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#Post#: 279--------------------------------------------------
Islamisten liefern sich Straßenschlachten mit Polizei
DIR By: Ben
Date: June 12, 2012, 6:31 am
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Tunesien
Islamisten liefern sich Straßenschlachten mit Polizei
Autoreifen brannten, Polizisten wurden mit Brandsätzen beworfen,
Schüsse hallten durch die Luft: In der tunesischen Hauptstadt
Tunis ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen
Islamisten und Sicherheitskräften gekommen. Mehr als achtzig
salafistische Demonstranten wurden festgenommen.
Tunis - Hunderte Islamisten haben sich in der tunesischen
Hauptstadt Tunis mit der Polizei Straßenschlachten geliefert. In
mehreren Vierteln zündeten Demonstranten Reifen an und warfen
Brandsätze auf Sicherheitskräfte, wie Zeugen berichteten. Die
Beamten setzten demnach Tränengas ein und schossen in die Luft.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden 86 Personen
festgenommen. Mindestens sieben Angehörige der Sicherheitskräfte
seien verletzt worden. Den Zeugen zufolge griffen die Islamisten
auch ein Gerichts- und ein Polizeigebäude an.
Auslöser der Krawalle war eine Kunstausstellung in einem Vorort
von Tunis, mit der nach Ansicht der Islamisten Muslime beleidigt
werden. Bei den Demonstranten handelte es sich um Salafisten,
die einer besonders strengen Strömung des Islams folgen. Einige
von ihnen sympathisieren mit der Terrororganisation al-Qaida.
Tunesien ist der Ausgangspunkt der Proteste in der arabischen
Welt. Beim Sturz von Präsident Zine el-Abidine Ben Ali im
vergangenen Jahr spielten Islamisten zwar keine wichtige Rolle.
Die Rolle der Religion in Politik und Gesellschaft ist aber
inzwischen eines der umstrittensten Themen in dem
nordafrikanischen Land.
In der vergangenen Woche positionierte sich die tunesische
Regierung zu dem Aufstand in Syrien. Die Regierung hat die Imame
des Landes aufgefordert, nicht länger Jugendliche zum Dschihad
in Syrien aufzurufen. Ein Sprecher der Übergangspräsidentschaft
in Tunis erklärte, das Land benötige politische Hilfe und keine
Dschihadisten. In einem Brief, den Syrien im vergangenen Monat
an die Uno schickte, wurden die Namen von 26 ausländischen
Kämpfern genannt, die in Syrien festgenommen worden seien. 19
der Genannten waren Tunesier.
Tunesien hat seinen Botschafter aus Syrien abgezogen und den
syrischen Botschafter aus Tunis ausgewiesen, um gegen das
gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition zu protestieren.
anr/Reuters/dapd
HTML http://www.spiegel.de/politik/ausland/tunesien-islamisten-liefern-sich-strassenschlachten-mit-polizei-a-838358.html
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