation des Richters ist wirklich lächerlich. Weder
kann er wissen, ob und wer von den Prozeßbeobachtern incl.
Pressevertretern an einen Geheimdienst berichtet und was diese
dann weitergeben.
Außerdem stellt sich die Frage, warum dieser Carsten S. auf
freiem Fuß ist, obwohl ihm die gleiche Tat wie Wohlleben
vorgeworfen wird: Waffenbeschaffung und deshalb Mitschuld an
Morden.
#Post#: 1619--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: June 12, 2013, 2:38 pm
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Der Presse scheint das Interesse am Jahrhundertprozeß verloren
gegangen zu sein. Die Hauptzeugen geben ja auch nicht viel her.
Am 8. Prozesstag füllen sie die Leere mit einem persönlichen
Brief von Frau Zschäpe an einen Mann in der JVA Bielefeld. Es
ist unfassbar, dass dieser Brief von den Justizbehörden bzw. der
Staatsanwaltschaft an die Presse weitergegeben wurde und dass
unsere Prädikationsjournalisten das umgehend aufgreifen. Frau
Zschäpe sollte die Behörden verklagen.
Der ARD Terror-Experte und SWR-Jurist Holger Schmidt, dem dieser
Brief auch vorliegen muss, zitiert daraus sehr ausführlich.
Brieffreundschaft: Beate Zschäpe gibt tiefe Einblicke
12.06.2013, von Holger Schmidt
Wer erwartet, dass sich Beate Zschäpe zu den Vorwürfen gegen sie
in absehbarer Zeit äußern könnte, dürfte enttäuscht werden. Aus
dem Gefängnis heraus hat sie einem anderen Gefangenen tiefe
Einblicke in ihre Gedankenwelt gegeben. Der Schriftwechsel liegt
mir vor. Zschäpe schildert sich darin selbst als eine Frau mit
schwankenden Launen – aber festem Willen. Sie bringt einen
seltsamen Humor auf und glaubt, in der Haft Psychopharmaka
untergeschoben zu bekommen. Zu den Taten sagt sie nichts. Ihre
politische Überzeugung untermalt sie mit eigenen Zeichnungen –
zum Beispiel zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Den
Bundesinnenminister kann sie nicht leiden – dem Hubschrauberflug
von Zwickau aus nach Karlsruhe konnte sie allerdings (trotz
Fesselung) schöne Seiten abgewinnen. Sie wünscht sich “Miracoli”
oder Bratwurst, würde dafür Kunstücke vollführen und schaut
regelmäßig Tagesschau. All das schreibt sie wirklich.
Handschriftlich auf kariertem Papier teilt Beate Zschäpe ihre
Gedanken mit. Empfänger sollte ein Gefangener in der JVA
Bielefeld sein. Robin S. wird der rechten Szene zugeordnet. Er
sitzt eine sieben Jahre lange Haftstrafe wegen eines bewaffneten
Raubüberfalls ab und soll der verbotenen “Hilfsorganisation
Nationaler Gefangener” (HNG) angehört haben. Bei ihm in der
Zelle sind die Briefe aufgefallen. Das LKA NRW und der
Verfassungsschutz des Landes informierten den
Generalbundesanwalt. Dort war man zunächst vorsichtig.
Oberstaatsanwältin beim BGH Anette Greger – Fachfrau des GBA für
Zschäpe - liess sich erst detailliert informieren, auf welcher
rechtlichen Grundlage die Briefe erhoben wurden. Erst danach
wollte sie sie lesen. Sie dürfte neue Einblicke in die Welt der
Angeklagten bekommen haben.
Die großen Themen des fast 30 Seiten langen Briefes sind Essen,
das Zeitverbringen im Vollzug und die Frage, wie der Empfänger
des Briefes zu ihr steht. Zu letzterem Thema wird sie sehr
persönlich und intim, scheint sich in eine Phantasiewelt
hineinzuschreiben.
Nur am Rande beschäftigt sie sich mit ihrer Rolle als
Angeklagte. Sie beschreibt, wie sie mit dem Hubschrauber von
Zwickau nach Karlsruhe zum Ermittlungsrichter geflogen wurde und
beklagte, dabei an Händen und Füssen gefesselt gewesen zu sein.
Doch der Ausblick sei grandios gewesen, sie habe die
weihnachtliche Simmung genossen. Später im Brief wandern ihre
Gedanken scheinbar zufällig zum Thema Strafe. Sie beschreibt ein
Erlebnis in ihrer Kindheit, bei dem sie mehrere Schnitzel für
sich reklamierte. Die Strafe sei ein Tisch für sie alleine
gewesen. Und so sei es weitergegangen, zieht Zschäpe die
Parallele zu ihrer Situation jetzt: Schon früher sei sie
grundlos bestraft worden, dies habe sich fortgesetzt. Auch die
Alleinunterbringung sei weitergegangen – sie meint die
Haftbedingungen jetzt.
Trotzdem gebe es viele Kontaktversuche. Journalisten wollen
Gespräche mit ihr führen – doch sie zweifelt daran, dass eine
positive Darstellung von ihr überhaupt möglich sei. Zudem würden
ihr Verrückte und Ehewillige schreiben, erzählt sie pikiert.
Trivial sind ihre Klagen über die Verpflegung im Gefängnis. Sie
vermisst Thüringer Heimatkost, beklagt die Qualität der
Verpflegung und setzt sich insgesamt mit dem Thema Ernährung
auseinander: Nach Tagesschau-Berichten habe sie Zweifel, was man
überhaupt noch essen könne. Sie selbst habe im Kindergarten
gelernt, was begonnen wurde, müsse aufgegessen werden – sie
zweifelt aber daran, ob das pädagogisch sinnvoll ist. Für eine
Bratwurst aus Thüringen und eine gegrillte Haxe wäre sie bereit,
sich zu überschlagen und im Hof der JVA unbekleidet auf Händen
zu gehen. So schreibt sie es sinngemäß.
Alle paar Seiten hat sie das Karopapier mit Zeichnungen
verziert: Schaffe, ein Hund, eine Ente. Es sind kindliche,
comicartige Zeichnungen. Eine Stelle hebt sich deutlich ab:
Zschäpe zeichnet Bundeswehr-LKWs (stilecht mit eiserenem Kreuz
auf der Tür und Tarnflecken), die wohl aus Afghanistan
herausfahren (so sinngemäß die Überschrift). Flugzeuge fliegen
in die Gegenrichtung. Was will sie sagen? Ich frage es mich
insgesamt.
Aber reden, so mein Fazit nach Lektüre des Briefes, wird sie
vorerst nicht. Doch dem Senat dürfte der Brief helfen, sich ein
Bild zu machen. Die Verteidgung von Beate Zschäpe wollte sich
auf Nachfrage nicht zu dem Brief äußern.
HTML http://www.swr.de/blog/terrorismus/2013/06/12/brieffreundschaft-beate-zschape-gibt-tiefe-einblicke/#comment-16868
#Post#: 1635--------------------------------------------------
Re: Heer, Stahl, Sturm
DIR By: Kater Karlo
Date: June 14, 2013, 1:29 pm
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--- Quote ---
> Empfänger sollte ein Gefangener in der JVA Bielefeld sein.
Robin S. wird der rechten Szene zugeordnet. Er sitzt eine sieben
Jahre lange Haftstrafe wegen eines bewaffneten Raubüberfalls ab
--- End Quote ---
Wieso wird dieser Brief gerade jetzt an die Presse gegeben?
Wieso ist so ein banaler Brief es überhaupt wert, an die Presse
gegeben zu werden - mal abgesehen von der Ungeheuerlichkeit,
dass er überhaupt an sie gegeben wurde? Und warum wurde sogar
der Adressat genannt - teilweise wurde gesagt, er wäre 2007
verurteilt worden und Frau Z. hätte ihn in der Untersuchungshaft
kennengelernt, was ja gar nicht sein kann.
Wer ist dieser Robin S.?
Durch seinen Fall wurde bekannt, dass ein gewisser VS-Mann in
der rechten Szene NRWs (und darüber hinaus) ihm die Waffe
gegeben und zu dieser Tat angestachelt hat. Sein Name ist
Sebastian Seemann. Ein hoch krimineller VS-Mann, der bekannt für
Waffenhandel, Drogenhandel, Prostitution usw. war.
Die Verhandlung gegen Robin S. brachte die Rolle des VS in der
rechten Szene durch eine Indiskretion (u.U. absichtlich) ans
Tageslicht.
Hier zwei Links, die die Vorgänge damals gut zusammenfassten.
Sind zwar beides linke Seiten, aber nach meinem Eindruck
berichten sie vorwiegend sachlich bzw. fassen öffentliche
Meldungen zusammen.
Falls es jemand interessiert:
HTML https://linksunten.indymedia.org/de/node/69851
HTML http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/77/20.php
Könnte es sein, dass das die Botschaft hinter dem Brief war?
Wollte jemand über den Namen Robin S. einen Hinweis auf das
damalige VS-Desaster in der rechten Szene geben?
Da unsere Prädikats-Journalisten und Investigativ-Medien schon
lange nicht mehr ihre Arbeit tun und schon gar nicht auf die
Idee kommen (oder kommen dürfen), sich an einen Fall aus 2007 zu
erinnen bzw. wenn man sie durch den Namen schon mit der Nase
darauf stößt, nachzuschauen, scheint dieses Botschaft auch nicht
angekommen zu sein. Wen interessiert es, ob Frau Zschäpe sich
nach einer Bratwurst sehnt oder nach Miracoli.
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