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#Post#: 4322--------------------------------------------------
Deutschlands oberster Sprachlehrer Wolf Schneider „Gendern ist f
ür Wichtigtuer“
By: hellboy Date: October 7, 2022, 5:26 am
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In der Bild, aber was soll´s:
Deutschlands oberster Sprachlehrer Wolf Schneider
[quote]„Gendern ist für Wichtigtuer“
Chefredakteur und Journalistenlehrer der Henri-Nannen-Schule
bildete Hunderte Redakteure aus.
Als Autor von Klassikern wie „Deutsch für Profis“ und Träger des
Medienpreises für Sprachkultur gilt er als DER große Stil-Lehrer
der deutschen Nation.
HIER rechnet Schneider in BILD ab mit der „Genderei“ bei
Star-Moderatoren von ARD und ZDF, Behörden und Konzernen.
„Die ganze Gender-Debatte ist eine Wichtigtuerei von Leuten, die
von Sprache keine Ahnung haben. Zwischen dem natürlichen und dem
grammatischen Geschlecht besteht nicht der geringste
Zusammenhang. Wie könnte es sonst das Weib heißen? Der Löwe, die
Schlange, das Pferd. Obwohl sie alle dieselben zwei Geschlechter
haben. Die Führungskraft ist heute überwiegend ein Mann – und
keiner hat sich je beschwert. Die Liebe ist weiblich, dabei soll
es bleiben.“
...[/quote]
HTML https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/deutschlands-oberster-sprachlehrer-wolf-schneider-gendern-ist-fuer-wichtigtuer-80889590.bild.html
Dazu noch ein Leserbrief in der F.A.Z., der vieles auf den Punkt
bringt:
[quote]In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches
Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus).
Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt,
um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen. Dabei können auch
sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch
getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.
Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin,
neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und
weiblich). Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede
erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der
Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin,
die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz
offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen
Hintergründen.
Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde.
Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast,
der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum),
stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und
weiblich dar.
Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der
Sprachwissenschaft "Homonym" nennt. Homonyme sind gleichlautende
Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel"
kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer
Fußballmannschaft oder ein Klavier. Manchmal sind diese Homonyme
nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu
Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft.
"Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen,
die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem
Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer
gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich
unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen,
wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen
unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern!
Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"
Aber das ist ebenso nervtötend wie falsch.
Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen
Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und
dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter...
Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und
ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der
grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur
irgendwie gemischte Gruppe besteht. Ohne einen solchen
Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich
bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen
(etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau."
oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.")
Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht,
genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann -
unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält
es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als
Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das
männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten,
als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich,
zu "die Kundin" wird). Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur
Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch
ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die
Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die"
davorsteht. In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden
Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform,
"der" auf den Genus. Erst durch die konsequente Doppelbenennung
in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird
der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den
geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.
Im Übrigen bin ich öfter mal "die Vertretung" für einen
Kollegen. Ist kein Problem für mich.
Aber ich kenne auch den Unterschied zwischen Genus und Sexus.
Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht so gerne ein Vertreter, ein
Klinkenputzer sein... Aber ein Mann, der allen Frauen mit
Respekt auf Augenhöhe gerne begegnet und hofft, dass alsbald
keine Lohn-/Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern mehr
besteht. Denn nur damit unterstützen wir die Emanzipation –
nicht aber mit umständlichem
Gender-Sprich-und-Schreib-Stil.[/quote]
ahoy
hellboy
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