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       #Post#: 1259--------------------------------------------------
       Salafisten bloss nicht "abstempeln"!
   DIR By: KarlMartell
       Date: March 25, 2013, 8:37 am
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       Die radikalen Mohammedaner sind in Deutschland längst
       salonfähig, sie müssen nur "Islam bedeutet Frieden" in die
       Kameras flöten und die System-Medien sind hin und weg. „Ich
       komme seit Jahren zum Beten hierher, aber von Dschihad ist da
       drin nie die Rede gewesen“, sagt ein junger Mann. „Islam
       bedeutet Frieden“, ergänzt ein älterer Herr und lächelt
       freundlich. Und der SPD-Bundestagsabgeordnete Hartmann empfiehlt
       eine differenzierte Analyse. Wer alle Salafisten zu potenziellen
       Gewalttätern stemple, könne sie in die falsche Richtung treiben.
       Man sollte ja meinen, die Existenz als Salafist wäre das Ende
       der Fahnenstange, scheint aber nun nicht mehr so zu sein, es
       gibt noch eine "falsche Richtung".
       --- Quote ---
       >
       >
       > Pforzheim/Berlin/Stuttgart - Ein junger Islamist aus Pforzheim
       unterwegs in den „heiligen Kampf“ gegen die Ungläubigen in
       Syrien? In der Franziskusstraße in Pforzheim gibt man sich
       ahnungslos. An Ibrahim M. könne er sich zwar gut erinnern,
       Kontakt habe er zu dem 19-Jährigen aber nicht mehr, beteuert der
       Mann mit dem dichten Bart und dem freundlichen Lächeln. Er habe
       gedacht, M. sei in Köln und habe geheiratet. Dass er nun
       unterwegs in Richtung Syrien sein soll, höre er zum ersten Mal,
       sagt der Vorsitzende der Gemeinschaft der deutschsprachigen
       Muslime in Pforzheim.
       >
       > Es ist nicht viel los an diesem Freitag in der
       Franziskusstraße. Ein paar gläubige Muslime verlassen nach dem
       Gebet die Moschee, ansonsten herrscht Ruhe. „Wir haben nichts zu
       verbergen“, beteuert der Vorsitzende. Seinen Namen will er
       dennoch nicht in der Zeitung lesen. Er habe schon genug
       Probleme, werde von Fremden angepöbelt und ­angegriffen. Selbst
       der Nachbar würde nicht mehr mit ihm sprechen, seit ruchbar
       wurde, dass auch Salafisten die Moschee aufsuchten.
       >
       > Der Gemeindevorsteher gibt bereitwillig Auskunft: Ibrahim M.
       habe bis Herbst 2012 immer wieder in der Franziskusstraße
       gebetet. Er habe aber auch Moscheen in Karlsruhe und Köln
       besucht. Dann war er in Pforzheim nicht mehr erwünscht. Er habe
       seinen Glaubensbrüdern gesagt, dass sie nicht zu der
       Demonstration gegen die rechtsnationale Gruppe Pro Deutschland
       nach Bonn gehen sollten, sagt der Gemeindevorsteher. Ibrahim M.
       hielt sich nicht daran. Daher habe er ihm per Einschreiben
       nahegelegt, nicht mehr zu kommen. Eine Antwort habe er nicht
       erhalten.
       >
       > „Islam bedeutet Frieden“
       >
       > Für M.s Verhalten will der Gemeindevorsteher nicht
       verantwortlich gemacht werden. Der 19-Jährige sei wegen seiner
       Hautfarbe immer wieder von Nazis angepöbelt worden, habe
       deswegen psychische Probleme gehabt: „Dann kam er zu uns, und
       wir haben versucht, ihn auf den rechten Weg zu führen.“ Nun habe
       sich M. anscheinend für einen anderen Weg entschieden. Auch bei
       den Gläubigen, die am Nachmittag vom Freitagsgebet kommen, löst
       die Nachricht ungläubiges Kopfschütteln aus. „Ich komme seit
       Jahren zum Beten hierher, aber von Dschihad ist da drin nie die
       Rede gewesen“, sagt ein junger Mann. „Islam bedeutet Frieden“,
       ergänzt ein älterer Herr und lächelt freundlich.
       >
       > Und was wissen die deutschen Behörden? Offenbar sind sie im
       Bilde, wenngleich sich die Sprecher bei diesem Thema naturgemäß
       schmallippig geben. Das Landesamt für Verfassungsschutz erklärte
       am Freitag auf Anfrage, der Fall von Ibrahim M. sei dem Amt
       „wohlbekannt“. Kein Geheimnis macht der Sprecher aus der
       Tatsache, dass es der baden-württembergische Verfassungsschutz
       war, der geraten hatte, den Pass des jungen Mannes einzuziehen.
       Man war zu der Überzeugung gelangt, dass es sich bei dem
       Pforzheimer um einen „anradikalisierten Jugendlichen handelt,
       der durch islamistische Propaganda in das Fahrwasser militanter
       salafistischer Protagonisten geraten ist“. Der Entzug des Passes
       sei der Versuch gewesen, ihn von einer Reise ins Kriegsgebiet
       abzubringen. „Er sollte den weiteren Aufenthalt in
       Baden-Württemberg dazu nutzen, sich seinen Freundeskreis genauer
       anzuschauen und die Themen der Propaganda genauer zu
       hinterfragen“, schrieb der Verfassungsschutz im Dezember 2012.
       >
       > Diese Botschaft wurde von dem 19-Jährigen offenbar nicht
       verstanden. Im Gegenteil, er unterhielt Kontakte zur radikalen
       Salafistenszene im Raum Bonn. Im Januar wechselte er den
       Wohnort. Er zog nach Bergisch-Gladbach in Nordrhein-Westfalen.
       Bei dem Versuch, im Februar in Richtung Türkei auszureisen, fiel
       er bei einer Grenzkontrolle in Oberbayern auf. Nun hat er
       Deutschland auf illegalen Wegen verlassen – mutmaßlich Richtung
       Syrien.
       >
       > Ist Ibrahim M. ein Einzelfall?
       >
       > Ob er dort eingetroffen ist, dazu schweigt der
       Verfassungsschutz. Vielsagend ist die Antwort auf die Frage, ob
       Ibrahim M. zu den Militanten unter den rund 550 Salafisten im
       Land gerechnet werden müsse, von denen Innenminister Reinhold
       Gall (SPD) im Interview mit unserer Zeitung gesprochen hatte:
       „Aus dem Versuch, in ein Kriegsgebiet zu reisen, ist die
       Motivation ablesbar.“
       >
       > Ist Ibrahim M. ein Einzelfall? Die Verfassungsschützer
       verneinen. Aus dem Bundesgebiet seien im Jahresverlauf mehrere
       Dutzend Islamisten in islamische Länder ausgereist, sagte der
       Sprecher des baden-württembergischen Verfassungsschutzes. Es
       seien jedoch nicht alle von ihnen militant.
       >
       > Der grüne Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Memet Kilic lobte
       am Freitag die Recherchen unserer Zeitung rund um die
       Salafistenszene in der Goldstadt. Wichtig sei, dass die
       Verbindungen nach Saudi-Arabien öffentlich gemacht werden: „Als
       ich das im Sommer beim Bundesinnenministerium ansprach, stieß
       ich auf taube Ohren. Warum? Weil Saudi-Arabien europäische und
       amerikanische Waffen kauft und ein wichtiger Ölproduzent ist.“
       Vor zwei Wochen habe er den Bundesinnenminister ausdrücklich
       gefragt, ob er von deutschen Salafisten wisse, die sich am
       syrischen Bürgerkrieg beteiligen: „Minister Friedrich bejahte
       das, wollte aber keine Zahlen nennen.“
       >
       > Für den Pforzheimer CDU-Bundestagsabgeordneten Gunther
       Krichbaum zeigt das Beispiel Ibrahim M., „dass sich
       islamistischer Extremismus nicht nur vor unserer Haustür,
       sondern auch hinter unseren Haustüren abspielt“. Wichtig sei,
       dass die Sicherheitsbehörden in ihrer Wachsamkeit nicht
       nachließen. Krichbaum kommt zu dem Schluss: „Die Bedrohung durch
       islamistischen Extremismus ist brisanter denn je.“
       >
       > „Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist“
       >
       > Michael Hartmann, innenpolitischer Sprecher der
       SPD-Bundestagfraktion, meint, der Fall zeige, dass es neben den
       Einzeltätern gefestigte Strukturen gebe. Es gelte der Satz:
       „Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist, aber jeder
       fundamentalislamische Terrorist ist Salafist.“ Hartmann
       empfiehlt eine differenzierte Analyse. Wer alle Salafisten zu
       potenziellen Gewalttätern stemple, könne sie in die falsche
       Richtung treiben.
       >
       > Für Hartfrid Wolff, innenpolitischer Sprecher der
       FDP-Bundestagsfraktion, steht fest: „Diese Extremisten sind
       Feinde unserer Gesellschaft. Wir müssen sie bestmöglich
       bekämpfen – mit polizeilich wie gesellschaftlich aufeinander
       abgestimmten Maßnahmen.“ Wolff forderte die Bundesländer auf,
       „ihre Sicherheitsbehörden besser auszustatten und zu vernetzen“.
       Zugleich müsse man den Extremisten mit aktiver
       Integrationspolitik entgegengetreten.
       >
       > Der integrationspolitische Sprecher der Landtags-CDU, Bernhard
       Lasotta, sagte, am Fall von Ibrahim M. könne man sehen, „dass
       man mit dem Entzug des Passes allein nicht weiterkommt“. Die
       Sicherheitsbehörden müssten die Querverbindungen der Salafisten
       stärker herausarbeiten. Erneut forderte er mehr Befugnisse für
       den Verfassungsschutz.
       >
       > Der Gemeindevorsteher in Pforzheim versteht die ganze
       Aufregung nicht. Er sieht sich und die Seinen in ein falsches
       Licht gerückt, schließlich gelte in seiner Moschee: „Wer radikal
       wird, fliegt raus.“
       >
       --- End Quote ---
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