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#Post#: 2297--------------------------------------------------
Nicht Links, nicht Rechts
By: hellboy Date: July 15, 2014, 1:06 pm
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[quote="Fullerens Blog"]Nicht links nicht rechts
Der Unternehmer Götz Werner, der ehemalige Chefökonom der
Schweizer UBS Bank und der CDU-Politiker Dieter Althaus sind
eigentlich keine Linken. Das BGE als Links zu verorten stimmt
einfach nicht.
“Verluste werden sozialisiert, Gewinne privatisiert”, eine Linke
These?
Laut
HTML http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wagenknecht-zur-staatsverschuldung-im-muenchhausen-check-a-955318.html
einfach Realität. Ist die Realität links oder rechts?
Das links/rechts Schema ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
Die Piratenpartei mochte sich deshalb lange nicht in dieses
Schema einordnen lassen, da es einfach falsch ist.
Trotzdem gibt es offenbar Menschen, die irrtümlich glauben die
Piratenpartei wäre deshalb nach allen Seiten offen. ( z.B.
HTML http://www.sehls.de/die-drei-probleme-der-piratenpartei/
)
Das ist sie natürlich nicht. Eine Abgrenzung nach rechts ist
klar erfolgt. Aber auch Anarchosyndikalisten (
HTML http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchosyndikalismus
) die für die
revolutionäre Überwindung des Staates sind, passen nicht zu den
Piraten die für die demokratische Änderung des Staates sind.
Die Piraten haben sich daher in einer Partei organisiert, da das
der Weg zur demokratischen Änderung ist. Die Organisationsform
Partei und die Parlamente haben “Spielregeln”, die eine Partei
einhalten muss. Insbesondere Mandatsträger und Kandidaten für
überregionale Wahlen müssen einen großen Teil ihrer Privatsphäre
opfern und sind in ihrem öffentlichen Handeln eingeschränkt, da
ihr Verhalten “pars pro toto” für die ganze Partei steht. Wer
mit seinem Verhalten das Image der Partei schädigt, zerstört die
Arbeit viele anderer Piraten. Die “Spielregeln” sehen eine
Missbilligung durch den Vorstand und einen Rückzug des
Übeltäters vor um Schaden von der Partei abzuwenden.
Dies gilt auch für viele Basismitglieder z.B. auf Twitter. Die
flachen Hierarchien der Piratenpartei stellen jedes Mitglied auf
eine Stufe mit den offiziellen Sprechern und jedes Mitglied muss
daher für seine Äußerungen im Netz die volle Verantwortung
übernehmen als wäre Mensch tatsächlich Pressesprecher oder
Vorstand. Leider scheinen viele zu Glauben, dass wenn sie
alleine vor ihrem PC sitzen, ihr gegenüber kein Mensch ist und
die Kommunikation auf Twitter irgendwie privat bleibt. Das ist
nicht so, am anderen Ende der Datenleitung sitzt ein
verletzlicher Mensch, mit Verstand und Gefühlen. Jeder Tweet
geht an die ganze Welt und blamiert den Schreibenden, den
Beleidigten und die ganze Piratenpartei.[/quote]
HTML http://fullerensblog.wordpress.com/2014/07/15/nicht-links-nicht-rechts/
ahoy
hellboy
#Post#: 3490--------------------------------------------------
Re: Nicht Links, nicht Rechts
By: hellboy Date: March 28, 2015, 2:16 pm
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[quote="egoteaist"]Warum ich nicht links bin. (Part I)
...
Ich werde immer wieder gefragt, welche politische Einstellung
ich habe und warum. Gemeinhin vermeide ich das Wort „liberal“ am
Anfang eher, vor Allem aufgrund seiner mittlerweile eher
negativen Konnotation. Häufige nutze ich daher lieber diese
Formulierung:
„Geh‘ mir nicht auf die Eier und wir werden die besten Freunde.“
Das ist, etwas zugespitzt, letztlich das grundlegende liberale
Credo. Es beinhaltet die Selbstverantwortlichkeit, Privatsphäre
und jegliche Individualrechte. Interessanterweise können viele
meiner Gesprächspartner dieser Aussage zustimmen – sobald ich
jedoch dazusage, dass ich liberal bin, sind sie überrascht, weil
für sie Liberalismus etwas zutiefst Antisoziales und
Gesellschaftsschädigendes ist.
An dieser Stelle ist es dann immer sehr hilfreich, wenn ich
ihnen meinen eigenen politischen Werdegang näher erläutere.
Wir alle waren früher etwas Anderes.
„Wer mit 20 kein Kommunist ist, besitzt kein Herz – wer mit 40
immer noch Kommunist ist, keinen Verstand.“
So abgedroschen diese Floskel mittlerweile auch sein mag – so
zutreffend ist sie jedoch auch.
...
Man nennt es wohl Ironie der Geschichte, dass Linke und Rechte
letztlich gegen einen gemeinsamen Feind kämpfen – wenn auch aus
unterschiedlichen Motiven heraus.
Ich für meinen Teil sehe darin einen hervorragenden Indikator,
dass man genau dann auf dem richtigen Weg ist, wenn das eigene
Handeln Linke wie Rechte anpisst. Deshalb mag uns Liberale auch
niemand – weil wir keinerlei Kollektive befürworten, weil wir
den Menschen eigene Entscheidungen zugestehen und sie so wenig
wie möglich bevormunden möchten. Der Liberale sitzt immer
zwischen den Stühlen – er kann es naturgemäß niemandem
rechtmachen. Er maßt sich nicht an, die besten Ideen für alle
Menschen zu haben, weil er genau weiß, wie unterschiedlich die
Menschen sind und dass ein jeder variierende Bedürfnisse und
Vorstellungen hat. Einen Masterplan, der Glück für alle
verspricht, kann der Liberale nicht liefern –dessen ist er sich
bewusst – und genau deshalb bleibt er auch unbequem und wird
nicht in absehbarer Zeit die Anerkennung bekommen, die er
verdient. Er will nicht führen – aber er will ebenso wenig
folgen. Er will den Menschen die Freiheit geben, selbst zu
entscheiden, was sie glücklich macht – aber ihnen ebenso die
Möglichkeit geben, Fehler zu machen, zu scheitern – um daraus zu
lernen und zu wachsen. Der Liberale will, dass der Mensch für
sich selbst Verantwortung übernimmt – einen goldenen Käfig lehnt
er rigoros ab.
Diese Prinzipien sind unattraktiv. Sie sind anstrengend und
bieten keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme an.
To be continued…[/quote]
HTML https://egoteaist.wordpress.com/2015/03/27/warum-ich-nicht-links-bin-part-i/
„Geh‘ mir nicht auf die Eier und wir werden die besten Freunde.“
Mehr gibt es nicht zu sagen.
ahoy
hellboy
#Post#: 4258--------------------------------------------------
Re: Nicht Links, nicht Rechts
By: hellboy Date: September 13, 2017, 4:29 pm
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Warum Piraten liberal sind
Das politische Spektrum ist ein Hufeisen. In der Mitte ganz oben
sind die Liberalen. Umso weiter man sich links oder rechts vom
Liberalismus hin zum Faschismus nach unten bewegt, desto
ähnlicher werden die Ansichten, bis sie sich dann am Ende
berühren. Kleinster gemeinsamer Nenner der Ideologen beider
Seiten ist die zionistische Weltverschwörung, der feuchte Traum
der Faschsiten jeder Couleur.
Sich vom Liberalismus nur ein Stück zu entfernen, ist
keinesfalls eine Mischform. Ausdrücke wie "linksliberal" und
"rechtsliberal" sind reine Phantasieprodukte. Wer sich Ideologie
und Dogmatik verschrieben hat, hat kein Recht mehr, sich als
liberal zu bezeichnen, weil der Liberalismus sich eben genau
dadurch auszeichnet, daß man beides entschieden ablehnt, und
sich Realität und Fakten verschrieben hat. Etwas ist entweder
faktisch richtig oder nicht.
Ein Irrtum, mit dem dringend aufgeräumt werden muß, ist die
leider viel zu weit verbreitete Annahme, Faschismus sei
automatisch rechts. Das ist natürlich völlig absurd, aus der
Geschichte wissen wir, die wir sie kennen und verstanden haben,
daß auch der Kommunismus bzw "real existierende Sozialismus"
eine Form des Faschismus ist. Der rechte Faschismus ist
nationalistisch, der linke stellt zumindest den Anspruch
internationalistisch zu sein. Was beiden gemeinsam ist, ist die
bereits erwähnte Dogmatik, die Ablehnung basisdemokratischer
Strukturen und die Bereitschaft seine Ziele mit nicht
demokratischen Mitteln durchzusetzen, von psychischem Terror und
Einschüchterung bis hin zu Krieg und Massenmord.
Der Liberalismus mag wenig attraktiv für die meisten Menschen
sein, da er von ihnen selbständiges Denken verlangt, statt sich
auf billige aber eingängige Slogans und absurd vereinfachte
Patentrezepte für extrem komplizierte Problemstellungen zu
verlegen. Im Liberalismus darf man sich auch nicht auf
Schwachsinn wie den "gesunden Menschenverstand" oder den
"Hausverstand" zurückziehen. Beides ist nur eine Form der
Inkompetenz. Menschen die von einer Materie keine Ahnung haben
saugen sich dazu irgendwas aus den Fingern, und verlangen dann,
daß das genauso ernstgenomnen werden muß wie die Erkenntnisse
von Wissenschaft und Forschung. Der hässliche große Bruder von
beidem ist das "gesunde Volksempfinden" dem wir bekanntlich
Unappetitlichkeiten wie den "gesunden Volkszorn" dem wir
Ereignisse wie die "Reichskristallnacht" die heute "Pogromnacht"
heißt verdanken.
Liberalismus ist die Voraussetzung für Frieden, Wohlstand und
Demokratie, da er die aktuelle Situation möglichst rational
analysiert, und dann so umsichtig und vorausschauend wie möglich
nach sinnvollen und langfristigen Lösungen sucht, ohne
Denkverbote oder ideologische Einschränkungen.
ahoy
hellboy
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