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#Post#: 308--------------------------------------------------
Im Interview: Badreddin Hassoun
DIR By: Ben
Date: June 16, 2012, 7:33 am
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Im Interview: Badreddin Hassoun
15. Juni 2012
Mammut „Ragdoll“ Gardinenstange ist das frömmere der beiden
Orks, wie man an dem Gebetsfleck (1) auf seiner Stirn sehen
kann, und er hat deshalb einen höheren Score bei Alla, dem
blutsaufenden Mondgott.
Am 11. Juni brachte die FAZ ein Interview von Rainer Hermann mit
dem Großmufti Syriens Badreddin Hassoun, der in der säkularen
Republik Syrien der oberste sunnitische Geistliche ist. Rainer
Herrmann:
„Der 1949 in Aleppo als Sohn eines Religionsgelehrten geborene
Geistliche hat sich mit seinem Einsatz für den Dialog mit
anderen Religionen und mit seiner durch die islamische Mystik
geprägten Toleranz gegenüber anderen bei dogmatischen Muslimen
viele Feinde gemacht. Er steht dem syrischen Staatspräsidenten
Baschar al Assad nahe. Nach Morddrohungen gegen ihn wurde am 2.
Oktober 2011 sein Sohn Sariya, eines seiner fünf Kinder,
getötet.“
Ich habe keinen Score bei Alla, aber meine Kinder leben alle
noch…
Rainer Hermann stellt „Mystik“, „Toleranz“ und „Dialog“ in den
Vordergrund seines Einleitungstextes, aber während des
Interviews wird m.E. klar, dass man auf den Mufti keine Hoffnung
setzen kann. Er mufft unter dem Talar:
„Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen
und im Namen des ‚Gelobten Landes’ mehr als vier Millionen
Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und
West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um
Religion.“
Dies sind die üblichen Lügen gegen Israel, den Staat der Juden.
In Folge der arabischen Angriffe auf den 1948 gegründeten,
demokratischen Staat Israel war es zur Flucht und teilweisen
Vertreibung von 700.000 bis 750.000 Mohammedanisten gekommen
(2). Diese waren ihrerseits überwiegend erst nach 1918 im Rahmen
des Jihad massiv in die Region eingesickert, weil das Land
nunmehr seit langem wieder unter britischer, d.h. christlicher
Herrschaft stand (3). Israel war nach dem Ende der
Kampfhandlungen bereit gewesen, 300.000 der Flüchtlinge wieder
aufzunehmen, was die Führer der Orks ablehnten.
Heutzutage soll es fast zehn Millionen „Palästinenser“ geben,
davon 3,7 Millionen im Gazastreifen und der Westbank (4). Was
für eine fantastische Vermehrungsrate!
Jedenfalls macht Mr. Mufti „Puppenspieler“ unmissverständlich
deutlich, dass er das Jihad-Konzept verinnerlicht hat und
gutheißt. Er ist es, der die Fesseln seiner gehirnwaschenden
Ideologie nicht abstreifen kann, und diesen Defekt auf Israel
projeziert.
Der Rest seiner Worte ist m.E. blumiges Beiwerk, aber lesen Sie
selbst.
_____
„Ich sehe keinen arabischen Frühling –
ich sehe ein großes Feuer“
Eminenz, droht in Syrien ein Religionskrieg wie im Libanon und
im Irak?
Viele wollen diesen Krieg. Es wird aber nicht dazu kommen. Und
zwar nicht, weil es der Mufti oder Präsident Assad oder Moscheen
und die Kirchen nicht wollen, sondern weil die gebildeten und
säkularen Syrer dagegen sind. Sie sind klüger als die
Salafisten.
Ihr Sohn Sariya ist getötet worden, nur weil er der Sohn des
Muftis war.
Wir Syrer sind über jedes Massaker bestürzt. Wir wissen nicht,
was es mit Religion zu tun haben soll, „Allahu Akbar“ zu rufen
und das Maschinengewehr zu benutzen. Mein Sohn ist ein Beispiel
dafür. Im April 2011 war ich aufgefordert worden, mich von der
Regierung loszusagen und Syrien zu verlassen. Ein arabischer
Prinz hat mir eine große Villa angeboten. Ich erwiderte, ich sei
nicht gegen die Opposition. Sie habe aber kein Programm, sie
wolle nur den Sturz des Regimes. Ich sagte, ich wolle nicht das
Regime beseitigen, ohne einen Plan zu haben, was an seine Stelle
treten soll. Dann erhielt ich Morddrohungen. Was ist das für
eine Opposition? Als sie mich nicht erreichen konnten, wählten
sie meinen Sohn. Mein Sohn studierte, beschäftigte sich nie mit
Politik und trug nie ein Messer. 15 bewaffnete Jugendliche aus
den Dörfern Safkanaz und Saraqib bei Idlib lauerten ihm auf.
Drei von ihnen wurden verhaftet. Sie sagten aus, sie hätten aus
dem Ausland 100.000 Dollar für die Ermordung meines Sohnes
erhalten.
Was haben die Mörder Ihres Sohnes gegen Sie?
Die Fanatiker greifen mich wegen meines Denkens an. Die
Propheten haben eine Botschaft gebracht: die Heiligkeit Gottes
und die Würde des Menschen. Die Tötung eines Menschen wiegt
schwerer als die Zerstörung aller Orte, an denen Gottesdienste
abgehalten werden. Wer behauptet, Gott sei an der Klagemauer, im
Vatikan oder in der Kaaba, der verbreitet Lügen. Das sind nur
Plätze, um sich zu versammeln. Gott lebt nicht dort. Niemand
sollte also daran gehindert werden, heilige Orte zu besuchen.
Ich würde jeden nach Mekka lassen, unter der Bedingung, dass er
dem Ort den gebührenden Respekt erweist. Ist Gott Muslim, Christ
oder Jude? Nein, Gott ist für uns alle. War Jesus etwa
katholisch, orthodox oder Protestant? War Mohammed Sunnit oder
Schiit? Das sind doch alles Lügen von Politikern und
Geistlichen.
Weshalb haben Sie bei Ihrer Deutschlandreise in der Marburger
Elisabethkirche gebetet?
In Indien habe ich in einem Hindutempel gebetet, in Marburg in
der Elisabethkirche. Ich habe weder zu Jesus noch zu Mohammed
gebetet, sondern zu Gott, und ich finde Gott an jedem Platz. Die
Fernsehsender „Al Dschazira“ und „Al Arabiya“ bieten Kleriker
gegen mich auf, die sagen, der Großmufti Syriens stehe außerhalb
der Religion, nur weil ich sagte: „Lob dem Gott aller Menschen“
und nicht „Lob dem Gott aller Muslime“. Ich habe ein Problem mit
jenen, die Land im Namen Gottes oder eines Herrschers besetzen.
Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen
und im Namen des „Gelobten Landes“ mehr als vier Millionen
Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und
West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um
Religion.
Religion prägt stärker als Politik?
Ideologien wie Sozialismus, Demokratie und Kapitalismus sind von
Menschen gemacht. Im Orient sind die religiösen Bewegungen das
Problem. Die Menschen beziehen Religion auf die Erde. Die
Religion ist aber nicht die Erde, sie ist nicht in der Kaaba und
nicht im Felsendom, nicht im Tempel des Salomo und nicht in der
Grabeskirche. Die Religion ist im Herzen, egal, ob ich in
Washington bin, in Moskau, Berlin oder Mekka. Das Problem in
unserer Region ist das Spiel der Geistlichen, das dann die
Politiker ausbeuten.
Jede Religion kennt in unterschiedlichen Epochen Intoleranz
gegenüber angeblich Ungläubigen. Fühlen Sie sich von den
Salafisten bedroht?
Die Wahhabiten sagen „Tauhid“, also Monotheismus. Sie halten
alle Muslime, die nicht ihrer strengen wahhabitischen Lehre
folgen, für Polytheisten. Im wahren religiösen Verständnis gibt
es aber keine Salafiya, sondern nur Gott und den Menschen. Man
hat ehrfürchtig zu diesem Gott zu blicken und den Glauben der
anderen zu respektieren. Jede religiöse Botschaft hat dem
Menschen zu dienen. Heute versteckt sich die politische
Herrschaft in Saudi-Arabien und einigen Golfstaaten im Gewand
der Salafiya. Sie wollen die ganze islamische Welt regieren,
nicht nur Saudi-Arabien. Die Salafisten verschließen sich der
Entwicklung des Denkens.
Was geschieht dann in den Moscheen?
Martin Luther hat seine Wohnung nicht in eine Kirche
umgewandelt, sondern in eine Universität. Kirchen und Moscheen
spielen heute nicht ihre wahre Rolle. Jede Kirche und jede
Mosche muss in eine Universität und einen Ort des Lernens
umgewandelt werden, an dem sich die Menschen austauschen, nicht,
um Ikonen und Statuen zu verehren. Jesus hat keine Kirchen
gebaut. Er hat das Land durchstreift, um zu lehren. Kehrte Jesus
zurück, er würde die goldenen Leuchter und die Heiligenbilder
nicht akzeptieren. Kehrte Mohammed zurück, er würde alle
Teppiche aus den Moscheen reißen, würde sie verkaufen und das
Geld an die Armen verteilen. Der Schlüssel zum Himmel liegt
nicht beim Mufti und nicht beim Kardinal, auch nicht bei Gott.
Gott hat uns geschaffen und den Himmel, und er hat den Schlüssel
in die Hand jedes Einzelnen gelegt.
Unterstützen Sie einen säkularen Staat?
Es waren die Menschen, die Ideen wie Demokratie und Sozialismus,
Säkularismus und zivile Ordnungen entwickelt haben. Die
Propheten haben keine Staaten gegründet, sondern die Menschen
ermuntert, ihre eigenen Staaten zu errichten. Die Französische
Revolution hat nicht die Kirchen zerstört, sondern das
Gefängnis, sie war nicht gegen die Religion gerichtet, sondern
gegen die Allianz des Klerus mit dem König, wie wir es heute in
einigen Staaten der arabischen Welt sehen. Dort sagen die
Geistlichen, wer in ihren Ländern demonstriere, sei gegen den
Islam und ein Ungläubiger, wer aber in Syrien demonstriere, sei
mit Gott.
Ist das säkulare Denken durch die Aufstände in der arabischen
Welt bedroht?
Ich sehe keinen arabischen Frühling – ich sehe ein großes Feuer.
So haben sie es gewollt. Ägypten wird mit Israel gleichziehen.
Hier gibt es einen jüdischen Staat, und dort wird es einen
islamischen geben. Wo bleibt dann der Staat des Menschen?
_____
Time am 15. Juni 2012
_____
1)
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/01/27/to-know-him-is-to-hate-him-2/
2)
HTML http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt
3)
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/24/pallie-besatzer/
4)
HTML http://de.wikipedia.org/wiki/Palästinenser
weitere Links:
-
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/12/zum-32-mal-scheitern/
-
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/12/07/palastina-jordanien/
-
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/18/die-judenverschworung/
HTML http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/15/im-interview-badreddin-hassoun/#respond
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