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Sprengstoff-Weste bei Berliner Islamisten-Rapper gefunden
DIR By: Ben
Date: June 15, 2012, 5:03 am
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Sprengstoff-Weste bei Berliner Islamisten-Rapper gefunden
Von Andreas Kopietz
Bei der Durchsuchung einer Islamisten-Wohnung in Berlin hat die
Polizei eine Sprengstoff-Westen-Attrappe gefunden. Offenbar
wurde die Weste von dem Berliner Ex-Rapper und bekennenden
Islamisten Denis C. zu Propagandazwecken angefertigt.
Die Salafisten bereiten auch den Sicherheitsbehörden in der
Hauptstadt große Sorgen. Deshalb vollstreckte die Polizei am
Donnerstag nicht nur die vier Durchsuchungsbeschlüsse, die im
Zusammenhang mit dem Verbot der Vereinigung Millatu Ibrahim
stehen. „Darüber hinaus wurde diese Gelegenheit zum Anlass
genommen, zeitgleich weitere strafprozessuale Maßnahmen gegen
die salafistische Szene in Berlin umzusetzen“, sagte ein
Polizeisprecher am Donnerstag.
Die vier Beschlüsse, die sich auf das Verbot der
Salafistenorganisation beziehen, wurden in den Ortsteilen
Wedding, Prenzlauer Berg und im Neuköllner Ortsteil Rixdorf
vollzogen. Betroffen waren ausschließlich Wohnungen, darunter
auch die der Lebensgefährtin von Denis Cuspert an der Neuköllner
Karl-Marx-Straße.
Dieser war einst als Musiker unter dem Pseudonym Deso Dogg
bekannt geworden, Im Jahr 2010 aber verabschiedete sich der
Rapper von der Musik, gab sich erst den Namen Abu Maleeq, den er
später in Abu Talha al-Almani umwandelte. Er gilt als einer der
charismatischsten Prediger und Propagandisten des militanten
Jihad, die vor allem bei jungen Leuten Gehör finden.
Nach Informationen der Berliner Zeitung ist Cuspert in Berlin
nicht mehr gemeldet. Er pendelt zwischen Berlin und Solingen.
Abu Talha al-Almani ist Mitbegründer und einer der
Hauptpropagandisten der nun verbotenen „Millatu Ibrahim“. Schon
Mitte Mai hatten Polizisten in der Neuköllner Wohnung seiner
Freundin, wo er bei seinen Berlin-Aufenthalten unterkommt, eine
Attrappe einer Sprengstoffweste gefunden. Er hatte sie zu
Propagandazwecken angefertigt.
Die Staatsschützer des Berliner Landeskriminalamtes durchsuchten
am Donnerstag die Rixdorfer Wohnung an der Karl-Marx-Straße
erneut, weil sie gegen Cuspert und einen weiteren Mann im
Ortsteil Tempelhof auch wegen Volksverhetzung ermitteln. Sie
hatten gegen alle, die nicht an den Propheten Mohammed glauben,
gehetzt.
Laut Verfassungsschutz ist Cuspert einer der Hauptpropagandisten
des deutschsprachigen radikalen Salafismus. Zuletzt war er in
Zusammenhang mit einem Attentäter vom Frankfurter Flughafen
gebracht worden. Er hatte vor seiner Tat bei Facebook seine
Sympathie für den Sänger bekundet.
Im März 2011 erschoss der Mann zwei US-Soldaten und verletzte
zwei weitere schwer. Cuspert verbreitet zudem Naschids genannte
islamische Kampflieder. Darin wird zum Kampf gegen Nicht-Muslime
und zum Märtyrertod aufgerufen. Einige Lieder stehen auf dem
Index.
Der Verfassungschutz schätzt die Zahl der Salafisten in Berlin
auf 350. Davon werden etwa 100 als gewaltbereit eingestuft. Laut
aktuellem Verfassungsschutzbericht dienen allen voran zwei
Moscheen als Anlaufpunkt für Salafisten: in der
As-Sahaba-Moschee in Wedding und die Al-Nur-Moschee in Neukölln.
Dort werden immer wieder Islam-Seminare veranstaltet, bei denen
junge Menschen geködert werden. Erst Mitte Mai war es bei einer
Kundgebung am Potsdamer Platz zu Ausschreitungen von Salafisten
gekommen. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt.
HTML http://www.berliner-zeitung.de/berlin/salafisten-in-berlin-sprengstoff-weste-bei-berliner-islamisten-rapper-gefunden,10809148,16383912.html
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