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#Post#: 283--------------------------------------------------
Polizei in Tansania nimmt deutschen Islamisten fest
DIR By: Ben
Date: June 12, 2012, 6:38 pm
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Terror-Anschlag in Afrika
Polizei in Tansania nimmt deutschen Islamisten fest
Von Matthias Gebauer
Die Fahnder hatten ihn lange gesucht, jetzt ist ein bekannter
deutscher Dschihadist in Afrika festgenommen worden. Dem
Wuppertaler Emrah E. wird ein tödlicher Anschlag auf ein
Einkaufszentrum in Kenia zur Last gelegt.
Berlin - Die Polizei in Tansania hat einen in ganz Afrika
gesuchten deutschen Terror-Verdächtigen festgenommen. In
deutschen Sicherheitskreisen wurde SPIEGEL ONLINE bestätigt,
dass die Polizei den aus Wuppertal stammenden Emrah E. in den
vergangenen Tagen festgenommen hat. Der junge Mann hatte sich
ersten Erkenntnissen zufolge in den vergangenen Wochen aus Kenia
nach Tansania abgesetzt. Deutsche Behörden vermuteten E. seit
rund anderthalb Jahren in Ostafrika.
In Kenia wurde der türkischstämmige Deutsche, der sich schon vor
einigen Jahren in Terror-Lagern in Pakistan hatte ausbilden
lassen, wegen seiner angeblichen Beteiligung an einem
Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum mit Fahndungsbildern
gesucht. Neben Emrah E. hält die kenianische Polizei einen
weiteren deutschen Dschihadisten für verdächtig, an der Attacke
beteiligt gewesen zu sein. An den Verdachtsmomenten der Kenianer
gibt es jedoch auch Zweifel.
Bei dem Anschlag am 28. Mai in der kenianischen Hauptstadt
Nairobi waren ein Mensch getötet und mehr als 30 verletzt
worden. Die Polizei in Kenia vermutet die radikal-islamistische
Gruppe al-Shahab aus Somalia hinter der Terror-Attacke. Der
Gruppierung werden enge Kontakte zum Terrornetzwerk al-Qaida
nachgesagt. Seitdem Kenia sich militärisch in Somalia engagiert,
haben die Islamisten immer wieder mit Anschlägen in dem auch bei
deutschen Urlaubern beliebten Land gedroht.
Erschreckende Karriere eines Terroristen
Für die deutschen Behörden ist die Festnahme des Deutschen eine
Chance, den Fall von E. und damit eine erschreckende Karriere
eines Terroristen mit deutschem Pass endlich aufzurollen. Seit
Jahren ermittelt der Generalbundesanwalt gegen den jungen
Wuppertaler wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung. Umgehend entsandte Deutschland einen Fahnder nach
Tansania, er soll vor Ort weiter ermitteln und E. möglicherweise
auch vernehmen.
Emrah E. ist bei Polizei und Verfassungsschutz seit Jahren als
gefährlicher Dschihadist bekannt. Er gehört zu einer Gruppe von
rund 100 jungen Deutschen, die sich in den vergangenen Jahren
zunächst in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion in
Terror-Lagern ausbilden ließen und dann auch aktiv am Kampf in
der Krisenregion teilnahmen. Dabei kamen die jungen Männer meist
über die Islamische Bewegung Usbekistan in Kontakt mit al-Qaida.
Fotos in martialischen Posen
Der Wuppertaler tauchte auf Fotos im Internet mehrmals in
martialischen Posen auf, ein Bild zeigte ihn auf einem Motorrad
mit einer umgehängten Kalaschnikow. Emrahs Bruder Bünyamin war
im Oktober 2010 bei einem Drohnenangriff der USA im
afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. Bei
der Attacke auf ein Versteck von mutmaßlichen Terroristen soll
auch ein weiterer Deutscher getötet worden sein. Emrah E. hatte
den Tod seines Bruders damals per Telefon seiner Familie in
Deutschland gemeldet.
Emrah E. sorgte später durch mehrere Warnanrufe bei Behörden in
Deutschland für den bisher schärfsten Terror-Alarm nach dem 11.
September 2011. In mehreren Telefonaten hatte er die deutschen
Behörden vor einer Gruppe von Attentätern gewarnt, die angeblich
auf dem Weg nach Deutschland seien. Damals wurden Bahnhöfe und
auch der Reichstag verstärkt bewacht, da man den Hinweis des
Wuppertalers zunächst sehr ernst nahm.
HTML http://www.spiegel.de/politik/deutschland/polizei-in-tansania-nimmt-deutschen-islamisten-fest-a-838501.html
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