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       »Das Gegenteil von Diskriminierung«
   DIR By: Ben
       Date: June 13, 2012, 9:37 am
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       »Das Gegenteil von Diskriminierung«
       Kostenlos inserieren, sich bewerben und hoffen. Der Informatiker
       Ramzi Brini über sein Non-Profit-Projekt Muslimjobs.de
       DIE ZEIT: Warum braucht es eine Jobbörse für Muslime?
       Ramzi Brini: Als ich auf Arbeitssuche war, habe ich bemerkt,
       dass es wenige Jobs speziell für Muslime gibt und dass das
       Arbeitsamt eine solche gezielte Vermittlung nicht anbietet. So
       kam ich auf die Idee mit dem Onlineportal für islamspezifische
       Arbeit, die ein bestimmtes Wissen voraussetzt. Das betreibe ich
       neben meiner Arbeit als Informatiker
       ZEIT: Erzeugt der Name Muslimjobs.de nicht eine künstliche
       Trennung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen?
       Brini: Der Titel ist nicht als Diskriminierung oder Ausgrenzung
       anderer Gruppen gedacht. Ganz im Gegenteil: Die Website soll
       sich ja in erster Linie an Muslime richten, welche mit
       Ausgrenzungen und Problemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen
       haben. Deswegen habe ich sie auch eine Jobbörse für Muslime und
       Freunde genannt: Da ist die Moschee-Gemeinde, die einen Imam
       sucht. Oder der Kindergarten, der muslimische Erzieher
       einstellen möchte. Wir hatten aber auch mal das Jobangebot einer
       deutschen Schule in Kairo. Die suchte einen Lehrer, der Deutsch
       sprechen kann und zugleich mit der ägyptischen Kultur vertraut
       ist.
       ZEIT: Haben Sie keine Angst vor Missbrauch der Website?
       Brini: Nein. Man stellt seine Anzeige ein, ich überprüfe sie auf
       Seriosität, und erst dann aktiviere ich sie. Ich bin allerdings
       dagegen, vollständige Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern
       zu veröffentlichen. Das ist Futter für Menschen, die spammen
       oder belästigen wollen. Gerade bastele ich an einer Art
       Lebenslauf-Funktion und will auch eine Feedback-Funktion
       installieren, um bessere Resonanz auf meine Website zu bekommen.
       ZEIT: Wie ist die bislang?
       Brini: 2011 hatte ich im Durchschnitt 700 Besucher pro Monat.
       Anfang 2012 hat sich die Zahl auf 1.300 Besucher gesteigert. Pro
       Woche kommen ungefähr vier bis fünf Anfragen rein.
       ZEIT: Welche Art von Job suchen die Inserenten?
       Brini: Die Suchanfragen zeigen ein klares Muster. Viele suchen
       einen Job, bei dem sie das Kopftuch tragen oder die Gebetszeiten
       einhalten können und beispielsweise zum Freitagsgebet in die
       Moschee gehen dürfen.
       ZEIT: Geht das denn in Ihrem eigenen Job?
       Brini: Dort kann ich meine Religion und den Job wunderbar
       miteinander vereinbaren. Zwar habe ich bei meiner Bewerbung
       nicht gefragt, ob ich beten darf. Aber wir haben einen Raum, wo
       das möglich ist. Während einige Kollegen mehrmals am Tag rauchen
       gehen, gehe ich eben beten. Muslime in anderen Berufen haben es
       sicher schwerer, weil sie viel Kundenkontakt oder keine
       geeigneten Räume haben oder es für ihre Arbeitgeber ein Problem
       ist.
       ZEIT: Welches Projekt planen Sie als Nächstes?
       Brini: Kürzlich habe ich eine Anfrage eines Interessierten aus
       der Schweiz bekommen, der mit mir eine Jobbörse für die Schweiz
       gründen wollte: muslim.ch. Die Seite ist inzwischen online.
  HTML http://www.zeit.de/2012/23/C-Interview-Beruf
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