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#Post#: 2250--------------------------------------------------
Die Libertären. Die besseren Piraten
By: attx Date: July 3, 2014, 12:52 pm
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Man wird ja noch träumen dürfen:
[quote]21) Wir fordern die Abschaffung des Rauchverbots! Nicht
das Wir, sondern der Wirt entscheidet, ob in seiner Kneipe
geraucht werden darf!
41) Wir fordern die ersatzlose Abschaffung der Paragraphen 86
(Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger
Organisationen), 86a (Verwenden von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen) und 130 (Volksverhetzung)
des Strafgesetzbuches.
43) Wir fordern das Recht auf Rausch! Der private Drogenkonsum
darf nicht kriminalisiert werden. [/quote]
HTML http://ef-magazin.de/2014/07/03/5490-dokumentation-die-freiheit-des-einzelnen<br
/>
HTML http://ef-magazin.de/2014/07/03/5490-dokumentation-die-freiheit-des-einzelnen
Als freiheitsliebender Mensch bekomme ich beim Lesen dieses
Positionskataloges fast [s]einen Orgasmus[/s] feuchte Augen.
Den Großteil der Forderungen würde ich (für Österreich) sofort
unterschreiben. Ganz großes Kino.
Was noch fehlt ist das Thema „Netzfreiheit“, wobei sich das aus
dem Grundkonsens ohnedies ableiten lässt.
Was auch noch fehlt ist das Thema BGE. Das klingt zwar im ersten
Moment völlig widersprüchlich doch kann man es auch in einem
libertären Modell argumentieren. Insbesondere aus der
Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.
Den Punkt 30 (über die verbindlichen Volksentscheide) könnte man
in Richtung Liquid Democracy anreichern.
Sowie diese Libertären sind die Piraten ursprünglich
„rübergekommen“, bevor sie in die sozialistische Spinnerei
abgeglitten sind. War halt mein Eindruck damals: Rotzfrech,
unerschrocken, freiheitsliebend (individuelle Freiheit, nicht
„Volksfreiheit“ ala DDR), und darauf gepolt, endlich den
Bevormundungs-Politiker-Dreck aus den gut dotierten
Bonzen-Stühlen zu jagen.
#Post#: 2251--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: irgendwas Date: July 3, 2014, 2:39 pm
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Tja. Ein paar sachen im programm sind halt doch hirngeschissen.
Und auch nicht vergessen dass es dann atomkraft und fracking
gibt.
Die libertären feministinnen sind auch cooler.
HTML http://fff.org/explore-freedom/article/the-big-lie-of-a-rape-culture/
HTML http://fff.org/explore-freedom/article/making-men-rapists/
#Post#: 2254--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: hellboy Date: July 3, 2014, 3:23 pm
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Von den von dir zitierten Punkten waren der erste und der dritte
tatsächlich einmal Konsens bei den Piraten. Dann sind die
Abstinenzler eingefallen. Bei dem zweiten Stand es so
halbe-halbe. Dann kamen die politisch korrekten. Aber die
deutschen Piraten haben glorreich bewiesen, daß das reversibel
ist.
Auch wenn die Libertären viele liberale Positionen vertreten,
die es bei den Piraten auch gibt, sind sie doch eines sicher
nicht: Piraten. Dazu sind sie in zu vielen Bereichen komplett
konträr.
ahoy
hellboy
#Post#: 2255--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: hellboy Date: July 3, 2014, 3:45 pm
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Bevor du fragst: eine kleine Liste:
- Bildung muß von der Allgemeinheit finanziert werden, im
Interesse der eigenen Zukunft.
- Steuern müssen progressiv sein, sich aber an der tatsächlichen
einkommenssituation orientieren. Ausnahmen und Schlupflöcher
gehören abgeschafft. Die gleichen Regeln für alle.
- der Benzinpreis finanziert unsere Verkehrs-Infrastruktur. Da
müsste dann nach dem Verursacherprinzip finanziert werden, das
heißt die LKW-Steuer verhundertfacht werden, mit entsprechenden
Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Das Beispiel ist gut,
weil es sich bei fast allen verbrauchersteuern so verhält. Wenn
mann sowas fordert, sollte man schon auch 2 schritte weiter
denken.
- alle Subventionen abschaffen, vor allem ersatzlos ist
Schwachsinn. Es ist zwar ein viel missbrauchtes, aber dennoch
ein unverzichtbares Instrument der unternehmensförderung. Vor
allem für startups, ohne die eine Wirtschaft eingeht.
- arbeitsverpflichtung und freiwillige Solidarität statt
Sozialleistungen ist nazischeiß.
- Bundesländer gehören abgeschafft.
- Freihandelszone der Reichen gegen "die neger" ist nazischeiß.
- Restitutionsanspruch von Firmen gegen den Staat wegen
entgangener Gewinne ist ttip-nazischeiß.
Und spätestens jetzt ist mir schlecht, und deshalb kann ich
nicht weiterlesen.
ahoy
hellboy
#Post#: 2257--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: attx Date: July 3, 2014, 4:23 pm
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Uii. Wir laufen in ein Missverständnis.
Ich wollte hier keinesfalls (Wahl-)Werbung für die Libertären
machen, weil ich sie nicht kenne. Mir hat nur der Artikel sehr
gut gefallen und der Großteil der dort zitierten Forderungen.
Diese Forderungen beruhen im Wesentlichen auf drei Axiomen:
1.
2.
3.
Meinungsäußerungsfreiheit) ist unantastbar.
Diese Axiome vertrete ich persönlich.
Aber Vorsicht: Das führt jetzt in eine Diskussion, die wir hier
im Online-Forum nicht sachgerecht führen oder gar lösen können.
Wenn wir das verfolgen wollen, brauchen wir eine „Klausur“ oder
positiver formuliert ein „Symposion“, jedenfalls ein
face2face-Gespräch. Machma halt einen Piraten-Kongress im
Sommer? Ich ruf dich dazu morgen an, OK?
#Post#: 2258--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: hellboy Date: July 3, 2014, 4:37 pm
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Wollte das eh nicht weiter vertiefen. Hab nur aus Interesse
selber mal reingelesen, um zu wissen, wovon ich rede. Ich hatte
mich mit denen noch nicht näher beschäftigt, ich kenn sie vor
allem von der Demo-gegendemo-Veranstaltung, die sie gemeinsam
mit der antifa veranstaltet haben. Was ich gesehen habe reicht
mir, die bisher aufgelisteten Punkte sind mehr als genug Gründe
die abzuheften.
Die drei axiome klingen ja gut, aber für die weiterführende
Interpretation sollten wir uns wirklich treffen. Die
Abgeschiedenheit meiner bescheidenen landfrische würde sich da
anbieten, da bin ich sommers eh immer anzutreffen. Aber das
sollten wir wirklich fernmündlich parlierend erörtern.
ahoy
hellboy
#Post#: 2320--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: attx Date: July 21, 2014, 5:26 pm
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[quote author=hellboy link=topic=376.msg2255#msg2255
date=1404420343]
Steuern müssen progressiv sein, sich aber an der tatsächlichen
einkommenssituation orientieren. [/quote]
Ich habe zur Zeit nur eingeschränkt Internet-Zugang. (Bin nicht
im Knast, sondern auf Urlaub.) Deshalb Kurzform.
In welchen Stein ist denn gemeißelt, dass Steuern progressiv
sein 'müssen'?
[quote='hellboy']Ausnahmen und Schlupflöcher gehören
abgeschafft. Die gleichen Regeln für alle. [/quote]
D'accord!
Wenn die Regeln für alle gleich sein sollen, gibt es allerdings
keine Progression mehr. Gleiche Regeln für alle.
Ich lasse hier unseren deutsch-türkischen Freund antworten:
[quote='Akif Pirincci]Jeder zahlt fünf Prozent seines Einkommens
an den Staat. Das gilt auch für den Gewinn von Firmen. Sämtliche
anderen Steuern, Abgaben, Gebühren, Vergünstigungen,
Abschreibungen, vor allem jedoch die Steuerprogression werden
abgeschafft. Jemand, der im Jahr eine Million verdient,
entrichtet 50000 an den Staat und derjenige, der es auf 20000
bringt, 1000. Selbst derjenige, der nur 5000 im Jahr einnimmt,
drückt seine 250 ab. Warum jemand, der viel Geld verdient,
prozentual mehr Steuern zahlen soll als jemand mit niedrigem
Einkommen, konnte mir bis jetzt niemand erklären. Soll man etwa
schöne Menschen häßlich amputieren, weil sie durch ihre
Schönheit im Vergleich zum Durchschnitt bessere Chancen im Leben
haben und mehr Fickgelegenheiten bekommen? Widersinnig – weg
damit! [/quote]
#Post#: 2385--------------------------------------------------
Re: Die Libertären. Die besseren Piraten
By: hellboy Date: August 9, 2014, 4:36 pm
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[quote author=attx link=topic=376.msg2320#msg2320
date=1405981571]
In welchen Stein ist denn gemeißelt, dass Steuern progressiv
sein 'müssen'?
[/quote]
Egal ob jemand durch Talent, Erbschaft oder harte Arbeit reich
geworden ist, er ist auf der butterseite des Lebens gelandet,
und kann meiner bescheidenen Meinung nach einen etwas höheren
Beitrag leisten. Ich meine da keinen steilen Anstieg, der Reiche
enteignet, sondern einen sanften, eben nicht unverschämten
Anstieg, der für wohlhabende ohne Zähneknirschen verkraftbar
ist. So stell ich mir halt grob gesagt soziale Gerechtigkeit
vor, was natürlich nur dann funktioniert, wenn der Staat den
Leuten nicht durch irgendwelche Hintertürln wieder ins Börsel
greift.
ahoy
hellboy
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