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#Post#: 294--------------------------------------------------
Hochkarätige Tagung zu Islam und Völkerrecht in Innsbruck
DIR By: Ben
Date: June 14, 2012, 10:26 am
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Hochkarätige Tagung zu Islam und Völkerrecht in Innsbruck
Donnerstag, 14. Juni 2012, 14:14 Uhr
Sonstige InfosIm Rahmen einer internationalen Konferenz an der
Universität Innsbruck behandeln Expertinnen und Experten das
vielschichtige Verhältnis von Islam und Völkerrecht. Erwartet
werden rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 Ländern.
Am 14. und 15. Juni findet in Innsbruck die internationale
Konferenz „Islam and International Law“ mit Vorträgen
renommierter Forscherinnen und Forscher aus mehr als einem
Dutzend Ländern statt; Keynote Speaker ist am Abend des 14. Juni
Awn S. Al-Khasawneh, bis vor kurzem Premierminister von
Jordanien und ehemaliger Richter und Vizepräsident des
Internationalen Gerichtshofs (IGH). „Die Krisen des vergangenen
Jahrzehnts haben uns gezeigt, dass die westliche Welt nicht mehr
allein bestimmen kann“, sagt die Philosophin Ass.-Prof.
Marie-Luisa Frick, die die Tagung gemeinsam mit ihrem Kollegen,
dem Juristen Ass.-Prof. Andreas Müller, organisiert. „Der Islam
kannte schon sehr früh Rechtsvorschriften, die den Umgang mit
Nicht-Gläubigen und religiösen Minderheiten regelten“, erklärt
Müller. Vor allem in der Zeit der islamischen Expansion vom 8.
bis zum 10. Jahrhundert entstand zwangsläufig ein exaktes
Regelwerk darüber, wie die muslimischen Eroberer mit
Andersgläubigen umgehen durften und mussten. Dieses Regelwerk,
die Siyar-Gesetze, ist unter anderem Thema eines Vortrags von
Asma Afsaruddin, Professorin für Islamwissenschaft und Leiterin
des Instituts für Nahöstliche Sprachen und Kulturen an der
Indiana University in Bloomington, USA.
Menschenrechte
Zu den zentralen völkerrechtlichen Dokumenten gehören heute
unterschiedliche Menschenrechtsinstrumente. Auffällig ist, dass
immer wieder muslimische Länder unter jenen Ländern aufscheinen,
die unterschiedliche Menschenrechtspakte nicht unterzeichnet
haben: So haben etwa Saudi-Arabien, der Oman und die Vereinigten
Arabischen Emirate weder den UN-Zivilpakt, der grundlegende
Menschenrechte festschreibt, noch den Sozialpakt, der darüber
hinausgehende soziale Rechte fixiert, unterzeichnet. Dagegen
haben muslimische Staaten bereits 1990 die „Kairoer Erklärung
der Menschenrechte im Islam“ verabschiedet, die in wesentlichen
Punkten von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der
Vereinten Nationen abweicht: Sie nimmt unter anderem
Einschränkungen hinsichtlich der Scharia vor, etwa im Bereich
der Religionsfreiheit oder bei der Gleichbehandlung von Mann und
Frau. Dem Themenbereich Menschenrechte ist ein großer Block der
Tagung gewidmet, besonderes Augenmerk liegt auf den Rechten von
Kindern und Frauen. So wirft Abdul Ghafur Hamid @ Khin Maung
Sein, Professor für Völkerrecht an der Internationalen
Islamischen Universität Malaysia, einen genaueren Blick auf die
UN-Kinderrechtskonvention – das einzige Menschenrechtsabkommen,
an dem alle muslimischen Staaten teilnehmen – und deren
Umsetzung in den muslimischen Staaten.
Akzente setzen
„Mit der Tagung wollen wir Akzente in einem sehr kontroversen,
aber auch hochaktuellen und gesellschaftlich bedeutsamen Feld
setzen“, erklären die Organisatoren. Die Konferenz bringt
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen
Ländern und Regionen der Welt mit unterschiedlichen
theoretischen Hintergründen in einem interdisziplinären und
offenen Diskurs zusammen und will dazu beitragen, das Verhältnis
von Islam und Völkerrecht in ausgewählten Aspekten möglichst
unvoreingenommen zu untersuchen. „Besondere Bedeutung legen wir
dabei auf die Begegnung von etablierten Experten und
vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlern, außerdem verfolgen
wir einen konsequent interdisziplinären Ansatz, der die
Philosophisch-Historische und die Rechtswissenschaftliche
Fakultät zusammenbringt“, betonen sie. Die Ergebnisse der
Konferenz werden im einem Buch dokumentiert, das der bekannte
wissenschaftliche Fachverlag Brill (Martinus Nijhoff) in sein
Verlagsprogramm aufgenommen hat. Zur Tagung werden 150
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 20 Ländern erwartet.
HTML http://www.imzoom.info/article.php/20120614141430843
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