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       Christenverfolgung
   DIR By: Ben
       Date: June 11, 2012, 4:03 pm
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       Vera Lengsfeld   11.06.2012   20:13
       Christenverfolgung
       Einer der es wissen muss, der OSZE-
       Antidiskriminierungsbeauftragte Massimo Introvigne , gab
       bekannt, dass weltweit jährlich um die 100 000 Christen ermordet
       werden, das ist alle drei Minuten einer. Die „Internationale
       Gesellschaft für Menschenrechte“ stellte fest, dass 75-80% der
       wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen in der Welt Christen
       sind. Ein Aufschrei der westlichen Öffentlichkeit blieb aus,
       obwohl das Motiv für Verfolgung und Ermordung von Christen ist,
       dass die sie in den muslimischen Ländern sich zu den Werten
       einer offenen Gesellschaft westlicher Prägung bekennen. Auch ein
       dramatischer Appell der Russisch- Orthodoxen Kirche vom Dezember
       letzten Jahres blieb weitgehend ungehört.
       Die „Erste Internationale Konferenz gegen die Diskriminierung
       und Verfolgung der Christen“ in Russland forderte die Welt mit
       einem Appell an die internationale Staatengemeinschaft auf,
       Maßnahmen gegen die Christenverfolgung zu ergreifen. Diese
       Konferenz wurde vom Moskauer Patriarchat der Russisch-Orthodoxen
       Kirche organisiert und fand in den russischen Medien breite
       Beachtung, im Westen dagegen kaum. Im Schlussdokument der
       Moskauer Tagung werden Länder wie Ägypten, Pakistan,
       Afghanistan, Nigeria, der Sudan, Indonesien, Saudi-Arabien,
       Eritrea und Indien als jene Staaten genannt, in denen die
       Christen besonders verfolgt und unterdrückt werden. Die
       Konferenz forderte die Schaffung „einer internationalen Stelle
       gegen die Diskriminierung und Verfolgung der Christen“, die den
       Verfolgten helfen soll. 
Die Rangliste der
       Verfolgerstaaten führt Nordkorea an. Christ zu sein, kommt in
       Nordkorea oft einem Todesurteil gleich. Hunderttausend Christen
       sind in dem Land in Gefängnissen interniert und müssen Hunger,
       Folter und Zwangsarbeit erleiden. „Open Doors“, eine
       Organisation, die sich in den Dienst der verfolgten Christen
       gestellt hat, schätzt, dass von den insgesamt 400000 Christen in
       Nordkorea 25 Prozent in Arbeitslagern interniert sind. In
       Pjöngjang, einst zu 30 Prozent katholisch, gibt es heute nur
       noch eine Kirche.
       Aber auch in den arabischen Ländern sieht es nicht gut aus für
       Christen. Allein in Ägypten gab es während des „Arabischen
       Frühlings“ mehr als 30 Tote und 200 Verletzte. Die Kopten machen
       in Ägypten etwa 15% der Bevölkerung aus. Es häufen sich die
       Übergriffe der muslimischen Mehrheit auf die christliche
       Minderheit. In Syrien, wo es 3 Millionen Aramäer gibt, wurden
       kürzlich ein Priester und sieben Gläubige getötet. In Pakistan
       stehen die Entführung und Vergewaltigung christlicher Mädchen
       auf der Tagesordnung. Ist ein Mädchen schwanger geworden, wird
       sie mit ihrem Vergewaltiger verheiratet und muss zum Islam
       übertreten. Motorradbanden attackieren regelmäßig christliche
       Schulen. Im Südsudan wurden hunderte Christen in einer Kirche
       mit Macheten abgeschlachtet. In Nigeria gehen fast 500 Morde auf
       das Konto einer einzigen Sekte, die sich Boho Haram nennt. In
       vielen arabischen Ländern gibt es die Todesstrafe für Menschen,
       die zum Christentum konvertieren.
       Während die Verbrennung von liegengelassenen Koranen durch die
       US- Army in Afghanistan Anfang des Jahres eine Welle der
       Entrüstung in den islamischen Ländern und in den westlichen
       Medien ausgelöst hat, wurde die Verbrennung von Hunderten von
       Bibeln durch die Behörden der Islamischen Republik Iran im April
       ignoriert.
       In Saudi-Arabien muss man mit Verhaftung rechnen, wenn man an
       Silvester die Straße mit einem Luftballon überquert.
       Silvesterfeiern werden in diesem Land als feindliches westliches
       Brauchtum angesehen. In Tadschikistan kann es tödlich sein, sich
       nach russischem Brauch als Nikolaus zu verkleiden. Aber auch in
       der Türkei , deren EU-Beitritt kürzlich von unseren
       Außenminister wieder ein mal gefordert wurde, sieht es nicht
       viel besser aus. Spätestens seit den Morden von christlichen
       Missionaren in Malatya und der Ermordung des armenischen
       Publizisten Hrant Dink wird in westlichen Zeitungen sporadisch
       über die Christenfeindlichkeit in der Türkei berichtet. In
       manchen türkischen Zeitungen wird Stimmung gegen Christen
       gemacht, die angeblich die Türkei zum Wohle Brüssels unterjochen
       wollen.
       Kenner schätzen ein, dass bei jedem Schritt in Richtung EU in
       der türkischen Provinz ein Christ ermordet wird. Der frühere
       Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz Luigi Padovese
       richtete einen dramatischen Appell an die Weltöffentlichkeit:
       „Wir sind hier nicht mehr sicher“ kurz darauf wurde er ermordet.
       Das dieses Problem nicht nur von radikalen Minderheiten
       verursacht wird, sondern mit der türkischen Staatspolitik
       korrespondiert, macht eine Einschätzung der
       Bundestagsabgeordneten Ingrid Fischbach deutlich:
       „Die christlichen Kirchen sind ( in der Türkei) rechtlich nicht
       anerkannt; es ist ihnen untersagt, ihre Priester auszubilden,
       Immobilien zu besitzen, Bankkonten zu führen; der Bau von
       Gebets- und Gotteshäusern ist stark eingeschränkt. Die Situation
       der Christen ist von Schikanen im Alltag, bürokratischen Hürden
       und Benachteilungen geprägt. Christen werden widerrechtlich
       verhaftet, bei der Ausübung ihres Glaubens gestört – es kommt zu
       Einschüchterungen und Störungen von Gottesdiensten.“
       Leider sind Stimmen, wie die von Ingrid Fischbach selten unter
       Politikern, selbst in der CDU. Der Fraktionsvorsitzende Volker
       Kauder bezeichnete im Bundestag die Christen als die “die
       bedrohteste Glaubensgruppe in der Welt” Er erwarte von der
       Bundesregierung, “dass sie die Botschafter der Länder, in denen
       eine besonders intensive Christenverfolgung zu verzeichnen ist,
       zu einem Gespräch einlädt”. Die Verfolgung müsse zu einem Thema
       der europäischen Außenpolitik werden.“ Leider hört man nichts
       davon, dass die Bundesregierung diese Anregung aufgegriffen
       hätte.
       Aber auch beim jüngsten Katholikentag war die weltweite
       Verfolgung von Christen nur ein Thema am Rande, im
       „Interreligiösen Raum“. Statt den Vertretern verfolgter
       christlicher Gemeinden ein öffentlichkeitswirksames Podium zu
       geben, kritische Mahner wie Bischof Damian waren gar nicht
       eingeladen, durften Politikerinnen wie Sara Wagenknecht um die
       Kirche als Verbündete im antikapitalistischen Kampf werben.
       Wo blieb die Solidarität mit den bedrohten Glaubensbrüdern? Als
       einziger Politiker warnte Volker Kauder davor, dass der
       „arabische Frühling zu einem arabischen Winter“ werden könne.
       Innenminister Friedrich dagegen wiegelte ab: „Das christliche
       Wertefundament sei weiter weltweit gefragt. Die Werte des
       Abendlandes haben Hochkonjunktur.“
       Man fragt sich unwillkürlich, was an eine indifferenten, feigen
       Westen attraktiv sein soll. Sein mangelnder Wille, seine Werte
       zu verteidigen, ist es sicherlich nicht.
       Erschien zuerst in der “Tagespost”
  HTML http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/christenverfolgung/
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