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#Post#: 3184--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: attx Date: January 18, 2015, 10:51 am
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Hurra, bald regieren sie bis ins Wohnzimmer!
Da ging ja ein großes Aufatmen durchs Land als endlich die
Weihwasser-Sozialisten ihren Widerstand gegen das totale
Rauchverbot in der Gastronomie am Altar der Bevormundung
geschlachtet haben.
„Aufatmen“ auch bei der überfressenen Gesundheitsgenossin: Das
totalitäre Rauchverbot ist beschlossene Sache! Das Staatsmedium
ORF zollt Beifall, weil das Mittelalter zugunsten eines
„modernen, internationalen Standards“ überwunden wurde.
Mit der Keule des Gesetzes wird den Wirten in ihren Wirtshäusern
nunmehr endlich vorgeschrieben und auferlegt, wie sie ihr
Wirtshaus zu führen haben: nämlich rauchfrei.
Was der Staatlichen Erziehungsanstalt (neuerlich) entgangen sein
dürfte sind die Begriffe des Privatrechts und des
Privateigentums.
Eigentlich sollte jeder dieser Hobbydiktatoren begriffen haben,
dass ein Wirtshaus kein „öffentlicher Raum“ ist. Ein Wirtshaus
gehört dem Wirten. Es ist in der Regel sein privates Eigentum,
sofern es sich nicht um den Pächter der Parlamentskantine
handelt.
In diesem seinen Wirtshaus entscheidet alleine der Wirt mit wem
er Verträge über die Zufuhr und Kredenz von Schnitzel und Bier
eingeht oder nicht. Das nennt man kurz „Privatautonomie“. Der
Wirt, seine Arbeiter und seine Gäste entscheiden also frei
(„Privatautonomie“), ob sie dort hackeln oder fressen oder
trinken oder rauchen.
Wer am Gebotenen keinen Gefallen findet kann ja woanders
hackeln, fressen, trinken oder ficken. Sollte man meinen.
Die Welt des Sozialismus in ihrer Bevormundungs- und
Umerziehungsekstase beschert ein anderes Menue: Nicht der Wirt
entscheidet (der ist ja per definitionem zu deppert), sondern
das „Kollektiv“ befindet, was gut und was schlecht ist für den
Wirten und für dessen Gäste und deren Kinder und Kindeskinder!
Die Privatautonomie wird Opfer des sogenannten Willens einer
angeblichen Mehrheit. Private Einrichtungen werden (per Dekret)
zum „Öffentlichen Raum“ erklärt und schon (schwupps) ist das
Private, also das Eigentum zurückgedrängt. Zugunsten „der
Allgemeinheit“. Parented statt represented.
An vorderster Front beklatscht die veröffentlichte Meinung den
missionarischen Verbotswahn.
Wer jetzt immer noch mit dem Sau-Argument „Aber es geht um
Arbeitnehmer-Schutz“ daherkommt, der hat überhaupt nichts
begriffen, trotzdem will ich aufklären: Auch der Arbeitnehmer
hat Grundrechte! Er kann sich privatautonom aussuchen, wo er
arbeiten will und wo nicht. Es gibt auch hier keinen
Kontrahierungszwang.
Ja, wir stehen knapp davor, dass die Junta ins Wohnzimmer
hineinregiert und den schä(n)dlichen Qualm auch von dort
verbannt: In der Argumentation und Gedankenwelt der Fascista
funktioniert das ganz einfach: Hey, was sagt denn deine Putzfrau
dazu, die dort arbeiten „muss“? Was ist mit dem
Schornsteinfeger, der dort einmal jährlich Dienst machen „muss“?
Was ist, wenn die Postlerin einen Brief überreichen „muss“?
Lauter gefährdete Spezien, die der gestandene Etatist schützen
muss.
Es geht um Schutz! Niemals würde es darum gehen, die Bürger bis
ins Wohnzimmer zu bespitzeln, zu erziehen oder zu drangsalieren,
wir sind ja eine „Wertegemeinschaft“ und Demokratie! Juhuu!
Die Rauchsensoren in jedem Wohnzimmer sind halt nötig und im
Sinne unser aller Wohles. Nötig, um unsere „Freiheit zu
verteidigen“. Wir müssen die „Schwächsten“ vor den Rauchern
schützen. Es geht um die Volksgesundheit. Und es geht um die
Einhaltung der Regeln. Das Gemeinwohl erfordert halt auch
Zivilcourage, daher sind tapfere Denunzianten und
Rauchersheriffs auszuzeichnen.
Ich wiederhole mich: Ich will ein Grundrecht auf "In Ruhe
gelassen zu werden".
#Post#: 3187--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: GOLEMXIV Date: January 18, 2015, 2:38 pm
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[quote='attx']
Hurra, bald regieren sie bis ins Wohnzimmer!
[/quote]
Was heißt "bald"? Schon mal was von VDS gehört?
[quote='attx']
Mit der Keule des Gesetzes wird den Wirten in ihren Wirtshäusern
nunmehr endlich vorgeschrieben und auferlegt, wie sie ihr
Wirtshaus zu führen haben: nämlich rauchfrei.
[/quote]
Darunter habe ich diese Woche gelitten: ich konnte mir von
diversen Kellnern und Wirten das Gesuder anhören, was für eine
Frechheit dieses Rauchverbot ist.
[quote='attx']
Was der Staatlichen Erziehungsanstalt (neuerlich) entgangen sein
dürfte sind die Begriffe des Privatrechts und des
Privateigentums.
Eigentlich sollte jeder dieser Hobbydiktatoren begriffen haben,
dass ein Wirtshaus kein „öffentlicher Raum“ ist. Ein Wirtshaus
gehört dem Wirten. Es ist in der Regel sein privates Eigentum,
sofern es sich nicht um den Pächter der Parlamentskantine
handelt.
[/quote]
Du predigst zum Kirchenchor.
[quote='attx']
In diesem seinen Wirtshaus entscheidet alleine der Wirt mit wem
er Verträge über die Zufuhr und Kredenz von Schnitzel und Bier
eingeht oder nicht. Das nennt man kurz „Privatautonomie“. Der
Wirt, seine Arbeiter und seine Gäste entscheiden also frei
(„Privatautonomie“), ob sie dort hackeln oder fressen oder
trinken oder rauchen.
[/quote]
Es rächt sich immer wieder, dass Österreich keine verbindliche
Verfassung hat. Niemand hat in diesem Land richtige Grundrechte,
auch Wirte nicht.
[quote='attx']
Wer am Gebotenen keinen Gefallen findet kann ja woanders
hackeln, fressen, trinken oder ficken. Sollte man meinen.
Die Welt des Sozialismus in ihrer Bevormundungs- und
Umerziehungsekstase beschert ein anderes Menue: Nicht der Wirt
entscheidet (der ist ja per definitionem zu deppert), sondern
das „Kollektiv“ befindet, was gut und was schlecht ist für den
Wirten und für dessen Gäste und deren Kinder und Kindeskinder!
[/quote]
Du musst rechts wählen. EU-Stop oder F.
#Post#: 3188--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: attx Date: January 18, 2015, 4:29 pm
---------------------------------------------------------
[quote author=GOLEMXIV link=topic=38.msg3187#msg3187
date=1421613508]Du musst rechts wählen.[/quote]
Ich "muss" gar nichts.
[quote author=GOLEMXIV link=topic=38.msg3187#msg3187
date=1421613508]Du musst ...wählen. [/quote]
Falsch.
Siehe: Demokratiereform.
[quote author=GOLEMXIV link=topic=38.msg3187#msg3187
date=1421613508]EU-Stop [/quote]
Gegen den Armin Wolf komm' ich hier (noch) nicht an, ich weiß.
Ein g'scheiter Pinkel!
Wie sagte sinngemäß bzw. wörtlich der helly? "Die EU schützt
uns."
In der Krone haben sie das auch gesagt. Da wird schon was dran
sein.
Ich bin halt zu blöd. Weißt eh: Wohlstandsverlierer & so.
[quote author=GOLEMXIV link=topic=38.msg3187#msg3187
date=1421613508]
Du musst rechts wählen.
...
oder F. [/quote]
Ich schätze und bewundere deine literarische Qualität ohne Ende,
weil solcherart Talente nicht am Baum wachsen.
Das mit "F. wählen" solltest du noch einmal überdenken, weil du
meinem Statement gegen Rauchverbote und unzulässiger
Staatseinmischung unrecht tust.
#Post#: 3189--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: GOLEMXIV Date: January 19, 2015, 6:18 am
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[quote='attx']
Das mit "F. wählen" solltest du noch einmal überdenken, weil du
meinem Statement gegen Rauchverbote und unzulässiger
Staatseinmischung unrecht tust.
[/quote]
Ein tragisches Missverständnis: 1.) bin gegen Raucherhetze in
Lokalen, 2.) Die F sticht tatsächlich hervor, weil sie offenbar
nicht daran teilnimmt.
Helly und ich haben sogar schon überlegt, wie wir die F mit
Hellys Gedanken zu seinen Socks umfunktionieren könnten. Ich
habe durch "FPÖ" weder dich noch die Raucherbewegung in Lokalen
verunglimpfen wollen.
[quote='attx']
Gegen den Armin Wolf komm' ich hier (noch) nicht an, ich weiß.
Ein g'scheiter Pinkel!
Wie sagte sinngemäß bzw. wörtlich der helly? "Die EU schützt
uns."
In der Krone haben sie das auch gesagt. Da wird schon was dran
sein.
Ich bin halt zu blöd. Weißt eh: Wohlstandsverlierer & so.
[/quote]
Die EU schützt uns leider nicht, denn EU=NATO, NATO=Abstinenzler
=> EU + NATO = Armleuchter.
Ich dachte eigentlich, wir sind uns vollkommen einig.
#Post#: 3192--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: January 19, 2015, 9:53 am
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die eu schützt uns vor der vds, aber leider nicht vor sich
selbst. Leider kann die EU noch so danebenhauen, es wird unsere
heimischen politglücksrittern immer noch was dümmeres einfallen.
Es gibt in der EU leider noch immer einige kalte Krieger, die
sich ihre alten Feindbilder zurückwünschen. Die versuchen aus
der EU einen politischen Ableger der NATO zu machen. Es ist an
uns das einfach so geschehen zu lassen, oder denen zu sagen, daß
sie sich ins Knie ficken können.
Die f ist eine politische Partei wie jede andere. Ich bin mit
denen in genauso vielen Punkten unterschiedlicher Meinung wie
mit den sozen und den Grünen. Das heißt aber nicht, daß ich
nicht mit den einen beim Konsumentenschutz und den anderen beim
Kampf gegen rauchverbote zusammenarbeiten muß, weil die halt
gewählt werden. Das gefällt mir zwar nicht, aber solange es kein
für mich wählbares Angebot gibt, muß ich mit denen auskommen die
andere gewählt haben. Eigentlich sollten die piraten diese
wählbare Alternative sein, aber mit den derzeitigen trotteln
sind die noch unwählbarer als die anderen.
ahoy
hellboy
#Post#: 3193--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: January 19, 2015, 10:11 am
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[quote]Nachbarschaft
Wiener Bezirksgericht verhängt Rauchverbot für Mieter
Klage auf "Unterlassung einer Immission" wegen nächtlichen
Zigarrenqualms war in erster Instanz erfolgreich
Ein Mieter einer Wohnung im 1. Wiener Bezirk darf keine Zigarren
mehr auf seiner Loggia oder bei geöffnetem Fenster rauchen. Das
hat das Bezirksgericht Innere Stadt in der vergangenen Woche in
erster Instanz entschieden. Es ging dabei um einen
Zigarrenraucher, der häufig mitten in der Nacht, zwischen
Mitternacht und drei Uhr früh, bei geöffnetem Fenster oder auf
der Loggia rauchte.
Immissionsschutz und wirtschaftliche Nachteile
Begründet wurde das Verbot in erster Linie damit, dass einem
Vermieter wirtschaftliche Nachteile entstünden (§ 1118 ABGB),
wenn sich ein Mieter durch eines Nachbarn "erheblich
nachteiligen Gebrauch" von dessen Wohnung so gestört fühlt, dass
er aus der Wohnung auszieht. Im konkreten Fall ist schon der
Vormieter der vom Zigarrenrauch verqualmten Wohnung deswegen
ausgezogen, weil seine Kinder wegen des Rauchs mit
Atemwegserkrankungen zu kämpfen hatten.
Eine Rolle spielte bei der Urteilsbegründung aber auch der
Paragraph 364 des ABGB, der besagt, dass der Eigentümer eines
Grundstückes "dem Nachbarn die von dessen Grund ausgehenden
Einwirkungen durch Abwässer, Rauch, Gase, Wärme, Geruch,
Geräusch, Erschütterung" insoweit untersagen könne, als sie "das
nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreiten
und die ortsübliche Benutzung des Grundstückes wesentlich
beeinträchtigen". Der betroffene Mieter klagte auf Unterlassung
dieser Immission und ließ sich auch die Rechte des Vermieters
auf Unterlassung abtreten.
Verbot nicht nur während der Nachtruhe
Daniel Varro, Anwalt des klagenden Mieters, der von dem Fall am
Montag in der "Presse" berichtet, spricht von einer
"weitreichenden Entscheidung" der Richterin insofern, als das
Urteil das Rauchverbot nicht auf gewisse Zeiten oder eine
bestimmte Anzahl an Zigaretten einschränkt.
Es sei ihm bzw. dem klagenden Mietern jedenfalls "überhaupt
nicht darum gegangen, jemandem das Rauchen in seinen eigenen
vier Wänden verbieten zu wollen", sagt Varro im Gespräch mit
derStandard.at. Im konkreten Fall seien aber die baulichen
Gegebenheiten eben so, "dass der Rauch des einen ganz genau in
die Wohnräume des anderen Mieters hineinzieht".
40 Minuten lang Zigarrenqualm
Wesentlich sei außerdem gewesen, dass es sich um Zigarren
handelte, und nicht um Zigaretten, sagt Varro. "Der geklagte
Mieter hat selbst zugegeben, dass er oft zwischen 40 Minuten und
einer Stunde braucht, um eine Zigarre zu rauchen."
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es wird wohl noch
spannend, wie die nächsthöhere Instanz entscheidet; Varro
rechnet fix damit, dass der beklagte Mieter beruft. Einstweilen
darf der Zigarrenraucher wohl auch weitermachen, es sei denn,
Varro bringt eine Einstweilige Verfügung ein. Ob das geschehen
wird, weiß er noch nicht. Er müsse sich das erst ansehen, "es
gibt keine vergleichbaren Fälle".
Deutschland: Rauchverbot auf Balkon
Erst am vergangenen Freitag wurde ein ähnlicher Fall in
Deutschland bekannt. Der deutsche Bundesgerichtshof hatte
entschieden, dass ein zumindest zeitweiliges Rauchverbot für
einen Raucher grundsätzlich möglich sei, wenn der Rauch wegen
der damit verbundenen Geruchsbelästigung für andere Bewohner als
störend empfunden wird (derStandard.at berichtete). Der Wiener
Anwalt und Raucher-Lobbyist Manfred Ainedter hatte dazu noch am
Freitag gesagt, dass ein ähnliches Urteil in Österreich nur
"schwer vorstellbar" sei. (mapu, derStandard.at,
19.1.2015)[/quote]
HTML http://mobil.derstandard.at/2000010585442/Wiener-Bezirksgericht-verhaengt-Rauchverbot-fuer-Mieter
Diese Richterin gehört sofort mit nassen Fetzen aus dem Amt
gejagt für diesen unpackbaren Eingriff in die Grundrechte. Als
nächstes fühlt sich wer vom Autoverkehr draußen auf der Straße
gestört, und dann wird halt Autofahren auch verboten. Weil die
Diktatur der grüninnen das so will.
Es wird nicht bald passieren, sondern es ist schon so weit. Wir
leben in einem Linksstaat, in dem es kein Recht gibt.
ahoy
hellboy
#Post#: 3283--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: February 4, 2015, 4:40 pm
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Was noch mit Passivrauchen gemeint ist: der Hausstaub.
HTML http://www.ardmediathek.de/tv/alles-wissen/20-Sicherheitsfallen-zu-Hause/hr-fernsehen/Video?documentId=22688698&bcastId=3416170
Keine Sorge wegen der Länge des Videos, es geht vor allem um die
ersten 3 Minuten (obwohl der Rest auch sehr interessant ist,
aber hier nicht Thema). Im Hausstaub sammeln sich Mikropartikel
aus Leim der Spanplatten von Möbeln, sogenannten
Mikrofaser-Textilien aus Polyestern und anderen giftigen
Kunststoffen und Kosmetika wie zB silikonhaltigen
Haarpflegeprodukten. All das atmen wir ständig ein, immer mehr
davon, und es wird immer giftiger. In Krebsstatistiken kommt das
selbstverständlich nicht vor, dort steht dann "Passivrauchen".
ahoy
hellboy
#Post#: 3372--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: February 26, 2015, 6:48 am
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Beim Stichwort "bornierte dogmatiker" muß der
Verteidigungsminister natürlich sofort aufzeigen:
HTML http://derstandard.at/2000012186401/Rauchen-verboten-beim-Bundesheer
"Rauchna", voll arg!
ahoy
hellboy
#Post#: 3409--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: March 5, 2015, 10:24 am
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[quote]Zensur: Ernst sei das Leben – „rauchfrei“ die Kunst
Von Christoph Lövenich
Der Anblick des Rauchens soll verschwinden – von Bildschirm und
Leinwand, Bühne und Plakaten. Paternalistische Gesetze und
Zensur aus vorauseilendem Gehorsam schränken die Kunstfreiheit
ein. Christoph Lövenich zeigt, wie weit diese Tendenzen
fortgeschritten sind.

Wenn es nach dem italienischen Gesundheitsministerium
geht, soll in Filmen und Fernsehserien ein Rauchverbot gelten.
[1] Vor wenigen Monaten entfernte ein australisches Opernhaus
Bizets Carmen aus dem Spielplan, da das Stück Rauchszenen
enthält; die Entscheidung folgte pünktlich vor Beginn eines
mehrjährigen Sponsorings durch eine staatlich finanzierte
Gesundheitsagentur. [2]
Versuche, das Tabakrauchen aus der Kunst zu verbannen, sind in
den vergangenen Jahren Alltag geworden. Besonders weit treibt
man es dabei in Frankreich, wo seit 1991 ein totales
Tabakwerbeverbot (Loi Evin) gilt. Werbeplakate für einen Film
über den berühmt-berüchtigten Sänger Serge Gainsbourg durften
nicht in der Pariser Metro hängen, ähnlich erging es einem
Streifen über Coco Chanel. In beiden Fällen waren die zeitlebens
bekennenden Raucher mit einer Zigarette abgebildet. [3] Damit
für eine Ausstellung über den Regisseur Jacques Tati (bekannt
für seine Pfeife rauchende Filmfigur Monsieur Hulot) geworben
werden konnte, musste erst per Retusche eine Pfeife in ein
Windrad verwandelt werden. [4]
Dem Philosophen Jean-Paul Sartre war auf ähnliche Weise in einem
Ausstellungskatalog seine Rauchware nachträglich
abhandengekommen und vom Buchumschlag der Memoiren des früheren
Staatspräsidenten Jaques Chirac entfernte der Verlag ein Foto
mit Zigarette. [5] Die negative mediale Reaktion auf solche
Zensurmaßnahmen veranlasste sogar Antiraucher-Organisationen und
den Gesetzesschöpfer zu Distanzierungen. [6] 2011 sah sich das
Parlament dann genötigt, eine Ausnahme für nationales Kulturgut
zu konzedieren. [7]
Dieser kleine Schritt zurück vermag aber über die allgemeine
Dynamik nicht hinwegzutäuschen. Die Plattenfirma EMI ließ zum
70. Geburtstag John Lennons für das Coverbild eine Zigarette aus
dessen Hand verschwinden [8], das einzige bekannte Foto des
amerikanischen Bluesmusikers Robert Johnson erfuhr auf einer
Briefmarke dasselbe Schicksal. [9] „Die Antiraucher wollen
ständig die Realität zensieren und die Geschichte umschreiben“
kritisiert Joe Jackson, selbst Musiker und seit Jahren mit dem
Thema Tabakrauch politisch befasst. Nicht nur Künstler, sondern
auch künstlerische Darstellungen von Politikern fallen der
Zensur zum Opfer, z.B. die Zigaretten bei Franklin D. Roosevelt
(auf einer Briefmarke) oder dem Chinesen Deng Xiaoping, einem
sehr starken Raucher, den es schon im Alter von 92 vorzeitig
hinweggerafft hatte. Eine Eisenstatue von ihm wurde nachträglich
bearbeitet. Ein Schicksal, das dem früheren Bundespräsidenten
Theodor Heuss bisher erspart blieb: Eine ihn abbildende Skulptur
sollte nach dem Willen des „Aktionskreises Stuttgarter
Nichtraucher” die für ihn typische Zigarre verlieren. [10]
Denn die Attacken auf die Kunstfreiheit erfolgen nicht nur durch
staatliche Intervention oder die übereifrige Befolgung von
Gesetzen, sondern auch durch einzelne, empörte Antiraucher. Das
Ankündigungsplakat zum „Orgel- und Drehorgelfestival“ im
hessischen Laubach wurde 2008 nach Einlassungen von „‚kritischen
Stimmen‘“ um die Zigarette einer gezeichneten Orgelspielerin
bereinigt [11], ein Ausstellungsaushang in München wurde gleich
gezielt zerstört. [12] In Österreich veranlasste das Konzert „40
Jahre Woodstock“ einen Tabakfeind, einen Jimi Hendrix
imitierenden Gitarristen des Rauchens wegen anzuzeigen [13], und
eine Aufführung des Musicals Hair in Barcelona geriet aus
gleichem Grunde ins Visier von Denunzianten. [14]
Das Rauchen auf der Theaterbühne ist ein Thema für sich, in
Großbritannien darf ein Winston-Churchill-Darsteller keine
Zigarre schmauchen. Wie der oben erwähnte Roosevelt war
Churchill schon während des Zweiten Weltkriegs von der
NS-Propaganda als einer der bösen Raucher verschmäht worden, die
sich den vorbildlich nichtrauchenden, auf Langlebigkeit
bedachten Achsenführern Hitler und Mussolini in den Weg
stellten. [15]
Die Rechtslage in Deutschland mit seinen diversen
Rauchverbotsgesetzen lässt den Tabakrauch auf der Bühne nur in
einigen Bundesländern zu. „Wenn ein Schauspieler sich auf der
Szene genüsslich eine Zigarette anzündet, gibt es Szenenapplaus
und Lacher“, berichtet eine Theaterdramaturgin, „was vorher eine
Nuance war, ist nun zum riesengroßen Zeichen geworden; auf der
Bühne ist erlaubt, was im wirklichen Leben verboten ist.” [16]
Mit Protestscheiben geifernder Frühpensionäre ist jeweils zu
rechnen.
Für die Massenmedien Leinwand und Bildschirm gilt das erst
recht. 2007 scheiterte die damalige Drogenbeauftragte der
Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), mit ihrem Versuch,
Fernsehsendern einen Rauchverzicht für ihre Produktionen
abzuringen. [17] Türkische Verhältnisse, wo die Ausstrahlung der
US-Erfolgsserie Mad Men schon zu Bußgeldbescheiden an den
betreffenden TV-Sender geführt hat [18], herrschen bei uns zwar
noch nicht. Faktisch aber regiert längst die Schere im Kopf.
Exemplarisch gibt der für die ARD erstellte Film Contergan die
Verbreitung des Rauchens nicht für die 1960er-Jahre authentisch
wieder. „Das stand in keinem Verhältnis zur damaligen
Wirklichkeit“, räumt Drehbuchautor Benedikt Röskau ein, „aber
wenn ich ein Drehbuch schreibe, bin ich mir meiner Verantwortung
bewusst“ [19], die in diesem Fall wohl darin bestand, dem Druck
des WDR nachzugeben, um von den Fleischtöpfen der öffentlichen
Filmfinanzierung weiterhin profitieren zu können. Derlei
Geschichtsklitterung ist an der Tagesordnung. Und wer brave
Serien mit künstlicher Rauchverbannung herstellt, erhält das
„Rauchfrei-Siegel“ einschlägiger Organisationen. [20] Auf diese
Weise entwickelt heutige (Kunst-)Zensur aus Sicht des britischen
Soziologieprofessors Frank Furedi Orwellsche Ausmaße: Auch die
Vergangenheit, konkret das 20. Jahrhundert, soll nachträglich
wegzensiert und ausgelöscht werden. [21]
Insbesondere Kindern will man gerne die Augen vor der
‚verderblichen‘ Realität zuhalten, im TV und anderswo. [22] Vor
allem in den USA [23] und Großbritannien [24] werden Kampagnen –
meist von staatlichen Stellen – gefahren, die Altersfreigabe von
Kinofilmen daran zu orientieren, ob Charaktere darin rauchen.
„Die Antiraucher üben erheblichen Druck auf Hollywood aus“,
stellt Joe Jackson fest, „in der Antiraucherideologie heißt
bereits jegliche Anerkennung der Tatsache, dass es Tabak
überhaupt gibt, dass man für ihn Werbung macht.“ [25] So war vor
ein paar Jahren James Camerons Film Avatar wegen Szenen, in
denen die von Sigourney Weaver dargestellte Hauptfigur rauchte,
„durchgefallen […] im Anti-Raucher-Test“ [26] und daher Anlass
für Galle sprühende Kommentare der üblichen Akteure um den
kalifornischen Professor Stanton Glantz.
Auch für Deutschland wird – mit Unterstützung der EU-Kommission
– gefordert, „Jugendliche weniger Rauchszenen auszusetzen“, die
Altersfreigabe zu erhöhen und Hinweise wie „Warnung für Eltern:
In diesem Film wird geraucht“ [27] anzubringen. Die richtigen
Fragen dazu stellt Florian Rötzer bei Telepolis: „Aber es gäbe
viel, was man nicht zeigen dürfte, weil es ein riskantes
Verhalten ist […] Ist es richtig, Kinder und Jugendliche in
einer Scheinwelt aufwachsen zu lassen? […] Und wird, was man
nicht zeigt, nicht auch deswegen zur Attraktion?“ [28] David
Hugendick schlägt in der Zeit vor, demnächst auch den „Gebrauch
von Schuss- oder Hiebwaffen, generelles Rowdytum, emotional
bedingtes Türenknallen, jedwede Schimpfwörter sowie de[n]
Verzehr von Fleisch ohne Biosiegel“ [29] vom Bildschirm zu
verbannen.
Die organisierte Tabakbekämpfung („Tobacco Control“) unterhält
ein weltweites Netzwerk, zu dem auch Wissenschaftler gehören,
die in ihrem jeweiligen Land beweisen sollen, dass Minderjährige
durch Medienkonsum zum Tabakrauchen animiert werden. Für
Deutschland übt diese Funktion der Psychologe Reiner Hanewinkel
aus, langjährig mit Gleichgesinnten dem Tabakbekämpfungs-Forum
Globalink zugehörig. In seiner vom Bundesgesundheitsministerium
geförderten Studie [30] unterstellt Hanewinkel, dass der Anblick
des Rauchens in Filmen junge Leute zum Rauchen motiviere. [31]
Ein Großteil der Studienbefunde hat keine Bedeutung für diese
Frage und ein direkter kausaler Zusammenhang darf bezweifelt
werden. Einige Jugendliche, die sich für eine bestimmte Art von
Filmen interessieren, verspüren vielleicht eher eine Neigung zum
Ausprobieren des Tabakrauchens, während Gleichaltrige, die noch
eher kindlich orientiert sind, andere Filme schauen (die im
Schnitt weniger Rauchszenen beinhalten).
Die Erhebung der Tabakbekämpfung zur Staats- und Zivilreligion
bringt solche Auswüchse mit sich. Nicht nur Aktivitäten der
Obrigkeit, sondern auch private künstlerische Tätigkeit hat sich
demgemäß bedingungslos in den Dienst des sanitaristischen
Feldzugs zu stellen. Das ist nicht freiheitlich, sondern trägt
totalitäre Züge. Hinzu tritt dabei allerdings auch eine
allgemeine Tendenz, in vorauseilendem Gehorsam zensorisch auf
jedwede Proteste derer zu reagieren, die etwas anstößig finden.
Da kann bei einer Theateraufführung dann weißer Rauch, der gar
nichts mit Tabak zu tun hat (sondern an Krematorien in
NS-Konzentrationslagern erinnert) die Gemüter so erregen, dass
ein ganzes Stück abgesetzt wird. [32]
Womit wir wieder bei der in Australien vom Spielplan getilgten
Carmen wären. Das hat immerhin den Premierminister des Landes
gegen die „wildgewordene politische Korrektheit“ aufgebracht.
„Wir hindern das Theater doch auch nicht daran, Macbeth
aufzuführen“, so der Monarchiefan, „weil es für die Tötung von
Königen wirbt.“[/quote]
HTML http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zensur_ernst_sei_das_leben_rauchfrei_die_kunst
da hat also schon jemand außer uns bemerkt, daß die bevormudung
durch die anhänger des marxismus-feminismus nicht beim binnen-i
enden wird. die neue prüderie und enthaltsamkeit soll umfasend
werden, auf daß das plansoll des gosplanes von gesunden,
sauberen und korrekten genossen erfüllt werde. schöne neue
stalinistenwelt.
ahoy
hellboy
#Post#: 3520--------------------------------------------------
Re: warum nur bornierte dogmatiker für rauchverbote sind
By: hellboy Date: April 11, 2015, 9:15 am
---------------------------------------------------------
[quote="Welt.de"]PARTIKELFILTER
Das lange verkannte Risiko der sparsamen Benziner
Thomas Imhof
Was beim Diesel längst Standard ist, fordern Umweltverbände auch
von den Herstellern moderner Benziner mit Direkteinspritzung:
einen Filter für gefährliche Nano-Teilchen. Die Autobauer
mauern.
Emissionen von Feinstaubpartikeln galten lange Zeit als das
exklusive Problem von Diesel-Motoren. Doch spätestens mit
Einführung der Euro-5-Norm Anfang 2011 kamen die Hersteller um
den Einbau eines Partikelfilters nicht mehr herum. Deutsche
Marken drückten sich lange um eine Nachrüstung herum. Heute sind
Rußschwaden ausstoßende Selbstzünder weitgehend aus dem
Straßenbild verschwunden.
Bei Benzinmotoren spielten Partikelemissionen bis vor zwei
Jahren nur eine Nebenrolle. Ihr Anteil im Abgas war an die
Grenze des Messbaren gesunken. Die Reduzierung des
Treibhausgases Kohlendioxid stand oben auf der Agenda. Doch mit
den modernen Direkteinspritzern wie den TSI von Volkswagen holt
speziell die bei dieser Technik führenden deutschen Autobauer
das Partikel-Problem nun ein zweites Mal ein. Die Gefahr lauert
erneut in Form ultrafeiner Partikel, deren Zahl drei- bis
zehnmal höher ist als bei Dieseln mit Partikelfilter.
Im Vergleich zu den inzwischen immer weniger produzierten
Benzinmotoren mit Saugrohreinspritzung entlassen sie sogar über
zehn- bis vierzig Mal so viele Schadstoffteile, darunter
krebserzeugende Stoffe. Betrachtet man die wichtigere Zahl der
Partikelteilchen erhöht sich der Ausstoß sogar um den Faktor
1000.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des TÜV Nord im
Auftrag der Umweltschutzorganisation Transport & Environment,
die in Brüssel veröffentlicht wurde.
Je kleiner die Teilchen, desto gefährlicher
Feinstaubpartikel entstehen bei unvollständiger Verbrennung und
mangelhafter Kraftstoff-Luft-Gemischbildung. Folgen sind eine
nur schlechte Kraftstoffzerstäubung und Tropfenbildung an den
kalten Brennraumwänden.
Kritisch für den menschlichen Organismus sind vor allem
ultrafeine Partikel von weniger als 0,1 μm Größe.
Nanoteilchen, die besonders leicht in die Lungen gelangen, deren
Funktion ebenso beeinträchtigen wie das Herz-Kreislaufsystem und
die allgemeine Leistungsfähigkeit. Je kleiner die Partikel,
desto mehr Unheil können sie anrichten.
Heinz-Erich Wichmann vom Institut für Epidemiologie des
Helmholtz-Zentrums München fordert daher ebenso wie der ADAC,
die Partikelemissionen von Ottomotoren genauso streng zu
behandeln wie die von Dieseln. Was aber nicht der Fall ist:
Benziner dürfen noch drei Jahre zehnmal mehr Partikel ausstoßen
als Diesel-Triebwerke der Euro-6-Norm.
weiter
HTML http://www.welt.de/motor/article122357438/Das-lange-verkannte-Risiko-der-sparsamen-Benziner.html[/quote]
Nanopartikel führen zu Lungenkrankheiten. Als ob wir das nicht
seit Asbest und Dieselruß wüssten. Als Ursache für Krankheiten
darf aber die modernste Technik der großen Automobilbauer nicht
genannt werden, das ist schlecht für die Wirtschaft. Und geht's
der Wirtschaft gut, ... 😒
ahoy
hellboy
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