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#Post#: 4212--------------------------------------------------
Die Vergewaltigung des Volksbegehrens als Mittel politischer Bet
eiligung
By: hellboy Date: May 5, 2017, 3:45 pm
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Nachdem es beim Frauenvolksbegehren 2017 offenbar nicht um
Frauen geht, muß man sich fragen, was das ganze soll. In
Anbetracht der Organisatoren und der Inhalte liegt der Verdacht
nahe, daß wiedereinmal versucht wird, mittels eines
Volksbegehrens eine neue politische Bewegung, und letztlich eine
neue Partei zu initiieren. Eine erbärmliche Idee, ist doch das
Mittel des Volksbegehrens mittlerweile völlig abgenutzt, vor
allem wenn es um genau solche durchsichtige politische
Winkelzüge geht.
Zu oft wurden Volksbegehren in der Vergangenheit als
Wahlkampfgag und als billige Motivationshilfe missbraucht. Hier
ein Versuch der Auflistung der highlights, ohne jeden Anspruch
auf Vollständigkeit:
In der Liste aller Volksbegehren des Innenministeriums stehen
natürlich nur die, die tatsächlich mit über 8.000 Unterschriften
abgeschlossen wurden:
HTML http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_wahlen/volksbegehren/Alle_Volksbegehren.aspx
Da gab es natürlich noch etliche mehr, die weniger
Unterschriften gekriegt haben, oder einfach im Sande verliefen,
und deren Unterschriften nie beim Innenministerium eingereicht
wurden, weil sie eben eh nur ein Propagandaschmäh sein sollten.
Schade, daß es nicht strafbar ist, die Bürgerschaft so zu
verarschen.
Aber auch unter den abgeschlossenen gibt es das. Das 2002
initiierte Volksbegehren "gegen Abfangjäger" war in Wahrheit für
Rudi Fußi und eine seiner geplanten Parteien, natürlich links
der SPÖ. 2012 versuchte er es mit dem bekannten Ziel noch
einmal, diesmal sollte es angeblich um Vermögenssteuern gehen.
Der selbsternannten Politikberater versuchte es auch später
immer wieder, auch als er versuchte, die Piratenpartei in eine
linkspopulistische Kasperltruppe umzuwandeln, was aber nicht
ihm, sondern erst später der KPÖ durch Unterwanderung und
Infiltration nach klassischer Stasimethode gelang. Auch die KPÖ
hat in jedem Wahlkampf seit sie versuchen sich hinter
vorgetäuschten Linksbündnissen mit peinlichen Namen wie "andas"
oder aktuell "Aufbruch" zu verstecken ein Volksbegehren
gestartet. Sie haben es jedes Mal als die größte und einzigartig
innovative Marketingidee angekündigt. Nachdem sie es das erste
mal im Sand verlaufen ließen, versprachen sie ab dem zweiten
jedes mal hoch und heilig, daß es diesmal garantiert kein reiner
Wahlkampfgag sei, und sie es nach der Wahl auf jeden Fall
weiterführen würden, was natürlich jedes Mal eine
offensichtliche und gewissenlose Lüge war. Das Verhalten von
Fußi und der KPÖ hat natürlich dem Volksbegehren als Mittel der
politischen Beteiligung jegliche Glaubwürdigkeit genommen, und
so dem Ansehen direkt demokratischer Beteiligung schweren
Schaden zugefügt. Und das ausschließlich zur Befriedigung der
persönlichen Eitelkeiten weniger größenwahnsinniger politischer
Scharlatane.
Die volle Liste kommt noch, spontan fällt mir da das "wir zahlen
nichts" zur Haftung mit Steuergeldern für die Hypo ein. Das war
für die EU-Wahl, und hat nach der Wahl niemand mehr
interessiert. Zur Wienwahl gab es dann eines das angeblich für
direkte Demokratie sein sollte, aber in Wahrheit die
manipulierbare Betrugssoftware "Liquid" propagiert hat. Ein
gewisser Marcus Hohenecker hat nach der Wahl noch eine Zeit lang
so getan, als würde er das weiter verfolgen, weil er bei seinen
Tätigkeitsberichten sonst nichts vorzuweisen hatte, und wusste,
daß es ohnehin niemand nachprüft. Da hat er sich wie immer
geirrt, denn ich habe es nachgeprüft, und die offizielle Seite
die solange ein Volksbegehren läuft auf wien.gv.at online ist,
ist längst gelöscht. Leider sind die Volksbegehren, die mit
weniger als 1 Promille der Bevölkerung, also ca 8.000
Unterschriften oder gar nicht beim Innenministerium eingereicht
wurden, nirgendwo aufgelistet. Aber ein paar werden wir schon
finden, es gab ja genug.
Auch von rechts gab es natürlich welche, aber die waren
erfolgreicher, ist doch das EU-Austritts Volksbegehren zur
Gründung der EU-Stopp Partei genutzt worden. Auch die
Freiheitlichen haben mit ihren Volksbegehren zumindest insofern
mehr Erfolg gehabt, als sie relativ viele Unterschriften
einreichen konnten. Zu mehr haben sie allerdings nicht geführt,
was in den meisten Fällen auch gut ist. Außerdem haben sie sie
nie so offensichtlich als Wahlkampfgag eingesetzt wie die
Kommunisten.
Gerade links der SPÖ wurde schon zu oft versucht, mittels eines
Volksbegehrens eine neue Partei zu etablieren. Das ist aber
bisher nicht gelungen, und es wird auch dem linksromantischen
antikapitalistischen Zirkel um die links aus der SPÖ gefallene
Sonja Ablinger nicht gelingen.
Daß das Volksbegehren damit politisch gestorben ist, stört die
Handelnden wenig. Sie sind radikale Ideologen, und wollen
ohnehin keine echte Demokratie, sondern Gleichschaltung.
ahoy
hellboy
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