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#Post#: 290--------------------------------------------------
»Das Gegenteil von Diskriminierung«
DIR By: Ben
Date: June 13, 2012, 9:37 am
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»Das Gegenteil von Diskriminierung«
Kostenlos inserieren, sich bewerben und hoffen. Der Informatiker
Ramzi Brini über sein Non-Profit-Projekt Muslimjobs.de
DIE ZEIT: Warum braucht es eine Jobbörse für Muslime?
Ramzi Brini: Als ich auf Arbeitssuche war, habe ich bemerkt,
dass es wenige Jobs speziell für Muslime gibt und dass das
Arbeitsamt eine solche gezielte Vermittlung nicht anbietet. So
kam ich auf die Idee mit dem Onlineportal für islamspezifische
Arbeit, die ein bestimmtes Wissen voraussetzt. Das betreibe ich
neben meiner Arbeit als Informatiker
ZEIT: Erzeugt der Name Muslimjobs.de nicht eine künstliche
Trennung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen?
Brini: Der Titel ist nicht als Diskriminierung oder Ausgrenzung
anderer Gruppen gedacht. Ganz im Gegenteil: Die Website soll
sich ja in erster Linie an Muslime richten, welche mit
Ausgrenzungen und Problemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen
haben. Deswegen habe ich sie auch eine Jobbörse für Muslime und
Freunde genannt: Da ist die Moschee-Gemeinde, die einen Imam
sucht. Oder der Kindergarten, der muslimische Erzieher
einstellen möchte. Wir hatten aber auch mal das Jobangebot einer
deutschen Schule in Kairo. Die suchte einen Lehrer, der Deutsch
sprechen kann und zugleich mit der ägyptischen Kultur vertraut
ist.
ZEIT: Haben Sie keine Angst vor Missbrauch der Website?
Brini: Nein. Man stellt seine Anzeige ein, ich überprüfe sie auf
Seriosität, und erst dann aktiviere ich sie. Ich bin allerdings
dagegen, vollständige Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern
zu veröffentlichen. Das ist Futter für Menschen, die spammen
oder belästigen wollen. Gerade bastele ich an einer Art
Lebenslauf-Funktion und will auch eine Feedback-Funktion
installieren, um bessere Resonanz auf meine Website zu bekommen.
ZEIT: Wie ist die bislang?
Brini: 2011 hatte ich im Durchschnitt 700 Besucher pro Monat.
Anfang 2012 hat sich die Zahl auf 1.300 Besucher gesteigert. Pro
Woche kommen ungefähr vier bis fünf Anfragen rein.
ZEIT: Welche Art von Job suchen die Inserenten?
Brini: Die Suchanfragen zeigen ein klares Muster. Viele suchen
einen Job, bei dem sie das Kopftuch tragen oder die Gebetszeiten
einhalten können und beispielsweise zum Freitagsgebet in die
Moschee gehen dürfen.
ZEIT: Geht das denn in Ihrem eigenen Job?
Brini: Dort kann ich meine Religion und den Job wunderbar
miteinander vereinbaren. Zwar habe ich bei meiner Bewerbung
nicht gefragt, ob ich beten darf. Aber wir haben einen Raum, wo
das möglich ist. Während einige Kollegen mehrmals am Tag rauchen
gehen, gehe ich eben beten. Muslime in anderen Berufen haben es
sicher schwerer, weil sie viel Kundenkontakt oder keine
geeigneten Räume haben oder es für ihre Arbeitgeber ein Problem
ist.
ZEIT: Welches Projekt planen Sie als Nächstes?
Brini: Kürzlich habe ich eine Anfrage eines Interessierten aus
der Schweiz bekommen, der mit mir eine Jobbörse für die Schweiz
gründen wollte: muslim.ch. Die Seite ist inzwischen online.
HTML http://www.zeit.de/2012/23/C-Interview-Beruf
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