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       #Post#: 324--------------------------------------------------
       Beim Islam "daham"
   DIR By: Ben
       Date: June 18, 2012, 10:59 am
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       Islamisch und österreichstämmig - nicht alle Muslime haben
       Migrationshintergrund
       Beim Islam "daham"
       Von Fabian Kretschmer
       Wien. Das sei nur so eine Phase, dachten sich die Eltern von
       Gernot Stanfel, als sie von seinem Interesse am Islam hörten.
       Ihr Kind war ja katholisch getauft und als Jugendlicher
       außerordentlich engagiert in der Gemeinde. Religion war für ihn
       stets mehr als nur traditioneller Brauch. Doch mit 20 Jahren kam
       der Bruch. So sahen es zumindest die besorgten Eltern. Für
       Stanfel war die Hinwendung zum Islam eher eine logische
       Weiterentwicklung - und weit mehr als nur jugendliche
       Umorientierung. Heute ist der Niederösterreicher 42 Jahre alt
       und mehr als die Hälfte seines Lebens praktizierender Muslim.
       Die Entfremdung vom Katholizismus war ein schleichender Prozess.
       Sie führte zum "Zimmern einer eigenen Privatreligion". Als
       Einstieg zum Islam fungierte die Musik: Die Ausbildung in
       altorientalischer Musik ließ ihn erstmals in die arabische
       Kulturwelt eintauchen. Die Koran-Lektüre folgte ohne konkrete
       Hintergedanken, mehr aus naivem Interesse. Doch viele Dinge
       schienen ihm dort viel konkreter ausformuliert. Was er im
       Stillen als Privatreligion ausgelegt hat, entsprach ziemlich
       genau den Vorstellungen des Islam. Von da an stand für den
       Musiktherapeuten fest: "Für mich ist der Islam die beste
       Religion. Nicht für die gesamte Menschheit, das muss jeder für
       sich entscheiden. Aber als Mensch sucht man schließlich nach der
       einen Wahrheit, nach der man sein Leben ausrichten will, und für
       mich ist diese Wahrheit im Koran am exaktesten ausformuliert."
       Die Konversion hatte weitreichende Konsequenzen: Bis auf die
       engste Familie löste sich sein soziales Umfeld auf, zum einen,
       weil der Islam auch damals in der öffentlichen Wahrnehmung einen
       "negativen Beigeschmack" besaß, zum anderen wegen des neuen
       Lebenswandels. Während der Bekanntenkreis bis tief in die Nacht
       um die Häuser zog, verzichtete Stanzel fortan auf Alkohol. Und
       immer nur nüchtern beim Fortgehen dabei zu sein, wurde ihm zu
       fad. Die einen wandten sich ab, andere nahmen ihn herzlich auf.
       Stanfel ist heute fest in der muslimischen Gemeinschaft
       verankert als niederösterreichischer Kulturreferent der
       Islamischen Glaubensgemeinschaft und Dozent für angehende
       Islamlehrer.
       Der Islam genießt in Österreich eine in Westeuropa einmalige
       Stellung: Vor 100 Jahren wurde er - erstmals von einem
       europäischen Land - gesetzlich anerkannt. Auch heute ist
       Österreich laut Stanfel auf verfassungsmäßiger und
       institutioneller Ebene vorbildliches Beispiel für
       Religionsfreiheit. Jedoch sei der Antiislamismus durch
       plakative, weitgehend salonfähige Sprüche wie "Daham statt
       Islam" in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
       Doch fremdartig für unsere Kultur ist die Religion nach Meinung
       Stanfels nicht. Einst galt sie gar als Mode, etwa als Kaiser
       Joseph II. im 18. Jahrhundert eine türkische Moschee in
       Laxenburg errichten ließ. "Der Islam ist seit vielen
       Jahrhunderten Bestandteil dieser Kultur", meint der Ex-Katholik.
       In Spanien, dem gesamten südosteuropäischen Raum bis hin zu
       Polen, Russland und der Ukraine habe es früher Mehrheiten von
       Muslimen gegeben. Neben Christen- und Judentum sei der Islam
       Wurzel des Humanismus: "Europa ist historisch zu mindestens 30
       Prozent islamisch geprägt."
       Vermittler zwischen Welten
       Der 42-jährige Leopold Ranftl hatte vor 15 Jahren eigentlich mit
       dem Glauben abgeschlossen. Aus der Kirche trat er aus, nach
       anderen Religionen wollte er nicht suchen. Doch bei Besuchen in
       Kairo und Istanbul mit seiner Frau - ebenfalls einer
       autochthonen Österreicherin - beeindruckte beide die muslimische
       Gastfreundschaft so sehr, dass sich ihr bereits vorhandenes
       Interesse am Islam immer mehr festigte. Neben der Biografie von
       Muhammad Assad ("Der Weg nach Mekka"), einem in Wien
       aufgewachsenen Konvertiten, der Diplomat, Korrespondent der
       "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und islamischer Gelehrter war,
       besorgten sie sich unzählige weitere Bücher über den Islam und
       studierten gründlich eine deutschsprachige Koran-Übersetzung.
       "Sehr kritisch" habe Ranftl den Koran gelesen, schließlich habe
       er viel Negatives über die Religion gehört. Nach der Lektüre
       stellten beide fest, dass dies der richtige Weg für sie sei -
       ein Gefühl, als ob sie "seelisch zuhause angekommen" sind.
       Seitdem leben sie ihren Glauben vor allem für sich aus, da es
       relativ schwierig ist, Gebetsräume mit deutschen Predigten zu
       finden. Ranftl ist sich sicher: "Die meisten Vorurteile kann man
       durch Aufklärung aus dem Weg räumen." Und Vorurteile wie Hetzer
       gebe es auf beiden Seiten. Bei der ehrenamtlichen Arbeit sieht
       er sich als Vermittler zwischen zwei Welten. Er und seine Frau
       leiten das Integrationsreferat des Roten Kreuzes in Wien-West.
  HTML http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_integration/gesellschaft/466018_Beim-Islam-daham.html
       #Post#: 330--------------------------------------------------
       Re: Beim Islam "daham"
   DIR By: Gurnemans
       Date: June 29, 2012, 4:52 pm
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       Naja, die typische Konfitürengeschichte.  :P
       Früher wären sie zu Hare Krishna oder Baghwan (oder Bagwahn?)
       gegangen.
       Übrigens wird die Sache mit dem Islam in Österreich immer falsch
       dargestellt.
       Richtig ist: Nicht der Islam wurde in der k&k Monarchie
       anerkannt, sondern die Anhänger des Islam als
       Religionsgemeinschaft (konkret auch nur die hanafitischen).
       Erst 1979 wurde dann die erste Islamische Religionsgemeinde
       tatsächlich als solche anerkannt (mit Finanzhilfe und Lobbying
       von Seiten Saudi Arabiens).
       Der Bescheid des Kultusministeriums vom 02.05.1979 wurde aber
       durch den VfGH am 29.02.1988 aufgehoben und bis heute nicht
       repariert.
       Die separate Anerkennung einer Islamischen Glaubensgemeinschaft
       ist bis heute nicht erfolgt.
       Und diese IGGiÖ (früher saudisch dominiert, heute von den Türken
       bzw Milli Görüs) besitzt nach einem weiteren Gerichtsurteil auch
       längst nicht mehr den Alleinvertretungsanspruch.
       Diese Muslime sind etwa scharfe Kritiker der isl. Zustände in
       Österreich:
  HTML http://www.initiativeliberalermuslime.org/main13.htm
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